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Hat eine Tante einen Anspruch auf den Pflichtanteil?

09.07.2011 21:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo, die Oma meiner Freundin möchte gerne das Sie das Haus erbt, die Tante meiner Freundin möchte aber gerne das meine Freundin Ihr den,den Pflichtanteil auszahlt!Die Mutter meiner Freundin würde auf Ihren Pflichtanteil verzichten!

Wie hoch wäre der Pflichtanteil, kann die Oma nicht festlegen das Sie das Haus nur an Ihre Enkelin vererbt ?

Oma hat zwei leibliche Kinder, und 3 Enkelkinder so wie ein Urenkelin!

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Zum besseren Verständnis sei kurz erläutert, was man unter dem Pflichtteil versteht.

Die Pflichtteilsproblematik stellt sich insbesondere dann, wenn bestimmte Personen, die kraft Gesetzes Erben wären, durch eine letztwillige Verfügung (Testament, Erbvertrag) von der Erbschaft ausgeschlossen, also enterbt, würden. Das Pflichtteilsrecht ist in den §§ 2303 bis 2338 BGB geregelt.

Das Pflichtteilsrecht läßt Abkömmlinge, Eltern und Ehegatten am Nachlaß teilhaben, wenn der Erblasser sie durch Testament oder Erbvertrag von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen hat.

Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.


2.

Wir haben als gesetzliche Erben die beiden Töchter der Oma (Erblasserin). Diese würden, gesetzliche Erbfolge vorausgesetzt, je zu ½ Erbinnen nach dem Tod der Oma. Dabei unterstelle ich, daß der Ehemann der Oma vorverstorben ist.

Durch das Testament der Oma würden die Erbinnen von der Erbschaft aber ausgeschlossen, da die Oma beabsichtigt, die Tochter (Ihre Freundin) einer ihrer beiden Töchter als Erbin einzusetzen.

Damit beliefe sich der Pflichtteilsanspruch der beiden Töchter der Oma auf je ¼ des Wertes des Nachlasses (Hälfte des gesetzlichen Erbteils).

Bei der Ermittlung der Höhe des Pflichtteils der Tante kommt ist zu berücksichtigen, daß die Mutter Ihrer Freundin keine Pflichtteilsansprüche geltend macht. Die Mutter wäre gesetzliche Erbin und wird bei der Berechnung des Pflichtteilsanspruches mitgezählt. Das ergibt sich aus § 2346 Abs. 2 BGB. Die Pflichtteilsquoten der übrigen Pflichtteilsberechtigten erhöht sich also nicht. Mithin beläuft sich der Pflichtteilsanspruch der Tante auf ¼.


3.

Zu fragen wird weiterhin sein, ob es sich bei dem Haus um das wesentliche (und vielleicht einzige) Vermögen der Erblasserin handelt. Ist das Haus nur Teil des Vermögens, würden die beiden Töchter Erbinnen des vermögens der Oma mit Ausnahme des Hauses. Das wiederum könnte zur Folge haben, daß keine Pflichtteilsansprüche oder Pflichteilsergänzungsansprüche entstehen.


4.

Da hier ein komplexer Problemkatalog abgearbeitet werden muß, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Selbstverständlich bin ich auch gern bereit, weiter beratend tätig zu werden, wobei jedoch zusätzliche Gebühren anfallen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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