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Handwerker wählt Hinhaltetaktik bei Ausbesserung mangelhafter Arbeiten - Vorgehen

| 26.10.2008 18:44 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte um eine rechtliche Bewertung einer Auseinandersetzung mit einem Handwerksbetrieb nach mangelhafter Ausführung eines über das Internet versteigerten Auftrags.

Über eine Internet-Plattform versteigerte ich einen Auftrag zur Renovierung eines Raumes in meiner Privatwohnung. Den Zuschlag erhielt ein vermeintlicher "Altgesellenbetrieb". Gegenstand des Auftrags war die Entfernung alter und Anbringung neuer Tapeten. Das Material mit Ausnahme von Werkzeugen wurde dem Auftragnehmer zur Verfügung gestellt. Der Auftragnehmer hat den Auftrag über eine Woche in mehreren Sitzungen ausgeführt und am letzten Arbeitstag sein Honorar (350 EUR) per Überweisung erhalten.

In der Auftragsbeschreibung war explizit gefordert, dass die Arbeiten professionell ausgeführt werden müssen, was allerdings nicht erfolgt ist. Nach Abschluss der Arbeiten sind alle Wände völlig unregelmäßig und mit einer Vielzahl von Blasen und Erhebungen entstellt, die offensichtlich auf eine nicht fachgerechte Arbeitsweise zurückzuführen sind.

Am letzten Arbeitstag erklärte der Auftragnehmer, diese Blasen und Erhebungen unter der neuen Tapete würden innerhalb weniger Tage verschwinden, was mich leider zur sofortigen Zahlung veranlasste. Die Aussage hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Die Fehler sind immer noch unverändert vorhanden. Der Raum ist in dieser Form damit seit mehreren Wochen faktisch nicht bewohnbar.

Per anschließendem Telefonat wurde der Auftragnehmer auf die Missstände hingewiesen und zur Nachbesserung aufgefordert. Der Auftragnehmer schlug einen Termin vor, zu dem er ohne Entschuldigung/Nachricht nicht erschien. Nach meinem Anruf gab der Auftragnehmer dann den Folgetag als neuen Termin an, zu dem er erneut unentschuldigt nicht erschien. Stattdessen ging bei mir einen weiteren Tag später eine SMS ein, in welcher der Auftragnehmer den folgenden Samstag als neuerlichen Termin vorschlug.

Angesichts dieses Verlaufs setzte ich der Firma formal per E-Mail eine Frist von sieben Tagen zur Beseitigung der Mängel. Es entwickelte sich eine E-Mail-Diskussion, in welcher der Auftragnehmer u.a. behauptete, er habe vor den Arbeiten nicht absehen können, dass "der Untergrund sich löst", und er sei insofern für das mangelhafte Ergebnis nicht zur Verantwortung zu ziehen, würde aber dennoch aushelfen wollen. Ich schlug den vorher vom Auftragnehmer selbst ins Spiel gebrachten Samstag als Termin vor. Der Auftragnehmer erschien erneut nicht und forderte später per E-Mail, es solle ein "vernünftiger Termin" ausgemacht werden. Ich schlug drei weitere Termine als Alternativen vor, woraufhin der Auftragnehmer in einen dieser Termine einwilligte. Zur vereinbarten Zeit erschien er erneut nicht. Am darauffolgenden Tag erklärte der Auftraggeber abends per E-Mail, ich habe "wieder mal einen Termin nicht bestätigt" und fragte, "was los sei". Die siebentägige Frist zur Ausbesserung ist am darauf folgenden Tag verstrichen.

Da mit dieser Firma keine vernünftige Zusammenarbeit möglich ist und diese offenbar weder willens noch fähig ist, das schlechte Ergebnis ihrer Arbeiten zu korrigieren, sehe ich mich zum Erhalt meiner Lebens-/Wohnqualität gezwungen, schnellstmöglich eine andere Firma zu beauftragen. Gibt es eine Möglichkeit, zumindest Teile des zuvor gezahlten Honorars (renovierte Decke ist in Ordnung) wirksam zurückzufordern oder noch besser die Kosten für die Beauftragung der anderen Firma in Rechnung zu stellen (wenn eine andere Firma ausbessert, könnten aufgrund des ruinierten Untergrundes die Gesamtkosten noch viel höher werden als der ursprünglich lediglich geplante Wechsel der Tapeten)? Wenn ja, wie sollte man hier sinnvollerweise vorgehen?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Sofern die Ausführungen mangelhaft sind, wovon auf Grund Ihrer Ausführungen auszugehen ist, haben Sie zunächst die Möglichkeit, Nachbesserung durch den ausführenden Handwerker zu verlangen. Dies ist nunmehr trotz mehrere Versuche fehlgeschlagen bzw. durch den Unternehmer abgelehnt worden.

Daher haben Sie nunmehr die Möglichkeit, zu mindern oder die Kosten der ersatzweisen Vornahme der Mangelbeseitigung dem Bauunternehmer in Rechnung zu stellen. Dabei sollten Sie sich jedoch für die Geltendmachung eines Anspruchs entscheiden, da die Selbstvornahme der Mangelbeseitigung zwar den Ersatz der hierfür entstehenden Kosten notwendig macht, den Anspruch auf Minderung aber ausschließt.

Im Rahmen der Minderung setzen Sie den gezahlten Kaufpreis im Verhältnis der Minderwertigkeit der Ausführungen zu einer einwandfreien Ausführung herab. Anderenfalls machen Sie die konkret angefallenen Kosten der Beseitigung der Mängel als Schadensersatz geltend.

Gleich für welche Variante Sie sich entscheiden, so sollten Sie dem Bauunternehmer nochmals schriftlich mitteilen, dass Sie ihn auf Grund der bestehenden Mängel nochmals zur Nacherfüllung innerhalb einer angemessenen Frist (1 Woche) auffordern. Sogleich sollten Sie ihn darüber in Kenntnis setzen, dass Sie im Falle des Verstreichenlassen des Termins von Ihrem Recht auf Minderung bzw. Kostenersatz Gebrauch machen werden.

Sofern die Ausführung weiterführende Schäden an dem darunterliegenden Untergrund verursacht haben sollte, können Sie auch diese Kosten der Wiederherstellung im Rahmen des Schadensersatzes geltend machen. Daher sollten Sie sich in Ihrem Schreiben die Geltendmachung weitere Schadensersatzansprüche ausdrücklich vorbehalten.

---

Abschließend erlaube ich mir, Sie auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Kristin Pietrzyk
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 26.10.2008 | 22:20

Sehr geehrte Frau Pietrzyk,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort und die wertvollen Hinweise. Bitte gestatten Sie eine kurze Nachfrage:

Sie empfehlen, dem Handwerker noch einmal eine Frist von einer Woche zur Nachbesserung zu setzen und ihn bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass ich bei Verstreichen der Frist Minderung oder Kostenersatz geltend machen werde. In meiner vorherigen schriftlichen Aufforderung hatte ich allerdings bereits folgenden Wortlaut gewählt: "Ich fordere Sie hiermit auf diesem Wege letztmalig auf, die bestehenden Mängel innerhalb von sieben Tagen nach Zugang dieser Nachricht zu beseitigen. Sollten Sie dem nicht nachkommen, werde ich unverzüglich eine andere Firma mit den Ausbesserungsarbeiten beauftragen und Ihnen die damit verbundenen Kosten in Rechnung stellen."
Ist auch unter diesen Umständen eine weitere Frist unbedingt ratsam oder kann nicht berechtigterweise bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine weitere Firma ins Spiel kommen, deren Kosten beim anderen Handwerker beizutreiben wären?

Vielen Dank noch einmal für Ihre Bemühungen und mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2008 | 23:27

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Die von Ihnen geschilderte Aufforderung entspricht den Anforderungen voll und ganz. Mithin ist einen nochmalige Fristsetzung entbehrlich.

Mit freundlichen Grüßen

Kristin Pietrzyk
Rechtsanwältin


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Bewertung des Fragestellers 27.10.2008 | 10:05

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.10.2008 4,6/5,0
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