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Handwerkerpfusch

| 07.06.2009 13:40 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Ende März 2009 habe ich bereits mehrfach mündlich, zuletzt schriftlich (Einschreiben mit Rückschein, der auch zurückgesendet wurde) bei einer Firma folgende Installationsarbeiten reklamiert: Der Umsteller zwischen Hand- und Kopfbrause an einem komplett neu von dieser Firma errichteten Bad funktioniert nicht. Laut Kundendienst der Armaturenfirma, die bereits zweimal da war, handelt es sich defintiv nicht um einen Fehler der Herstellerfirma, sondern um einen Fehler durch den Installateur. Die neu verflieste Wand müsste dazu nochmals aufgestemmt werden. Das Einschreiben mit der Mängelrüge und der Aufforderung diesen Mangel innerhalb von 14 Tagen zu beseitigen, bzw. eine Zeitvorstellung zu nennen, wurde nicht beantwortet.
Auch ein Anruf bei der entsprechenden Handwerkskammer, die sich für nicht zuständig erklärte, brachte keinen Erfolg:
Ich habe keine Rechtsschutzversicherung. Daher stellt sich nun für mich folgende Frage:
Soll ich auf eigene Kosten eine andere Firma beauftragen, den Mangel zu beseitigen oder besteht eine Aussicht auf Durchsetzung meiner Ansprüche durch einen Anwalt?
Ich befürchte, dass es viel kostengünstiger ist, eine neue Firma zu beauftragen, statt mich auf Anwaltsgebühren, Gutachten, eventuelle Gegengutachten usw. einzulassen?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Letztendlich geht es Ihnen um die Frage, ob eine Durchsetzung der Kosten, die Ihnen durch die Beauftragung einer anderen Firma entstehen, erfolg verspricht oder nicht.

Sie sollten die Mängelbeseitigung in jedem Fall durch eine Drittfirma ausführen lassen, um eine entsprechende Nutzung der Dusche zu erreichen.

Sofern nämlich die bauausführende Firma eine Mängelbeseitigung nicht vornimmt und nicht reagiert, erreichen Sie letztendlich die Mängelbeseitigung nicht und können die Dusche nicht entsprechend nutzen.

Die Kosten der Beauftragung einer Drittfirma wären zunächst durch Sie zu tragen. Diese Kostentragung ziehen Sie ja ohnehin in Erwägung.

Diese Kosten könnten Sie gegenüber der ersten Firma jedoch nach § 637 Abs. 1 BGB ersetzt verlangen.

Ob Sie dies letztendlich geltend machen, liegt in Ihrer Entscheidung.
Dabei sind dann die Erfolgsaussichten und das Kostenrisiko für Anwalts- und Gutachtenkosten zu berücksichtigen. Bezüglich der Erfolgsaussichten der Durchsetzung der Ansprüche ergeben sich nachfolgende Erwägungen.

Entscheidend ist letztendlich, ob tatsächlich ein Mangel in der Bauausführung durch die zunächst beauftragte Firma vorliegt. Die ist eine Tatsachen- und somit Beweisfrage, die sich derzeit nicht abschließend beurteilen lässt und somit die Erfolgsaussichten mit 50 % zu beurteilen sind.

Ein erster Anhaltspunkt der jedoch für Sie spricht, ist jedoch, dass die Herstellerfirma der Armatur einen Materialfehler ausschließt. Jedoch dürfte sich dies nur nach der Mängelbeseitigung durch eine andere Baufirma tatsächlich herausstellen.

Sollte die Zweitfirma dieselbe Armatur verbauen und danach eine Umstellung problemlos erfolgen, lege in der Tat ein Mangel in der Bauausführung vor, die sich durch Zeugenaussage der Herstellerfirma und Zweitfirma die die Mängelbeseitigung vornimmt belegen lassen.

Die übrigen Voraussetzungen für die Kostenerstattungspflicht der zu erst beauftragten Firma lägen auch vor.

Sofern davon auszugehen ist, dass ein Mangel in der Bauausführung vorlag können Sie nach § 635 Abs. 1 BGB die Nacherfüllung und Beseitigung des Mangels von dem zunächst beauftragten Unternehmer verlangen.

Da der Unternehmer nach erfolgter Nachfristsetzung zur Mängelbeseitigung nicht reagiert, geschweige denn den Mangel des Werks beseitigt hat, können Sie nach § 637 Abs. 1 BGB die erforderlichen Aufwendungen verlangen, die durch die Mängelbeseitigung durch eine Zweitfirma entstanden sind.

Eine Durchsetzung der Ansprüche ggf. mit anwaltlicher Hilfe ist also dann ratsam, wenn die Zweitfirma dieselbe Armatur verbaut und danach der Mangel nicht mehr besteht.

Die Anwaltskosten würde sich nach dem Gegenstandswert berechnen, also nach den Kosten der Mängelbeseitigung durch eine Zweitfirma, die Sie dann als Schadensersatzanspruch geltend machen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.06.2009 | 21:39

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 09.06.2009 5/5,0
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