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Handwerkerrechnung erheblich höher als Angebot

25.06.2018 18:50 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Es lag ein Angebot von einem Gartenbauer für diverse Arbeiten vor. Die Brutto-Summe betrug rd. 3200€. Nach Erledigung der Arbeiten, wendet sich der Gartenbauer nun mit einer Forderung über 4500€ an uns (also etwa 40% höher).

Frage: Zu welcher Zahlung sind wir verpflichtet und welches Vorgehen empfehlen Sie?

Hintergrundinformationen

Das Angebot des Handwerkers war wie folgt gestaltet:
- Es war explizit als "Angebot" betitelt
- Vor den Einzelpositionen stand der Zusatz "ca." (also etwa "ca. 20 Std.").
- Vor der Endsumme stand kein "ca." Zusatz.
- An keiner Stelle stand, dass das Angebot unverbindlich ist. Auch stand nirgendwo, dass nach tatsächlich geleisteten Stunden abgerechnet wird. (Insgesamt gab es auf dem Angebot keine weiteren Hinweise).

Ablauf:
- Wenige Tage nach Empfang der Rechnug habe ich den Auftrag per E-Mail erteilt und der Gartenbauer den Auftrag bestätigt.
- Während der Arbeiten wurden wir nicht auf Mehrarbeiten/-kosten hingewiesen.

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich würde nur das sagen, was im Angebot stand, denn es gilt nach
dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

§ 649 Kostenanschlag

"(1) Ist dem Vertrag ein Kostenanschlag zugrunde gelegt worden, ohne dass der Unternehmer die Gewähr für die Richtigkeit des Anschlags übernommen hat, und ergibt sich, dass das Werk nicht ohne eine wesentliche Überschreitung des Anschlags ausführbar ist, so steht dem Unternehmer, wenn der Besteller den Vertrag aus diesem Grund kündigt, nur der im § 645 Abs. 1 bestimmte Anspruch zu.

(2) Ist eine solche Überschreitung des Anschlags zu erwarten, so hat der Unternehmer dem Besteller unverzüglich Anzeige zu machen."

Das beinhaltet zugleich ein Kürzungsrecht beziehungsweise Zurückbehaltungsrecht hinsichtlich der überschießenden Vergütung, die hier zu viel gefordert wurde.

Denn so oder so muss sich der Werkunternehmer melden, egal ob Sie dann das vorgenannte Recht oder gleich die Kündigung ausspechen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 26.06.2018 | 08:49

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

zunächst Danke für Ihre Antwort.

Leider verstehe ich die Relevanz Ihrer Antwort nicht im Geringsten. Ich hatte geschrieben, dass es sich beim Schreiben des Gartenbauers um ein Angebot handelt, nicht um einen Kostenvoranschlag. Dies sind im BGB meines Wissens unterschiedliche Konstrukte (Kostenvoranschlag§§ 650 u. 632 Abs. 3 BGB vs. Angebot §§ 145 bis 150 BGB).

Entweder ist Ihre Antwort für meine Frage nicht relevant oder aber Sie vetretren hier die Meinung, dass durch das Wort "ca." trotz der expliziten Betitelung des Scheibens als "Angebot" von einem Kostenvoranschlag ausgegangen werden muss. Über eine kurze Erläuterung würde ich mich freuen.

Beste Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.06.2018 | 06:46

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen gerne wie folgt: Gut, man müsste das „Angebot" in Augenschein nehmen, um näheres sagen zu können.

Glücklicherweise führt aber beides zum Ziel:
Sollte es ein Angebot sein, welches Sie angenommen haben, dann ist dieses rechtsverbindlich und kann nicht mehr einseitig ohne weiteres geändert werden.

Dann könnte man sich nur auf die Störung beziehungsweise Wegfall einer Geschäftsgrundlage berufen und eine Anpassung verlangen, was hier aber nicht geht, da die Kalkulation das einseitige Risiko des Werkunternehmers ist, §§ 313 u. 314 BGB.

Daher ist so oder so der viel höhere Preis nicht gerechtfertigt.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg Rechtsanwalt

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