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Handwerker verlangt Kostenersatz ohne den Auftrag ausgeführt zu haben

21.08.2019 09:17 |
Preis: 48,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Guten Tag,
Am 24.06.2019 beauftragte ich einen Bodenleger über eBay Kleinanzeigen mit der Verlegung von ca. 40 qm Laminat in meiner 3 1/2 Zimmer Wohnung.
Der Handwerker hat sich die Gegebenheiten vor Ort angesehen und mit mir mündlich einen Preis vereinbart. Ein schriftliches Angebot sollte danach folgen. Bei dieser Besichtigung hatte ich erklärt den Raum im Rahmen der Möglichkeiten zu räumen ( altes Laminat entfernen, Möbel rausschaffen etc.).
Da nach einer Woche noch immer kein schriftliches Angebot vorlag, habe ich per E-Mail daran erinnert. Der Handwerker sah dies jedoch nicht mehr als nötig an weil wir ja bereits alles besprochen hatten.
Am 15.8.2019 erschien der Handwerker bei mir zu Hause, besah sich die Baustelle und reklamierte die Tatsache dass zwei Couchen und eine Kommode noch auf der Verlegefläche standen. Diese Möbel waren trotz einiger Bemühungen nicht in anderen Räumen unterzubringen. Allerdings war die linke Raumhälfte komplett frei und man hätte die Möbel nach Fertigstellung der linken Seite dahin verschieben können sodass dann die rechte Hälfte hätte verlegt werden können.
Dies lehnte der Handwerker kategorisch ab mit der Behauptung es wäre eine Kompletträumung vereinbart gewesen. Auf meine Frage wie ich denn das hätte bewerkstelligen sollen antwortete er mir das dies „ wohl kaum sein Problem wäre". Daraufhin packte er seine Werkzeuge wieder ein und verschwand ohne auch nur mit den Arbeiten begonnen zu haben.
Zwei Stunden später erhielt ich per E-Mail eine Rechnung über 130.-€ ( 40.- € Fahrtkosten plus zwei Stunden Personalkosten von insgesamt 90.- €.)
„ aus Kulanz „ verzichtet er auf die 100% Begleichung der Summe für den gesamten Auftrag
Meine Frage:
Muss ich die Rechnung bezahlen, obwohl ich im Vorgespräch nicht darauf hingewiesen wurde dass Fahrtkosten anfallen werden (§ 312a BGB) ?
Hätte er ggf. Anspruch auf die Begleichung der Gesamtsumme da seiner Meinung nach die Arbeiten nicht durchführbar waren ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Ansprüche des Handwerkers bestehen aus meiner Sicht nicht.
Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass ein wirksamer Werkvertrag zustande gekommen ist, da Sie sich über die auszuführenden Arbeiten und den dafür geschuldeten Werklohn geeinigt haben. Der Umstand, dass ein schriftliches Angebot ausgeblieben ist, steht einem mündlichen Vertragsabschluss nicht entgegen.

Dass Sie dem Handwerker die Durchführung der Arbeiten unmöglich gemacht haben und deshalb den Werklohn ( oder zumindest einen Teil davon ) schulden, kann ich Ihrer Schilderung ebenfalls nicht entnehmen. Sofern die Arbeiten durchführbar waren, hätte der Handwerker diese auch fertigstellen müssen. Anderenfalls entsteht auch kein ( anteiliger ) Werklohnanspruch.

Auch ein Schadensersatzanspruch wegen der Fahrtkosten und sonstiger vergeblicher Aufwendungen kommt mangels schuldhaften Verhaltens Ihrerseits nicht in Betracht. Es sollte dabei natürlich in Abrede gestellt werden, dass konkret eine vollständige Räumung des betreffenden Zimmers zugesagt war.

Sie sollten die Forderungen also zurückweisen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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