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Hahnenschreie


19.10.2005 10:44 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Guten Tag,

wir wohnen in einem Dorf mit ca. 2000 Einwohnern.
Unser Haus steht in einem reinem Wohngebiet wo die Tierhaltung nicht zulässig ist. Das Gebiet grenzt an den alten Ortskern an.
Im alten Ortskern gibt es zwei Nachbarn die Hühnerhaltung betreiben. Einer davon ist Landwirt der andere eine Privatperson. Eine Partei besitzt 2, die andere zwischen 2-3 Hähnen. Die Entfernung zwischen uns und den Tieren beträgt ca. 200 m. Dazwischen gibt es keine Bebauung d.h. der Schall kann sich ungehindert ausbreiten.
Das Krähen beginnt zur Zeit um ca. 5.00 Uhr und dauert mit Unterbrechungen bis zum Sonnenaufgang. (ca. 2 Stunden)
Im Sommer ist der Beginn auch schon mal um 4.00 Uhr.
Ein Gespräch mit den beiden Parteien das dazu führen sollte, daß die Hähne über Nacht in einem geschlossenen Raum untergebracht werden sollten hat zu keinem Ergebnis geführt.
Auch der Termin beim Schiedsmann der Verbandsgemeinde hat zu keiner Einigung geführt.
Die beiden Parteien beharren auf dem Standpunkt, daß die Haltung der Tiere zulässig sei und somit die Lärmbelästigung hinzunehmen sei.

Meine Frage:

Selbst wenn die Tierhaltung im Ortskern zulässig ist, kann es doch nicht sein, daß Lärm im unbegrenztem Umfang und zu jeder Tages und Nachtzeit hinzunehmen ist.
Ich denke da wir auf dem Lande wohnen wird es schwer werden hier etwas zu bewegen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst muss hier der Aspekt der Zulässigkeit der Hahnenhaltung im Ortskern ausgeklammert werden, daSie nicht mitteilen, ob die Haltung dort nun zulässig ist oder nicht, was von hier aus natürlich nicht beurteilt werden kann. Da Sie jedoch in einem dörflich-ländlichen Gebiet leben und die in Frage stehenden Nachbarn dort Landwirtschaft betreiben, muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von der Zulässigkeit ausgegangen werden.

Interessant und entscheidend ist daher der allgemeine nachbarschaftsrechtliche Aspekt. Hierzu ist folgendes zu sagen:

Die Pflicht zur Duldung von Lärmimmissionen (Krähen) durch die Haltung von Hähnen ist an zwei Kriterien zu bemessen: Der Wesentlichkeit der Beeinträchtigung und der Ortsüblichkeit der Haltung.

Unproblematisch ist die Wesentlichkeit. Es ist quer durch die Lande die gemeinsame Tendenz der Gerichte festzustellen, dass die Beeinträchtigung durch Hahnenkrähen als wesentlich anzusehen ist. Aber: Die Haltung von Hähnen wird in landwirtschaftlich-ländlichen Gebieten ebenso einhellig als selbstverständlich und damit ohne Zweifel als ortsüblich angesehen. Die Gerichte sehen die Haltung von Hähnen und Hühnern geradezu als Inbegriff der ländlichkeit an und quittieren entsprechende Beschwerden von Nachbarn gerne mit der süffisanten Bemerkung, dass sich jemand, der auf dem Dorf wohnt, nun einmal nicht über die damit verbundenen Geräusche beschweren kann.

Es gibt nur eine einzige anerkannte Ausnahme: Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb so auffällig viele Hähne hält, dass dies nicht mehr als normale Geflügelhaltung angesehen werden kann, sondern Ausdruck einer gewerblichen Hahnenzucht ist. Davon ist aber selbstverständlich bei einem bzw. zwei bis drei Hähnen pro Betrieb nicht auszugehen.

Damit sehen Sie, dass Sie mit Ihrer Einschätzung "nichts bewegen zu können" nach geltendem Recht völlig richtig liegen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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