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Handwerker sagt vereinbarten Termin ab - Baustelle steht still

| 24.03.2020 09:31 |
Preis: 40,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt: ich habe ein EFH gekauft - dieses soll renoviert bzw. umgebaut werden. Im Zuge des Umbaus wurden u.a. ein Elektriker, ein Heizungsbauer, ein Maler/Lackierer und ein Trockenbauer engagiert.

Mit den Handwerkern wurden die Arbeiten und die Zeitpläne vorab besprochen - teilweise sind die Handwerker darauf angewiesen, dass ein anderer Handwerker seine Arbeiten erledigt hat, damit sie weiterarbeiten können.

So kann z.B. der Trockenbauer verschiedene Ständerwände erst dann stellen, wenn der Elektriker neue Leitungen in die Wände eingezogen hat. Auch der Maler ist vom Elektriker abhängig, da er die Wände ja erst tapezieren kann, wenn der Elektriker neue Leitungen gelegt und neue Steckdosen gesetzt hat.

Beim Elektriker ist nun folgender Sondersachverhalt eingetreten: seine Frau ist stark pflegebedürftig, bisher hat die Pflege tagsüber eine Hilfskraft übernommen, während er seine Projekte betrieben hat. Diese Hilfskraft ist nun abgesprungen. Der Elektriker hat mir gegenüber nun avisiert, dass er erst nach Ostern (also in ca. 3 Wochen) zu meiner Baustelleb kommen möchte, obwohl wir vereinbart hatten, dass er „spätestens ab dem 23.03.2020" mit seinen Arbeiten beginnt.

Der Elektriker war auch bereits vergangene Woche vor Ort, hat seine Werkzeuge zur Baustelle gebracht und wollte am nächsten Tag mit den vereinbarten Arbeiten beginnen – dann kam der „Absprung" der Hilfskraft und am nächsten Tag kam der Elektriker zur Baustelle und hat seine Werkzeuge wieder abgeholt. Seither ist er nicht mehr auf der Baustelle erschienen.

Heute schreibt er mir wie avisiert, dass er die Arbeiten an meinem Haus bis nach Osten ruhen lassen und seine Frau pflegen möchte – er wolle bis Ostern bis auf „wenige dringende Ausnahmen" die Arbeiten ruhen lassen (also hat er trotz der Pflege seiner Frau durchaus Kapazitäten eingeplant - meine Baustelle zählt nach seinem Dafürhalten jedoch offensichtlich nicht zu den „wenigen dringenden Ausnahmen", obwohl wir als Arbeitsbeginn den 23.03.2020 vereinbart hatten).

3 Fragen:
1.) Wie gehe ich nun aus formaljuristischer Sicht am besten vor? Abmahnen? Frist setzen?
2.) Welchen Schaden muss mir der Elektriker ersetzen, wenn die anderen Handwerker wegen seiner Abwesenheit ihre Arbeiten nicht bzw. nicht vollständig erledigen können? Dadurch verzögert sich ja letztendlich auch die vorgesehene Vermietung des Hauses.
3.) Wenn ich kurzfristig einen „Ersatzelektriker" auftreiben kann, der die vorgesehenen Arbeiten übernimmt, der jedoch z.B. 5 T€ teurer ist: muss mir der „verhinderte" Elektriker den Mehraufwand ersetzen?

Danke für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
So unschön das für den Handwerker sein mag, aber das ist sein Lebensrisiko bzw. sein vertraglich gesetztes Risiko, sodass er sich entweder um eine Vertretung kümmern müsste oder aber dann für den Verzug und Ihre daraus resultierenden Folgeansprüche einzustehen hat.

Im Einzelnen:

Aufgrund der eigenen Verschiebung durch den Handwerker brauchen Sie eigentlich keine Frist zu setzen, aber ich würde trotzdem sicherheitshalber wie folgt vorgehen:

Schreiben Sie ihm, dass er sich bereits aufgrund des fixen Datums seit gestern in Verzug befindet und damit Ihre Folgekosten zu tragen hat. Setzen Sie eine Frist bis einen Tag nach Ostern, nach Ostermontag also der Dienstag.

Sie könnten auch schon jetzt einen Anwalt beauftragen, da die Gegenseite in Verzug ist und dann muss der Handwerker noch die Anwaltskosten als Verzugsschadensersatz tragen, das müssten Sie sich überlegen.

2.
Ersatzfähig ist jeder kausal, also ursächlich und zurechenbar gesetzter Schaden, der durch das Verhalten des Handwerkers Ihnen entstanden ist, was dem Grunde und der Höhe nach jeweils nachzuweisen wäre.
Weisen Sie ihn darauf hin, dass hier ja mehrere Handwerker tätig sind und die einzelnen Gewerke aufeinander aufbauen und deshalb gewisse Abhängigkeiten entstehen, was er sich zwar denken kann, aber dieser Hinweis dennoch sinnvoll ist.

3.
Richtig, ich würde es so machen, dass wenn er am Dienstag nach Ostern nicht die Arbeiten wieder aufnimmt (für die Zwischenzeit haben Sie natürlich ein Anspruch auf Schadensersatz nach den oben genannten Grundsätzen), Sie eine Selbstabhilfe bzw. Selbstvornajme tätigen und einen Ersatzelektriker beauftragen, wobei zumutbare Mehrkosten dann von der Gegenseite Ihnen ebenfalls zu ersetzen wäre.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 26.03.2020 | 12:19

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