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Hauptmieter in WG: darf ich Mitbewohner (ohne Untermietvertrag) 'künsigen'?

| 01.04.2016 23:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: Zu den Kündigungsmöglichkeiten in einer WG

Hallo,

ich wohne mit meiner Freundin und einem Mitbewohner in einer WG. Ich bin der Hauptmieter und es gibt keine schriftlichen Untermietverträge.

Von Anfang an war geplant und an alle kommuniziert (und auch für alle OK), dass das mit der WG nur eine Übergangslösung ist, bis unser Mitbewohner ausgezogen ist. Anschließend nehmen wir die Wohnung für uns.
Leider bekommt unser Mitbewohner "seinen Arsch" nicht hoch, so dass ich ihm da jetzt leider ein wenig nachhelfen muss. Deswegen will ich ihn rausschmeißen.

Darf ich als Hauptmieter das? Was muss ich beachten? Brauche ich eine schriftliche Kündigung, obwohl wir nur einen mündlichen Untermietvertrag hatten? Brauche ich einen bestimmten Grund?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch ein Wohnraummietvertrag kann formlos, also auch mündlich, geschlossen werden. Dies wäre dann anzunehmen, wenn der Mitbewohner dort entgeltlich wohnt, also Miete zahlt (wovon ich ausgehe).

Sie dürfen den Mitbewohner keineswegs einfach "rausschmeißen" sondern müssen das Mietverhältnis kündigen.

Ein Wohnraummietvertrag kann nur schriftlich gekündigt werden (auch wenn er mündlich geschlossen wurde). Für eine wirksame ordentliche Kündigung muss ein Kündigungsgrund i.S.v. § 573 BGB vorliegen. Es gilt dann eine 3-monatige Kündigungsfrist. Die Kündigung muss dem Mieter spätestens am 3. Werktag eines Monats zugehen, damit das Mietverhältnis zum Ende des übernächsten Monats beendet wird. Der Kündigungsgrund muss in der Kündigung ausgeführt werden.

Da Sie mit dem zu kündigenden Mieter in derselben Wohnung wohnen, können Sie auch ohne Kündigungsgrund kündigen. Allerdings gilt dann eine 6-Monats-Frist. Damit eine solche Kündigung formwirksam ist, muss gem. § 573a BGB in der Kündigung auf diese Frist hingewiesen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2016 | 17:37

Sehr geehrter Herr Liedtke,

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann wäre ein Kündigungsgrund, mit dem eine Kündigungsfrist von drei Monaten einhergeht, laut § 573 BGB

(2) Ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses liegt insbesondere vor, wenn

1. ...

2. der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt...

Heißt das für mich, dass der Grund, die Wohnung für mich und meine Freundin alleine haben zu wollen, ausreichend ist?

Bitte korrigieren Sie mich, falls ich das grundlegend falsch verstanden habe.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2016 | 17:48

Sehr geehrter Fragesteller,

der Kündigungsgrund des Eigenbedarfs setzt voraus, dass Sie selbst den vermieteten Wohnraum "benötigen". Inwieweit die Kündigung deshalb tatsächlich notwendig ist, erschließt sich Ihrer Schilderung leider nicht. Problematisch dabei erscheint vor allem, dass sich Ihre Wohnsituation und Ihr tatsächlicher Wohnbedarf seit Beginn des Untermietverhältnisses nicht verändert zu haben scheinen. Für eine Eigenbedarfskündigung sind Umstände, die bereits bei Beginn des Mietverhältnisses bekannt waren, grundsätzlich nicht geeignet.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 02.04.2016 | 17:55

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