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Haftungsbegrenzung bei GbR


| 04.05.2006 17:31 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



ich bin dabei, ein Kleinstunternehmen zu gründen. Ich möchte einen fähigen, älteren Arbeitslosen finden, der gemeinsam mit mir das geplante Unternehmen aufbaut und sich vor allem mit seiner Arbeitskraft (nicht finanziell) daran beteiligt. Gleichzeitig möchte ich aber nicht für bereits vorhandene Schulden meines Mitunternehmers haften. Für eine GmbH fehlt das Geld. Kann ich mich irgendwie absichern oder eine bessere Rechtsform wählen ?
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage der Angaben wie folgt:

1. Die Wahl der Rechtsform ist sicherlich eine sehr wichtige Frage bei der Gründung eines Unternehmens, so dass ich aufgrund der Angaben Ihnen nur einen Überblick geben.

Neben steuerlichen Fragen wird durch das Rechtskleid ebenfalls zum Beispiel die Publizitätspflicht oder die Haftungsfrage geklärt.

2. Grundsätzlich sieht eine GbR eine vollumfängliche Haftung des Gesellschafters vor. Gleichwohl ist, bevor der Gesellschafter aus seinem Gesellschafterverhältnis in Anspruch genommen wird, zunächst die GbR als Rechtsperson in Anspruch zu nehmen.

Eine Haftungsbeschränkung lässt sich in der Form darstellen, dass die GbR als GbR mbh firmiert und diese Haftungsbeschränkung gegenüber Kunden, Banken, Lieferanten etc. offen kund getan wird. Allerdings ist diese Form der Haftungsbeschränkung nicht sehr weit verbreitet und wird sicherlich zu Nachfragen und zu einer Beeinträchtigung der Geschäftsabläufe führen.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine OHG zu gründen, wobei für einen bestimmten Gesellschafterkreis die Haftung auf seine Einlage beschränkt wird (Kommanditisten). Eine solche KG bedarf jedoch der Führung eines Handelsgewerbes sowie einen unbeschränkt haftenden Gesellschafter (Komplementär).

Als Alternative zu den vorgenannten Formen bittet sich eine limeted company an.

Die Rechtsform der britische Limited Company (Ltd.) erlangt Rechtsfähigkeit durch die Aushändigung der Gründungsurkunde durch einen Registrator und kann dann sofort ihre Geschäfte aufnehmen. Der Firmenname kann fast frei gewählt werden. Auch bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Nationalität von Gesellschaftern und Direktoren. Eine britische Staatsbürgerschaft ist nicht erforderlich.

Im Gegensatz zur deutschen Kapitalgesellschaft ist die Gründung einer Ltd. wesentlich schneller zu realisieren - meist reichen zwei Wochen. Zudem ist sie auf Grund eines sehr geringen erforderlichen Mindestkapitals um ein Vielfaches billiger. So ist für die Ltd. nur ein geringes Eigenkapital und kein Notar erforderlich. Zudem kann für eine minimale Einlage von zwei Pfund Sterling, das entspricht etwa drei Euro, eine persönliche Haftung ausgeschlossen werden. Gerade Letzteres gehört zu den signifikantesten Unterschieden zu der deutschen Kapitalgesellschaft, bei der eine Mindesteinlage von 25.000 Euro (im Fall eine GmbH) zu leisten ist.

Doch die Ltd. weist auch Nachteile auf. Diese liegen insbesondere in der äußerst geringen Mindesthaftung. Ähnlich wie bei der GmbH mit Mindestkapital wird bei der britischen Ltd. ohne Stammkapital eine Finanzierung von Investitionen und ein Kontokorrentkredit nur mit einer Bürgschaft möglich sein, hinter der die Gründerpersonen stehen. Zudem kann die britische Ltd. einem ähnlichen Phänomen unterliegen, wie einst der GmbH.
Nicht selten wurde fälschlicherweise angenommen, dass die GmbH nur mit 25.000 Euro haftet. Indes kommt bei Haftungsfragen das gesamte Unternehmensvermögen zum Einsatz, also auch die einbehaltenen Gewinne. Da die Mindesteinlage der britischen Ltd. quasi gleich Null ist, kann eine falsche Interpretation zur gänzlichen Zurückhaltung potenzieller Geschäftspartner führen.

Der zunächst offensichtliche Vorteil der Haftungsbegrenzung auf nominell circa drei Euro kann sich also negativ auf die Seriosität der Gründung auswirken. Dahingehend gilt es, das Ansehen und die juristische Behandlung der britischen Ltd. vorab zu prüfen.

3. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass eine Haftungsbeschränkung sich nachteilig gegenüber Geldgebern auswirkt und meist eine persönliche Haftungserklärung nachgefordert wird. Insoweit ist eine GbR nicht schlechter einzustufen, da mit dieser entsprechendes Vertrauen im Markt signalisiert wird und die formellen Hürden wesentlich niedriger sind.

Hinsichtlich der Rechtsformwahl empfehle ich Ihnen daher bei der zuständigen IHK sich zu informieren und erforderlichenfalls bei Existenzgründerseminaren (wird auch von IHK´s) angeboten weitere Informationen zu holen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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