Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haftungsübergriff auf die Ehefrau


| 12.04.2007 11:51 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Sehr geehrter Anwalt,

ich bin Einzelunternehmer und somit persönlich haftbar.

Meine Ehefrau hat dieses Jahr ein Haus erworben (100% im Grundbuch), das Darlehen läuft auf uns beide.

Das Haus ist ca. 200.000 Euro Wert, das Darlehen beläuft sich auf knapp 80.000 Euro.

Jetzt meine Frage:

Wenn ich im Rahmen meines Gewerbes haften muss und diese Forderung nicht zahlen kann und somit als Folge Privatinsolvenz anmelde, kann meine Frau ihr Haus verlieren?

Falls ja, was kann man tun, um meine Frau vor diesem Risiko zu schützen?
Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Ihre Frau ist als Alleineigentümerin im Grundbuch eingetragen; Sie haben jedoch gemeinsam ein Darlehen über 80.000,00 € aufgenommen.

Soweit das Darlehen nicht mehr bedient werden kann, kann die darlehensgebende Bank ggf. aus einer sichernden Grundschuld vollstrecken oder sich einen sonstigen Titel zur Zwangsvollstreckung beschaffen, um die Darlehensforderung einzutreiben. Da Ihre Frau Darlehensnehmerin ist, haftet Sie auf die Darlehenssumme mit Ihrem Vermögen.

Ein Schutz besteht somit nur, wenn Sie das Darlehen vertragsgemäß bedienen bzw. tilgen. Falls Sie Insolvenz anmelden müssen, wäre sodann das Darlehen ggf. durch Ihre Frau alleine weiter zu bedienen, um einer Vollstreckung zu umgehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



Nachfrage vom Fragesteller 12.04.2007 | 13:03

Sehr geehrter Herr Freisler,

ich möchte meine Frage anhand eines Beispieles verdeutlichen:

Ein Kunde verklagt mich auf Schadenersatz und ich werde rechtskräftig verurteilt und muss z.b. 200.000 Euro zahlen.

Dieses Geld kann ich nicht zahlen und gehe in die Regelinsolvenz.

Können der Gläubiger / Insolvenzverwalter an das Haus meiner Frau ran?

Wenn ja, wie kann man das verhindern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.04.2007 | 13:16

Ihre Frau haftet nur für die Verbindlichkeiten, für die sie die Haftung übernommen hat. Für diese haftet sie mit ihrem Vermögen. Dabei gehe ich davon aus, dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben.

Gleiches gilt für Sie. Sie haften für die aus dem Gewerbebetrieb entstehenden Verbindlichkeiten mit Ihrem Vermögen. Ihre Frau haftet für diese Verbindlichkeiten nicht, es sei denn Sie hat die Haftung übernommen.

Verhindern kann man dies somit nur, wenn keine Haftung durch Ihre Frau übernommen wird und der "gefährdete" Vermögensgegestand auch allein ihrer Frau gehört.

Im Falle der Insolvenz wird wiederum nur das Vermögen des Insolvenzschuldners verwertet. Ob darüber hinaus ggf. Anfechtungsansprüche des Insolvenzverwalters gegen Ihre Frau aus gläubigerbenachteiligenden Vermögensübertragungen bestehen, kann ich hier allerdings nicht beurteilen.

Somit gilt: Jeder haftet mit seinem Vermögen für seine Verbindlichkeiten, es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart (wie z.B. durch die gesamtschuldnerische Haftung aus einem Darlehen bei der Bank, s.o.).

Wollen Sie den konkreten Sachverhalt genau überprüft haben wollen, rate ich Ihnen, die tatsächlichen Unterlagen über die Forderung, evtl. Mithaftungserklärungen, Bürgschaften, Darlehensverträge, Grundbuchauszüge etc. einem Anwalt zur Überprüfung zu übergeben. Soweit Sie dies wünschen stehe auch ich Ihnen dabei gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

www.ra-freisler.de

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die Antwort, die 2.te Antwort war für mich sehr hilfreich. "