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Handwerker verschafft sich Auftrag mit falschen Referenzen

26.02.2021 15:08 |
Preis: 49,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


16:19

Wir haben einen Handwerker (aus der näheren Umgebung) für die Instandhaltung einer Außentreppe bestellt. Der Mann kam, hat gemessen und uns Steinteppich als Belag empfohlen. Als Beispiel hat er uns Fotos seiner letzten Arbeiten gezeigt. Das hat uns gut gefallen und wir haben um Abgabe eines Angebots gebeten.

Dieses kam auch einen Tag später. Da es für uns im annehmbaren Bereich lag, haben wir telefonisch zugesagt. In diesem Telefonat bat der Herr dann um Anzahlung von 950 Euro, da die Materialien hier mehrere tausend Euro kosten und er in Vorleistung treten muss. Das haben wir dann getan. Die Anzahlung wurde auch schriftlich bestätigt.

2 Tage später wollte er vorbeikommen und das Material und Werkzeug bringen, um am kommenden Montag zu starten. Er kam jedoch nicht zur vereinbarten Zeit und hat sich nach telefonischer Rückfrage mit einem Notfall entschuldigt. Also wurde ein neuer Termin ausgemacht. Auch hier erschien der Mann nicht. Als wir angerufen haben, war er betrunken und konnte sich kaum artikulieren.
Am kommenden Tag haben wir nochmal angerufen. Er hat sich entschuldigt und ist dann tatsächlich am selben Abend mit ein wenig Material (Wert ca. 120 Euro) gekommen. Auch da stank er extrem nach Alkohol. Wir haben dann um nüchterne Arbeitsaufnahme am kommenden Montag gebeten.
Er wäre um 8 Uhr da. Kam natürlich nicht und war auch telefonisch nicht zu erreichen.

Beim Googlen nach Steinteppich-Treppen sind wird durch Zufall auf alle Fotos gestoßen, die er als seine letzten Werke ausgegeben hat. Alle diese sind von einer Homepage eines großen Herstellers kopiert. Weiterhin habe ich durch meine Bank erfahren, dass das Firmenkonto auf die Schwester des Mannes läuft.

Als ich den Herrn dann doch noch telefonisch erreicht habe und ihn mit all diesen Fakten konfrontiert habe, wollte er sich damit rechtfertigen, er lebe in Scheidung und daher gäbe er das Konto seiner Schwester auf seinen Rechnungen an. Weiterhin sähen seine Arbeiten genauso aus wie die Beispielfotos und er hätte seine aus Versehen alle gelöscht.

Ich habe ihm erklärt, dass wir unter diesen Voraussetzungen keinesfalls mit ihm weitermachen können. Der Vertrag wäre ohne seine Lügen nie zustande gekommen. Wir möchten bitte die Anzahlung zurück, gerne abzüglich der gelieferten Materialen (Nachweis durch Rechnung). Er reagiert aber überhaupt nicht auf die Ansprache und sagte etwas von Vertrag ist Vertrag und er würde es ja machen. Das könne er auch. Ist nicht so schwer.

Wie sollen wir nun vorgehen? Muss ich wirklich mit diesem Lügnner weittermachen? Er hat sich den Auftrag durch Unwahrheiten erschlichen. Welche Möglichkeiten haben wir, um gegen den Mann vorzugehen?

26.02.2021 | 15:47

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Sie könnten hier grundsätzlich den Werkvertrag zwischen Ihnen und der Gegenseite wegen arglistiger Täuschung anfechten wie auch die fristlose Kündigung des Vertrages gemäß § 648a BGB erklären.

Durch das Vorzeigen der falschen Bilder liegt eine arglistige Täuschung im Sinne des § 123 BGB vor.

Auch besteht nach meiner Einschätzung ein Recht zur fristlosen Kündigung nach § 648a BGB.

Durch das Verhalten der Gegenseit liegt ein wichtiger Grund im Sinne der Norm vor. Dies ist dann der Fall, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur Fertigstellung des Werks nicht zugemutet werden kann.

Normalerweise kann die Kündigung erst dann ausgesprochen werden, wenn eine erfolglose Abmahnung oder Fristsetzung erfolgte. Hier halte ich die Verfehlungen jedoch grundsätzlich für so gravierend, dass eine Kündigung ohne weitere Fristsetzung angemessen zu sein scheint.

Beides sollten Sie schriftlich gegenüber der Gegenseite erklären und dabei ein Einwurfeinschreiben verwenden, um den Zugang des Schreibens nachzuweisen.

Rechtsfolge ist, dass die Gegenseite den Vorschuss an Sie zurückzahlen muss. Diesen könnten Sie im gleichen Schreiben ebenfalls gleich mit einfordern und eine Frist von 2 Wochen zur Zahlung setzen.

Zudem kann der Gegenseite im Verweigerungsfalle eine Strafanzeige wegen Betruges in Aussicht gestellt werden.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Sollten Sie bei dem erforderlichen Schreiben anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen wollen, geben Sie mir gerne Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Jannis Geike
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 26.02.2021 | 16:15

Vielen Dank für die Rückmeldung. Das Werben mit geklauten Fotos kann ich anhand eines Mailverkehrs ebenfalls beweisen. Der Herr hat mir die Fotos in einer Nachricht zugesandt.

Welche Kosten würden auf mich zukommen, wenn Sie anstelle von mir, dieses Schreiben aufsetzen. Ich vermute der Herr ist nicht einsichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.02.2021 | 16:19

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne kann ich Ihnen ein entsprechendes Schreiben durch mich für pauschal 120,00 € anbieten.

Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 26.02.2021 | 16:20

Das Werben mit den geklauten Fotos wäre ggf im Falle einer Strafanzeige weiter relevant.

Sie erreichen mich gerne auch per Email unter kanzlei@rechtsanwalt-geike.de

Mit freundlichen Grüßen

Jannis Geike
Rechtsanwalt

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