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Handwerkerrechnung weicht signifikant vom Angebot ab

28.01.2020 10:20 |
Preis: 45,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Guten Tag, ich habe in meiner fremdvermieteten Wgh die Dusche reparieren lassen. Habe hierfür ein freibleibendes Angebot von einem Sanitärfachbetrieb erhalten. Das Angebot lag bei 2.000 €. Nach der Fertigstellung der Dusche habe ich zwei Rechnungen erhalten: Eine vom beauftragten Sanitärbetrieb über 1.500 € und eine vom Fliesenleger über 1.051€. Allerdings wurde eine separate Abrechnung mit Fliesenleger nie erwähnt, es wurde kein Angebot erstellt. Ich ging davon aus, dass das Angebot vom Sanitärbetrieb alle notwendigen Arbeiten finanziell abdecken würde, ich demnach auch nur eine Rechnung erhalten würde. Genauer Wortlaut gem Angebot: " Demontage und Einlagern der Duschtrennwand. Demontieren und
Entsorgen der Duschwanne. Neue Duschwanne montieren und
anschließen. Trennwand nach Abdichtung und Verfliesung durch ein
Fliesenlegerfachbetrieb wieder montieren." Anschliessend folgten diverse Positionen mit Preisen einschl Montage. Flisenarbeiten wurden nicht gesondert aufgeführt. Es wurde aber auch nicht erwähnt, dass diese Arbeiten separat abgerechnet werden. Wie bereits oben erwähnt: Ich ging davon aus, dass das Angebot vom Sanitärbetrieb alle notwendigen Arbeiten finanziell abdecken würde, ich demnach auch nur eine Rechnung erhalten würde. Zumal mir telefonisch zugesagt wurde, dass es nicht mehr als 2.000 € kosten wird. Das beauftragte Fachbetrieb hat das Ausführen der Fliesenlegerarbeiten von einer Subunternehmen erledigen lassen. Es sei mit Absprache mit mir erfolgt, hieß es später. Eine gesonderte Abrechnung wurde jedoch zu keiner Zeit erwähnt. Nun erhalte ich, noch vor der Rechnung des Sanitärbetriebes, eine Rechnung vom Fliesenleger in Höhe von 1.051€. Meine Unzufriedenheit mit der voraussichtlichen Abweichung vom Angebot in Höhe 1051 € habe ich ggü dem Sanitärbetrieb, der zu diesem Zeitpunkt noch keine Rechnung ausgestellt hatte, gleich telefonisch zum Ausdruck gebracht. Die finale Rechnung des Sanitärbetriebes betrug daraufhin 1.500€, sodass ich nun 551 € über dem Angebot liege, wenn ich beide Rechnungen zusammenaddiere. Dies ist mir trotzdem zu teuer. Ich wäre bereit max. 2.300 € zu zahlen, um meinen guten Willen und Zufriedenheit mit der Arbeit zu zeigen. Beide Unternehmen weigern sich die Rechnungen anzupassen. Ich fühle mich auch an der Nase herumgeführt. Wie darf ich vorgehen? Darf ich eine der Rechnungen kürzen? Wenn ja, welche: die vom Fliesenleger oder die von dem beauftragten Unternehmer? Wie sieht die Rechtslage aus?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung gerne wie folgt beantworte:

Ein freibleibendes Angebot ist nicht als Angebot zu verstehen, sondern als Aufforderung zur Abgabe eines Angebots (vgl. BGH Urteil vom 02.11.1995, Az. X ZR 135/93 ). Deshalb ist zu prüfen, ob Sie es dem Handwerker ermöglicht haben, zu einem von ihm bestimmten Preis zu arbeiten. Sollte die Vergütung nicht bestimmt worden sein, kann der Handwerker die übliche Vergütung im Sinne von § 632 Abs. 2 BGB verlangen. Zudem ist zu prüfen, ob Sie nicht entsprechende Rapport- oder Stundenzettel unterschrieben und deshalb den letztlich abgerechneten Preis akzeptiert haben.

Wenn man das freibleibende Angebot als Kostenvoranschlag ansehen würde, wird teils eine Überschreitung der Kosten um maximal bis zu 25% als unbeachtlich angesehen, wobei es insofern stets auf die Umstände des Einzelfalls ankommt.

Allerdings spricht angesichts der Umstände auch einiges dafür, dass der Handwerker Ihnen Schadenersatz schuldet, weil er Sie nicht über die höheren Kosten aufgeklärt hat, was als Verletzung einer vertraglichen Nebenpflicht im Sinne von §241 Abs. 2 BGB anzusehen sein dürfte.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie nochmals an die Gegner herantreten und die von Ihnen angedachte und wirtschaftlich sinnvolle Vergleichslösung suchen. Dabei sollten Sie sich Ihre Schadenersatzansprüche vorbehalten.

Eine abschließende Beurteilung ist erst in Kenntnis aller Details, insbesondere Prüfung der Schriftstücke, möglich. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser ersten Einschätzung weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2020 | 16:03

Wie bereits geschrieben, wurden weder höhere Kosten noch Abrechnung über ein Subunternehmen zu keiner Zeit erwähnt. D. h. die gesamte Betrag der Rechnung(en) darf das Angebot um max 25% übersteigen. Meine Frage war: Wessen Rechnung darf ich (mit dem Hinweis die Verletzung einer vertraglichen Nebenpflicht im Sinne von §241 Abs. 2 BGB) kürzen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2020 | 16:17

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Ich habe oben von einem möglichen Schadenersatzanspruch geschrieben. Hierfür wäre Ihr Vertragspartner (nicht dessen Gehilfe) Anspruchsgegner.

Eine abschließende Beurteilung ist aber erst in Kenntnis aller Details möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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