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Handwerkerrechnung - Erneuerung von Küchenschränken


| 31.10.2016 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Wir hatten vor etlichen Wochen einen Wasserschaden bei dem u.A. 3 Küchenschränke beschädigt wurden. Diese sind vom Lieferanten nicht mehr lieferbar - also nachbauen. Die Versicherung hat die Kostenübernahme bestätigt.
Ich habe einen örtlichen Möbeltischler beauftragt. Nachdem er dann nach Wochen die "neuen" Schränke montiert hat, haben wir uns das Werk mal genauer angesehen. Hierbei stellten wir fest, dass die Korpusse lediglich ausgebessert/repariert wurden und nicht, wie vereinbart, erneuert worden sind.

Hier der orig. Rechnungstext:
3 Schrank Korpusse demontieren, erneuern und ergänzen unter Verwendung der vorhandenen Auszüge und Beschläge.
Material € 529,00
Demontage € 196,00
Fertigung € 588,00
Montage € 194,00
zzgl. MwSt.

Dazu muss ich sagen, dass die Fronten und Auszüge nicht beschädigt waren und, wie besprochen, wiederverwendet werden sollten.

Als ich den Tischler heute zur Rede gestellt habe, meinte er, dass er es so gemeint hatte, dass er die Korpusse ausbessert. Dies war m.E. aber so nicht kommuniziert - die Korpusse sollten erneuert werden.

Als ich Ihn auf die Materialkosten ansprach, äußerte er sich dahingehend, "dass ja mehr hätte ausgewechselt werden können, wenn notwendig". Faktisch hat er 4 Bretter getauscht und ein paar Abschlußprofile neu aufgeklebt. Materialaufwand schätzungsweise unter € 100,00.

Er sah dies nicht ein und wir haben uns ohne Einigung getrennt.

Meine Fragen:

1. Ist dies ein Betrug und sollter der zur Anzeige gebracht werden?
2. Da er keine neuen Schränke fertigen will. Kann ich einen anderen Tischler beauftragen und die Differenz dieser Kosten zum bewilligten Betrag der Versicherung von Ihm einfordern?
3. Muss ich ihm eine "Nachbesserung" ermöglichen?
4. Kann ich den Mehraufwand der sich hieraus ergibt geltent machen (Zeitaufwand/Urlaubstag)?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

leider kommt es häufig vor, dass es bei der Auftragsverteilung zu Missverständnissen kommt.

Ein Betrug würde aber nur dann vorliegen, wenn unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gehandelt worden wäre. Da das nicht nachzuweisen sein wird, kommt ein Betrug daher nicht in Betracht.

Nicht nachvollziehbar ist nach Ihrer Darstellung, warum er keine neuen Schränke fertigen will, zumal die Versicherung die Kostenübernahme bestätigt hat.

Bevor Sie aber die Leistung ablehnen und einen neuen Tischler beauftragen (Selbstvornahme), müssen Sie den alten Tischler nachweisbar unter Fristsetzung zur Nachbesserung auffordern. Dieses Nachbesserungsrecht hat der Tischler.

Teilen Sie ihm auch mit, dass Sie bei Weigerung einen anderen Tischler beauftragen werden.

Erst wenn die angemessene Frist (drei Wochen dürften wohl reichen) verstrichen ist, geht man von einer ernsthaften und endgültigen Erfüllungsverweigerung aus.

Dann erst können Sie einen anderen Handwerker beauftragen.

Ich würde Ihnen raten, das Vorgehen mit der Versicherung abzuklären. Vielleicht übernimmt diese die Kosten des neuen Tischlers und der Alte muss dann eben sehen, wie er sich mit Ihnen auseinandersetzt.

Eine Nachbesserung muss angeboten werden. Sie müssen ihm also Gelegenheit dazu geben.

Leider ist die Rechtsprechung bei Mehrkosten eindeutig: Diese Mehrkosten gibt es – anders als bei einer verschuldensunabhängigen Haftung z.B. bei Verkehrsunfällen - nicht ersetzt.


Zusammenfassend sind Ihre Fragen daher wie folgt zu beantworten:

1.) Nein; auf eine Anzeige sollten Sie verzichten.
2.) Erst wenn seine Weigerung ernsthalt und endgültig ist.
3.) Ja, diese Pflicht haben Sie.
4.) Nein, diese Kosten können Sie nicht verlangen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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