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Handwerkerpfusch - Wer haftet?


19.12.2006 08:27 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Wir haben für unser neu gebautes Haus über das Internetprotal "My Hammer" einen Auftrag über Fliesen verlegen unseres gesamten Kellerbereiches vergeben. Der Handwerker hat sehr schlechte Arbeit geleistet, war sehr unzuverlässig, ist oftmals mehrere Tage bis Wochen nicht bei uns erschienen, hat dann irgendwann mal weitergemacht. Nach mehrfachem Drängen unsererseits seine Fehler zu beheben und auch nach mehrfacher Kritik an seiner Arbeit hatte er uns eine SMS geschrieben mit der Aussage er wölle ja auch kein Geld - unserer Meinung nach um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Irgendwann erschien er garnicht mehr zur Arbeit ohne ersichtlichen Grund. Nun stehen wir da mit einem verhunstem Keller und ohne Handwerker. Allerdings hat er von uns auch noch kein Geld bekommen und macht auch keine Anstalten es bei uns einzufordern. Auf eine schriftliche Fristsetzung unsererseits mit der Androhung von Konsequenzen erfolgte keine Reaktion. Was können wir tun umn den Handwerker in die Verantwortung zu ziehen? Es gibt keine schriftliche Abmachung, alles wurde mündlich geregelt. Gibt es irgendeine Möglichkeit hier noch etwas gerade zu biegen, evt. auch durch Haftung dieses Handwerkers für die nun entstandenen neuen Kosten, denn wir müssen den Pfusch reparieren lassen von einem anderen Fliesenleger, wobei hier nicht alles repariert werden kann,d.h. der Keller bleibt verpfuscht. Ich bitte dringend um jurisitschen Rat. Vielen Dank!!

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Sehr geehrte Ratsuchende,


auch mündliche Verträge sind bindend mit der Folge, dass der Handwerker auch Schadensersatz zu leisten hat.

Dieses wird letztlich eine Frage der Beweisbarkeit werden, wobei Sie ausführen, dass es eine sms gäbe. Diese sollten Sie unbedingt manifestieren, da damit der Auftrag (und damit die Haftung) nachgewiesen werden kann.

Führen Sie nun schriftlich die Mängel so genau wie möglich auf und fordern Sie den Handwerker nochmals mit Einschreiben/Rückschein zur Mängelbeseitigung auf. Teilen Sie unmißverständlich mit, dass Sie nach Fristablauf dann die Mängelbeseitigung auf seine Kosten vornehmen lassen werden (zwar ist es grundsätzlich ratsamer, immer auf Erfüllung zu gehen, was aber in diesem Fall wohl nicht mehr möglich ist).

Lassen Sie die Mängel vor Beseitung schriftlich begutachten; ratsam (aber auch teuerer) wäre ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren, um die Mängel dann gerichtsverwertbar zu manifestieren.

Danach könnten Sie dann entweder

a) einen Kostenvoranschalg einholen und den Handwerker auf Zahlung nach Kostenvoranschlag verklagen; dieser muss dann die Kosten vorauaslagen, Sie können die ARbeiten vergeben, müssen dann aber abrechnen (wird es teuerer, muss der Handwerker nachzahlen; wird es billiger, müssen Sie den Überschuss zurückzahlen).

b) die Arbeiten durchführen lassen und die Kosten geltend machen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
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