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Handwerker lehnt Reklamation an Wohnzimmertüre ab

| 14.08.2009 14:01 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Wir haben ein schlüsselfertiges EFH von einem Bauträger (inkl. Grundstück) erworben und sind am 01.07.2007 eingezogen (PLZ: 474**).

Da wir bei einigen Gewerken eine (im Vergleich zum im Hauspreis enthaltenen Standard) höherwertige Ausstattung bestellt haben (z.B. unsere Wohnzimmertüre aus Glas), wurden diese Gewerke separat bei dem Handwerker, der mit unserem Bauträger zusammenarbeitet, beauftragt. Die Türen wurden in der KW 27 des Jahres 2007 montiert.

Vor ca. 3 Monaten bemerkten wir, dass unsere Glastüre gegen den Rahmen schleift. Wir haben dies zunächst (da er unser Ansprechpartner für alles ist - “Sie kaufen ein Stück Haus-wir kümmern uns um alles) schriftlich bei unserem Bauträger reklamiert. Die Reklamtion erfolgte am 20.05.2009 (es sind noch keine zwei Jahre nach Montage der Türe verstrichen).

Daraufhin ist der Handwerker bei uns vorbeigekommen, meinte, dies könne alleine nicht geklärt werden, und hat einen zweiten Termin (bei dem dann der Architekt unseres Bauträgers anwesend war) vereinbart.
In meiner Gegenwart (keine weiteren Zeugen) haben Architekt und Handwerker zugegeben, dass die Türe für den Rahmen 3mm zu gross ist und weiter beobachtet werden sollte.

Ein entsprechendes Protokoll wurde uns vom Bauträger zugeschickt, die Glastüre (wir haben auch noch andere Gewerke reklamiert) wurde jedoch mit keinem Wort erwähnt.
Wir haben dem Bauträger ein überarbeitetes Protokoll mit der Bitte um Bestätigung der besprochenen Inhalte zugeschickt und trotz drei Mahnungen mit Fristsetzung keine Antwort mehr erhalten.

Vor drei Wochen ist die geschlossene Glastüre im Beisein von Zeugen mit einem explosionsartigen Knall zersprungen. Neben Schäden an der Türe und am Rahmen sind auch Schäden am Holzboden im Wohnzimmer entstanden.

Dies haben wir einen Tag später unserem Bauträger schriftlich mitgeteilt.

Er antwortete uns, dass es sich um einen Sonderwunsch handelt und deshalb die Zuständigkeit nicht beim BT, sondern bei dem Handwerker, dem der BT diese Reklamation weitergeleitet hat, liegen würde (obwohl sich der Bauträger aktiv in den Reklamationsprozess eingeschaltet hat und wir das Protokoll von ihm erhalten haben).

Daraufhin wurde vor drei Tagen eine Ortstermin mit dem Handwerker durchgeführt. Der Handwerker lehnte jegliche Verantwortung ab, bezweifelte, dass wir überhaupt noch einen Garantieanspruch haben und schlug uns vor, den Schaden der Hausratversicherung zu melden. Unabhängig davon, ob dieser Vorschlag “Sinn macht”, haben wir zwar eine HRV, die jedoch keine Glasschäden beinhaltet.

Jetzt zu meiner Frage: Haben wir einen Anspruch gegen Handwerker / Bauträger auf kurzfristige Behebung des Schadens und, falls dies unsicher ist: Wie hoch wäre unsere Chancen, dies rechtlich durch zu setzen ?

Der Schaden an der Türe beläuft sich auf ca. 400 €, der Schaden am Boden wurde noch nicht bewertet.


Vielen Dank für eine schnelle und möglichst belastbare Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
VR

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Sie haben die folgenden Ansprüche:

Kennt der Besteller/Auftraggeber (das sind Sie) Mängel des Werks und nimmt er es dennoch ab (Abnahme = Annahme des hergestellten Werkes als im wesentlichen vertragsgerecht, gegebenenfalls förmlich), ohne sich Gewährleistungsrechte

(- Minderung,
- Nacherfüllung - Mängelbeseitigung oder Neuherstellung -,
- Selbstvornahme der Mängelbeseitigung und diesbezüglichen
Aufwendungsersatz sowie Rücktritt)

vorzubehalten, so verliert er (also nur dann, was hier aber nicht der Fall ist, siehe unten) nach diese (vorgenannten) Gewährleistungsrechte.

Diese gesetzliche Regelung beruht auf dem Gedanken des Verbots widersprüchlichen Verhaltens (gegebenenfalls bestehen aber Schadensersatzansprüche fort).

Ich gehe hier davon aus, dass Sie die Werkleistung in Form der Glastürerrichtung schon im oben genannten Sinne abgenommen haben und erst später den Mangel entdeckt haben, der sich auch in dem von Ihnen genannten Schaden realisiert hat.

Im Übrigen gilt:
Auf eine Vereinbarung, durch welche die Rechte des Bestellers/Auftraggebers wegen eines Mangels ausgeschlossen oder beschränkt werden, kann sich der Unternehmer nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen hat, obwohl ich dieses hier nicht unterstellen möchte.

Insofern können Sie sich auf dieser Grundlage an den Handwerker richten, der hier der richtige Ansprechpartner ist, weil Sie auch diesen Sonderwunsch ihm laut Ihren Angaben direkt in Auftrag gegeben haben.

Sie können daher vom Handwerker Schadensersatz fordern, einerseits wegen der Unmöglichkeit der Mängelbeseitigung - die Glastür ist kaputt, womit eine faktische Unmöglichkeit eintritt - und andererseits in Bezug auf den Schaden, der durch das Zerspringen der Glastür an Ihrem Bodenbelag entstanden ist.

Sie sollten daher dieses gegenüber dem Handwerker zeitnah beanspruchen; die diesbezüglichen Chancen schätzte ich dafür als überdurchschnittlich gut ein.

Nichtsdestotrotz rate ich Ihnen dazu, gegebenenfalls ein Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer Interessenwahrnehmung zu beauftragen.
Falls Sie mich damit beauftragen sollten, kann ich Ihnen mitteilen, das insofern die hier gezahlte Erstberatungsgebühr Ihnen gut geschrieben und angerechnet würde.

Die Anwaltskosten bei 400 € Streitwert für eine außergerichtliche Vertretung sind nicht allzu hoch, sie betragen 83,54 € im Regelfall, bei einer Summe bis 900 € (wegen des eventuell größeren Schadens) 120,67 € für einen Durchschnittsfall, wobei im Wege des Schadensersatzes, sollten Sie keine Rechtschutzversicherung besitzen, diese Kosten auch bei der Gegenseite eingefordert werden können, insofern dieses auch eine etwaige Rechtschutzversicherung von Ihnen verlangen würde.

Abschließend möchte ich noch kurz anmerken, dass es sich hier nur um eine Erstberatung handeln kann, die letztlich nicht alle Feinheiten und Facetten des Einzelfalles berücksichtigen kann, insofern auch alle Vertragsunterlagen und gegebenenfalls eine genaue Schadensbegutachtung und Begutachtung der Schadensverursachung (gerade in Bau- und Architektensachen) notwendig sein kann, ich insofern Ihnen hier nur meine erste vorläufige Einschätzung abgeben kann.

Ich bin aber der Meinung, dass, so wie Sie den Fall mir geschildert haben, Schadensersatz gegenüber dem Handwerker beansprucht werden kann, der letztlich ja auch zugegeben hat, dass es hier ein Problem gegeben hat.

Sie sollten dieses daher erledigen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag sowie ein schönes Wochenende.

Bewertung des Fragestellers 20.12.2009 | 13:56

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"Die Gewährleistungsfrist beträgt zwei Jahre. Da wir am 01.07.2009 eingezogen sind, aber im August 2009 das Thema bei "frag-einen-Anwalt" eingestellt haben, hätte die Reklamation innerhalb von zwei Jahren nach EInzug beim Handwerker (wir haben aber beim Bauträger, wie explizit geschrieben) erfolgen müssen. Diese Frist war zum Zeitpunkt unserer Farge bereits überschritten. Dennoch teilt uns der Anwalt mit, wir hätten einen Anspruch ggü. dem Handwerker, schiesst aber geleichzeit Vorsatz (was zu einer Verlängerung der gesetzlichen Frist führen würde) mit einer hohen Wahrscheinlichkeit aus.

Für mich als jurististischer Laie wirkt dies sehr oberflächlich und falsch in der Empfehlung. Ich bin froh, dass wir keine (kostenintensives) Verfahren angestrebt haben.........."
Stellungnahme vom Anwalt:
Die Kritik kann ich nicht nachvollziehen.
FRAGESTELLER 20.12.2009 2,8/5,0
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