Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haupt-/Nebenwohnsitz nach beruflichem Umzug + Doppelte Haushaltsführung

| 26.06.2012 14:01 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Als Lediger, seit ca. 8,5 Jahren mit meiner langjährigen Freundin zusammen lebend (immer Mietverträge gemeinsam unterschrieben), musste ich nun aus beruflichen Gründen von Stadt A im Norden in Stadt B in den Süden ziehen. das Arbeitsverhältnis ist unbefristet angelegt, eine 6-monatige Probezeit natürlich dabei. Die Entfernung beträgt ca. 650 Kilometer. Ich möchte gerne sämtliche Kosten für die zweite Wohnung im Süden steuerlich absetzen, ebenso wie die Umzugskosten und zudem die 3 Monate Verpflegungsmehraufwand erhalten.
Außerdem ist es mir wichtig, meinen Hauptwohnsitz im Norden zu haben, während ich meinen Nebenwohnsitz im Süden hätte. Heimfahrten stünden alle 14 Tage an, wobei ich regelmäßig aufgrund der Entfernung fliegen würde und dies auch nachweisen könnte. Autofahrten wären eher die Ausnahme.

Heute wollte ich mich in Stadt B im Süden anmelden und meine möblierte Wohnung dort (kleiner 60 qm) als Nebenwohnung anmelden. Das verweigerte mir die Behörde jedoch mit Verweis auf das Meldegesetz. Ich argumentierte, dass ich nur beruflich umgezogen sei (was ja auch stimmt) und mein Lebensmittelpunkt im Norden wäre. Dort lebt meine Freundin, dort habe ich meine Freunde und dort habe ich eine gemeinsame Wohnung mit meiner langjährigen Freundin. Nur weil wir nicht verheiratet sind, kann ich doch nicht derart benachteiligt werden, dass ich künftig mein Auto ummelden muss, im Süden wählen gehe usw.

Meine Fragen lauten nun wie folgt:

a) Habe ich Möglichkeiten, die Hauptwohnung weiterhin im Norden zu führen und die Nebenwohnung doch im Süden anzumelden, auch, wenn ich nur 14-tägig fliege (hauptsächlich aus Kostengründen). Welche Konsequenzen/Nachteile ergäben sich ggf. daraus?

b) Wenn ich die Hauptwohnung doch im Süden anmelde, kann ich dann die Kosten für die Nebenwohnung im Norden absetzen? Oder die Kosten im Süden? Was ist dann mit dem Verpflegungsmehraufwand und den Umzugskosten?

c) Kann es steuerlich Probleme geben, wenn ich nur 14-tägig fliege. Genügt das, um den Lebensmittelpunkt zu verdeutlichen?

d) Sofern ich doch einmal mit dem Auto fahre und nicht fliege, muss ich dann Tankbelege sammeln, oder wird ohnehin mit einer 30-Cent-Pauschale gerechnet und ggf. genügt das Aufschreiben, wann ich die Wohnungen verlassen und wieder erreicht habe?

e) Was droht mir, wenn ich mich NICHT ummelde? Strafen/Kosten? Und ist ein "Nebenwohnungsbeleg" der Behörde Voraussetzung für die steuerliche Absetzbarkeit?

Freundliche Grüße aus dem Süden!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:


Den Fiskus können Sie an den Kosten einer doppelten Haushaltsführung beteiligen. Neben Umzugskosten können Arbeitnehmer auch die Miete und Aufwendungen zur Heimreise absetzen. Viele Ausgaben sind Werbungskosten.

Die Zweitwohnung am Arbeitsort muss aus beruflichen Gründen erforderlich sein. Keine Rolle spielt es dagegen, ob die Zweitwohnung durch einen beruflichen oder privat veranlassten Umzug entsteht. Folge: Entscheidend ist nur, dass der zweite Wohnsitz dazu genutzt wird, um von dort aus den Arbeitsplatz schneller erreichen zu können, und sich der Lebensmittelpunkt in der weiter entfernten Hauptwohnung befindet. Keine Rolle spielt zudem, ob der Arbeitnehmer sich am Arbeitsort ein neues Domizil nimmt oder aus seiner ehemaligen Erstwohnung den Zweitwohnsitz macht.



Frage a:
Ja, die Möglichkeit haben Sie. Negative Konsequenzene sehe ich nicht.

Frage b:
Nein, denn absetzen können Sie eine Zweitwohnung nur, wenn berufliche Gründe vorliegen.

Frage c:
Nein, den Lebensmittelpunkt können Sie aufgrund von Umständen auch haben, wenn Sie seltener als 14-tägig zu Hause sind. Massgeblich ist der eigenen Hausstand. Als eigener Hausstand gilt bei Verheirateten immer der Ort, an dem die Familie lebt. Das Finanzamt unterstellt aber auch bei Lebensgefährten einen Hausstand, wenn sie dort gemeinsam und gegebenenfalls mit Kindern leben.


Frage d:
Sie können pauschal 30 Cent pro gefahrenen Kilometer oder die Ticketpreise für öffentliche Verkehrsmittel absetzen. Für wöchentliche Heimfahrten erkennt das Finanzamt 30 Cent pro Entfernungskilometer unabhängig vom dabei benutzten Verkehrsmittel an.

Frage e:
Wenn Sie unangemeldet wohnen, droht Ihnen ein Bussgeld. Absetzen können Sie die Wohnung dennoch durch Vorlage Ihres Mietvertrags. Je nach Finanzamt wird unterschiedlich gehandhabt, ob zusätzlich eine Meldebestätigung verlangt wird.





Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, stehe ich Ihnen dazu selbstverständlich zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl prüfen zu lassen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.


Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.06.2012 | 17:02

Meine Frage ist speziell unter a) und b) für mich nicht beantwortet, daher bitte ich noch einmal:

- Muss das Amt im Süden meinen Antrag auf Nebenwohnung genehmigen? Ja oder nein? Wie lautet die Rechtsgrundlage mit §§?

- Wenn ich die Nebenwohnung auf gar keinen Fall im Sünden anmelden kann, sondern dort nur den Hauptwohnsitz haben kann und dann im Norden mein Nebenwohnsitz ist, kann ich trotzdem den Lebensmittelpunkt im Norden haben und die doppelte Haushaltsführung geltend machen? Soll heißen, kann ich auf jeden Fall die doppelte Haushaltführung geltend machen, auch wenn mein Hauptwohnsitz im Süden ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.06.2012 | 12:05

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage hatte ich meiner Meinung nach beantwortet. Aber nochmals ausdrücklich:

a)
Das Amt muss Ihren Antrag/Anmeldung für die Zweitwohnung annehmen. Die Rechtsgrundlage ergibt sich aus den jeweiligen Meldegesetzen der Länder. Da diese aber alle unterschiedlich sind, kann eine genaue Angabe eines Paragraphen naturgemäß nicht erfolgen.


b)
Es wurde von mir bereits ausgeführt, dass Werbungskosten nur vom Zweitwohnsitz aus geltend gemacht werden können, vom Hauptwohnsitz aus nicht.

Das Finanzamt prüft den Zweitwohnsitz selbständig. Seitens des Finanzamtes ergeben sich die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung aus der Lohnsteuerrichtlinie 43. Entscheiden ist, wo sich Ihr Lebensmittelpunkt befinden. Insoweit kommt es für das Finanzamt nicht zwingend auf die Meldung beim Einwohnermeldeamt an, kann aber ein Indiz sein, dass der Erstwohnsitz am Arbeitsort liegt, so dass die Geltendmachung von Werbungskosten für die doppelte Haushaltsführung nicht anerkannt wird.

Liegt Ihr Hauptwohnsitz nach Meinung des Finanzamts im Süden, können Sie Ihre Werbungskosten nicht geltend machen.



Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können und würde mich über eine gute Bewertung freuen, andernfalls müssten Sie sich einfach nochmals melden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.06.2012 | 17:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen