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Handwerker erbrachte Lesitung nicht - Rechnung gültig?

14.01.2020 17:30 |
Preis: 30,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich habe folgendes Problem mit einem Handwerker.

Ich habe einen Handwerker beauftragt Tapeten in unserem Haus zu entfernen.
Der AN hat die Räume besichtigt und mit mir eine Pauschale vereinbart.
Ich habe den Auftrag auch vor Ort unterzeichnet.

Der AN hat dann nach 2 Tagen erklärt er wäre "fertig". Allerdings waren die Tapeten nicht Rückstandlos entfernt worden, es gab Klebereste und an manchen Stellen klebte die Tapete immer noch.
Auf meine "Mängelrüge" gab man mir zu verstehen das dies nicht sein Auftrag gewesen sei die Tapete mit Klebereste zu entfernen, eine Nachbesserung wurde schlicht weg verweigert.
Ich habe daraufhin einen anderen Handwerker beauftragt, der mich dann noch mal knapp 3/4 der Summe gekostet hatte die der Handwerker 1 für seine "Leistung" aufrief.

Inzwischen kam ein Mahnbescheid des Amtsgerichts wegen dieser Rechnung, die ich nicht bezahlt hatte.

Zusammengefasst: Die Leistung des Handwerkers wurde nicht abgenommen, Mängelbeseitigung wurde verweigert, ich als Auftraggeber halte den Auftrag für nicht erfüllt.

Bin ich in diesem Fall überhaupt zur Zahlung verpflichtet, oder muss ich die Differenz aus der Rechnung von Handwerker 2 an Handwerker 1 zahlen?


14.01.2020 | 20:01

Antwort

von


(64)
Wichlinghauser Markt 5
42277 Wuppertal
Tel: 0202 697 599 16
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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage der durch Sie mitgeteilten Informationen beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Nach § 640 Abs. 1 S. 1 BGB ist der Besteller verpflichtet das vertragsgemäß erstellte Werk abzunehmen. Nach § 640 Abs. 1 S. 2 BGB kann die Abnahme nicht wegen unwesentlicher Mängel verweigert werden.

Fraglich ist insoweit zunächst, ob die Entfernung der Tapeten unter Hinterlassung von Kleberesten ein unwesentlicher Mangel ist. Dabei kommt es auf die vertragliche Vereinbarung an, die Sie mit dem Auftragnehmer geschlossen haben. Dabei scheint mir bei lebensnaher Sachverhaltsauslegung sehr naheliegend, dass der Zweck der Beauftragung gerade die restlose Entfernung der Tapeten war. Insoweit würde ich, zumindest bei einem entsprechenden Umfang der Klebereste und Tapetenreste, nicht von einem unwesentlichen Mangel ausgehen.

Die Rechte bei Mängeln bestimmen sich bei einem Werkvertrag nach den §§ 634ff. BGB.

Dabei kommt zunächst nach § 635 BGB eine Nachbesserung in Betracht. Da diese Nacherfüllung durch Ihren Auftragnehmer verweigert wurde kommt nach § 638 BGB eine Minderung der Vergütung in Betracht. Nach § 638 Abs. 3 BGB ist dabei die Vergütung in dem Verhältnis herabzusetzen in welchem zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses der Wert des Werkes in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde.

Maßgeblich ist dabei grundsätzlich der objektive Verkehrswert der Leistung. In Ihrem Fall würde ich aber in der Tat davon ausgehen, dass die Leistung nur 25 % der ursprünglich vereinbarten Vergütung wert war, da sozusagen gerade der wesentliche, zeitaufwändige Teil der Leistung nicht ausgeführt wurde.

Sie sollten auf jeden Fall innerhalb der Frist nach § 694 ZPO (teilweisen) Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen und unter Verweis auf die hier geführte Argumentation dem anderen Teil eine teilweise Zahlung des Werklohns anbieten.

Im Hinblick auf das streitige Verfahren sehe ich Ihrerseits das größte Risiko darin, dass Sie nicht beweisen können, dass die Nacherfüllung ernsthaft und endgültig verweigert worden ist.

Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 14.01.2020 | 20:16

Hallo,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe die gesamte Kommunikation über eMails geführt. Hier schrieb der Handwerker deutlich das er den Auftrag für beendet ansieht und keine weitere Ausbesserung durchführen werde.

Wenn ich nun im Widerspruch nur 75% der Rechnungssumme als "strittig" angebe, heisst dies im Umkrehrschluss das ich sofort die offenen 25% bezahlen muss? Oder warte ich dann einfach was von der Gegenseite kommt?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.01.2020 | 20:22

Sehr geehrter Fragesteller,

sehr gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage:

Sie sollten die 25 % bezahlen, damit dafür keine weiteren Kosten/Zinsen auflaufen. Ein Zurückbehaltungsrecht bis zur Klärung des Sachverhalts steht Ihnen nicht zu.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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