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Handwerkerkosten bei mietfreier Überlassung

13.07.2021 13:20 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Die Situation:

Unserer Tochter und Schwiegersohn haben wird mietfrei ein Wohnhaus überlassen.
Weil wir die Abtragung und Zinsen der Grundschuld für den Hauserwerb nicht aus unseren eigenen Mitteln leisten können, erhalten wir monatlich einen Betrag der sich
a) aus der Rate an die Gläubigerbank und
b) zur Bildung einer Rücklage für Reparaturarbeiten usw.
zusammensetzt.
Einen finanziellen Vorteil haben wir nicht. Das Haus soll in 2022 nach Ablauf der Zinsbindung und mit dem Anschlusskreditvertrag auf die Kinder überschrieben werden.

Die Frage:

Es sind Kosten für die Erneuerung der Öltankanlage angefallen.
Wer kann die angefallenen Handwerkerkosten steuerlich geltend machen
(Eltern oder Kinder)?
Spielt die Rechnungslegung oder wer bezahlt die entscheidende Rolle
(müssen Adressat der Rechnung und Bezahler übereinstimmen)?
Anmerkung dazu: Die Rechnung ist auf uns ausgestellt und die Bezahlung erfolgt aus der Rücklage.

13.07.2021 | 15:11

Antwort

von


(355)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

eine Geltendmachung der Kosten käme allenfalls dann in Frage, wenn Sie hier die Zahlung durch Tochter und Schwiegersohn als Mieteinnahmen versteuern und in diesem Rahmen die Kosten für die Heizung als Werbungskosten geltend machen.

Nach § 21 Absatz 2 Einkommensteuergesetz kann eine Vermietung auch schon dann vorliegen, wenn die Mieteinnahmen nur 50 % oder mehr der ortsüblichen Mieteinnahmen betragen.

Zitat:
§ 21
(1) Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind
1. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen, insbesondere von Grundstücken, Gebäuden, Gebäudeteilen, Schiffen, die in ein Schiffsregister eingetragen sind, und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht);
2. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung von Sachinbegriffen, insbesondere von beweglichem Betriebsvermögen;
3. Einkünfte aus zeitlich begrenzter Überlassung von Rechten, insbesondere von schriftstellerischen, künstlerischen und gewerblichen Urheberrechten, von gewerblichen Erfahrungen und von Gerechtigkeiten und Gefällen;
4. Einkünfte aus der Veräußerung von Miet- und Pachtzinsforderungen, auch dann, wenn die Einkünfte im Veräußerungspreis von Grundstücken enthalten sind und die Miet- oder Pachtzinsen sich auf einen Zeitraum beziehen, in dem der Veräußerer noch Besitzer war.
2§§ 15a und 15b sind sinngemäß anzuwenden.
(2) Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu Wohnzwecken weniger als 50 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, so ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Beträgt das Entgelt bei auf Dauer angelegter Wohnungsvermietung mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete, gilt die Wohnungsvermietung als entgeltlich.
(3) Einkünfte der in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten Art sind Einkünften aus anderen Einkunftsarten zuzurechnen, soweit sie zu diesen gehören.


Wenn also die Wohnung für eine Summe von 1.000 € am freien Markt zu vermieten wäre und Sie erhalten 600 € würde das im Grunde schon reichen, um hier eine Vermietung anzunehmen. Eine weitere Voraussetzung wäre, dass Sie in der Totalbetrachtung mit der Vermietung Gewinn machen. Das ist aber in der Regel immer der Fall, da die Abschreibung relativ gering ist (in der Regel 2 % der Kaufpreises) und Sie nur die Zinsbelastung, nicht aber den Abtrag gegenrechnen können. Kehrseite ist natürlich, dass Sie auf den Überschuss auch Steuern zahlen müssen. Allerdings kann sich das dennoch lohnen, der Kaufpreis für die Heizung kann dann voll verrechnet werden, bei einer besonders teuren Heizung ist auch ein Verlustvortrag möglich. Das Sie das Haus übertragen wollen sollten Sie dem Finanzamt allerdings noch nicht mitteilen, ansonsten kommen hier Zweifel an einer Gewinnerzielungsabsicht auf.

Ob sich das Absetzen der Heizung unter gleichzeitiger Angabe der Einkünfte aus Vermietung lohnt müssen Sie sich dann überlegen, allerdings wäre es ratsam (eventuell nach Beratung mit einem Steuerberater vor Ort) hier jetzt schon eine abschließende Regelung zu treffen. Umgekehrt könnten nämlich die Zahlungen durch Tochter und Schwiegersohn an Sie als Schenkung betrachtet werden. Dabei gilt alle 10 Jahre je Kind/Schwiegerkind ein Freibetrag von 20.000 €, bei Zahlung an beide Eltern also insgesamt maximal 80.000 €. Wird dieser Betrag überschritten ist zumindest theoretisch Schenkungssteuer zu zahlen.

Ihre Tochter bzw. der Schwiegersohn werden die Ausgaben leider kaum absetzen können, hier wäre es allenfalls möglich die reinen Kosten für Arbeitsstunden vor Ort in Höhe von zu 20 % als haushaltsnahe Dienstleistung abzusetzen oder die Kosten bei einer möglichen Schenkungssteuer gegenzurechnen.

Im Ergebnis können Sie die Kosten nur geltend machen, wenn Sie gleichzeitig Einnahmen aus Vermietung erklären. Da Sie hierfür aber dann wieder eine günstige Gewinnprognose erstellen müssen macht das Ganze voraussichtlich wenig Sinn, insbesondere da Sie das Haus bald abgeben wollen.

Ich hoffe damit Ihre Frage trotz der wohl nicht ganz erhofften Antwort zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


ANTWORT VON

(355)

Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
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