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Handwerkerrechnung 28 % über Angebot

| 12.05.2009 22:05 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


19:58
Von einem Bauunternehmer ließ ich mir ein Angebot über einen
Wanddurchbruch in Höhe von rd. 6800 € erstellen. Im Lauf der Ar-
beiten stellte sich heraus, dass es sich nicht um reines Mauerwerk
handelt, sondern um solches mit Beton ausgegossenem. Die Arbeiten
waren dadurch zeitaufwendiger; die zusätzlichen Tätigkeiten wurden
nach Stundennachweis verrechnet, so dass sich eine Endsumme von
ca. 8800 € ergab.
Frage: Muss ich den zusätzlichen Aufwand voll tragen? Hätte sich der
Bauunternehmer nicht vorher von der Beschaffenheit der Mauer überzeugen müssen?
12.05.2009 | 23:01

Antwort

von


(561)
Mädewalder Weg 34
12621 Berlin
Tel: 030.56702204
Web: http://www.RafBB.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Bei einem Kostenvoranschlag handelt es sich zunächst nur um eine unverbindliche fachmännische Berechnung der voraussichtlichen Kosten einer noch zu erbringenden Werkleistung durch den Unternehmer. Die Erstellung eines Kostenanschlags setzt voraus, dass der Unternehmer sich über die zugrundeliegenden Bedingungen informiert, wenn er eine fachmännische Kalkulation vornehmen soll. Dazu gehört es auch, daß er als Fachmann die für die Preisermittlung wesentlichen Umstände abklärt und er sich die notwendigen Angaben vom (künftigen) Besteller oder von dritter Seite besorgt, im übrigen die Angaben des künftigen Bestellers nachprüft oder ergänzt; OLG Köln, Urteil vom 5. 9. 1997 - 19 U 238-94.

Eine unwesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlages muss der Auftraggeber hinnehmen. Unwesentlich ist eine Abweichung von bis zu 15-25%.

2.
Wird der Kostenvoranschlag wesentlich überschritten, hat der Unternehmer den Auftraggeber zu informieren. Der Auftraggeber kann in diesem Falle den Vertrag kündigen und muss nur die Kosten für die bereits geleisteten Arbeiten tragen. Lässt der Auftraggeber trotz Hinweis durch den Unternehmer die Arbeit weiter ausführen, hat er den kompletten Werklohn zu zahlen.

3.
Hat der Unternehmer den Auftraggeber auf die Abweichung nicht hingewiesen, macht er sich schadensersatzpflichtig, soweit ein Schaden entstanden ist. Ob ein Schaden allein durch die Verletzung der Anzeigepflicht entstanden ist, wird von den Gerichten unterschiedlich beurteilt. Dabei kann eine etwaige fehlerhafte Erstellung des Kostenvoranschlages ausschlaggebend sein. Ob der Unternehmer mit der Beschaffenheit der Mauer rechnen musst und diese deshalb entsprechend untersuchen musst Du, kann von hier jedoch nicht beurteilt werden und kann im Zweifel nur von einem Gutachter beurteilt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Rückfrage vom Fragesteller 15.05.2009 | 18:25

Während ich eine Frage bez. Angebot stellte, sprechen Sie in Ihrer
Antwort nur von einem Kostenvoranschlag. Ist dieser mit einem Angebot gleichzusetzen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.05.2009 | 19:58

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Ein Angebot ist mit einen Kostenvoranschlag gleichzusetzen, wenn es nicht ein verbindliches Festpreisangebot ist. Da ein Festpreisangebot eher selten von Bauunternehmen abgegeben wird, bin ich von einem unverbindlichen Angebot ausgegangen. Dann gilt das oben gesagte.

2.
Hatten Sie einen verbindlichen Festpreis mit dem Bauunternehmer vereinbart, muss er dies gegen sich gelten lassen und Sie müssen nur den vereinbarten Preis zahlen.

Hat der Bauunternehmer aber während der Arbeiten festgestellt, dass der Umfang größer ist als erwartet und Ihnen ein neues Angebot gemacht (Mehrarbeit auf Stundenbasis), welches Sie angenommen haben, müssen Sie diese neue Vereinbarung gegen sich gelten lassen.

Im Zweifel müssten Sie den Abschluss einer Festpreisvereinbarung beweisen. Der Bauunternehmer, dass es sich um ein unverbindliches Angebot gehandelt hat bzw. dass es während der Arbeiten zu einer Änderung des Vertrages kam.

3.
Ob das Angebot als verbindlich zu beurteilen ist, kann aber erst nach Sichtung des Angebots beurteilt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 17.05.2009 | 19:12

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