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Haftung/Kreditvertrag

17.09.2012 17:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Exmann und ich haben im Jahr 2000 einen Darlehenvetrag bei Sparkasse abgeschlossen, und aus diesen Geldern haben wir Immobilie finanziert. Wir waren beide Studenten und für Darlehen hat Vater des Exmannes Sicherheit im Form vom Grundschuld auf sein Haus in Deutschland gegeben.

Bis vor etwa einem Jahr wurden die fälligen Beträge vom gemeinsamen Konto ordentlich abgebucht.

Da danach gemeinsames Konto das finanziell nicht mehr tragen konnte, habe ich von meinem Konto auf Darlehenskonto überwiesen, und das so dass Gesamtbetrag meiner Überweisungen der Hälfte fälligen Kosten entspricht.

Nun habe ich von der Bank wiederholt mitgeteilt bekommen, dass weiterhin ein Rückstand auf dem Darlehenskonto besteht und Bank kündigt das Auflösen des Kreditsvertrages bei Nichtzahlen an. Anhand vom Rückstandbetrag gehe ich davon aus, dass Exmann seit einem Jahr nichts auf Darlehenskonto bezahlt hat, erwarte noch Info von Bank bezüglich Eingänge.

So bitte ich Sie um Beantworten der Fragen:
1). Hafte ich für dieses Darlehen im Ganzen oder in der Hälfte?
2). Kann evtl. in dieser Sache auch Immobilie in meinem Eigentum, welche sich im Ausland befindet und nach Kreditierung gekauft worden ist, gepfändet werden?
Nämlich Wert des Hauses, welches als Sicherheit im Kredit dient, wird vielleicht nicht mehr für Deckung des Darlehens ausreichen.

3.) Bin beim Überlegen, ob ich auch nicht Gesamtbetrag für Rückstand irgenwie zusammensammele und überweise, würde das evtl. etwas an meiner späteren rechtlichen Lage bezüglich diesen Kredit ändern?

Vielen Dank!

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Wenn Sie den Darlehensvertrag gemeinsam unterschrieben haben, dann haften Sie als Gesamtschuldnerin gemäß § 421 BGB .

D.h. im Verhältnis zur Bank sind sowohl Ihr Ex-Mann als auch Sie verpflichtet, die volle Schuld zu begleichen. Die Bank kann zwar die offene Gesamtsumme nur einmal einfordern, kann dies aber bei beiden Schuldnern tun.

Im Innenverhältnis haben die Gesamtschuldner einen Ausgleichsanspruch gegeneinander, d.h. angenommen der Kreditvertrag würde gekündigt und Ihr Ex-Mann würde die offene Gesamtforderung zahlen, könnte er als Ausgleich die Hälfte bei Ihnen zurückfordern (§ 426 BGB ).

2. Wenn Sie den Kreditvertrag mitunterschrieben haben, dann kann die Bank bei Kündigung des Darlehensvertrages gegen Sie auch gerichtlich vorgehen.

Ein gerichtliches Urteil könnte in Ihr gesamtes Vermögen vollstreckt werden. Dementsprechend könnte auch in eine in Ihrem Eigentum stehende Immobilie im Ausland vollstreckt werden.

Es bestehen europarechtliche Vorschriften, die eine Vollstreckung im Ausland erlauben und diese erleichtern sollen. Praktisch stellt sich die Vollstreckung im Ausland aber stets als sehr schwierig dar.

Da das Darlehen aber nach Ihrer Schilderung auch durch eine Grundschuld (Grundstück des Ex-Schwiegervaters gesichert) ist, würde die Bank sicherlich zunächst dort versuchen, eine Befriedigung der Forderung herbeizuführen.
Zudem könnte die Bank auch in die Immobilie vollstrecken, die mit dem Kredit angeschafft worden ist.

Ich gehe davon aus, dass der Wert der Immobilien (Ex-Schwiegervater und die angeschaffte Immobilie) für die offene Forderung ausreicht.

Dass in eine im Ausland gelegene Immobilie vollstreckt wird, ist daher mangels Bedarf für die Bank sehr unwahrscheinlich.

3. Wenn Sie den gesamten Restbetrag zahlen, hat dies den Vorteil, dass ein weitere Kosten verursachendes Gerichts- und Vollstreckungsverfahren verhindert werden kann.

Die auf den Ex-Mann entfallende Hälfte des Betrages musste dann bei diesem eingefordert, notfalls eingeklagt werden. Es wäre dann zu fragen, ob bei diesem ausreichend Einkommen und Vermögen vorhanden ist, also ob dies erfolgversprechend ist. Falls nicht, kann es passieren, dass Sie auf dem mehrgeleisteten Kosten sitzen bleiben.

Ratsam wäre, den evtl. nichts ahnenden Ex-Schwiegervater zunächst in Kenntnis darüber zu setzen, dass der Sohn seiner Kreditverbindlichkeit nicht mehr nachkommt. Er wird sicherlich kein Interesse daran haben, dass eine Zwangsvollstreckung in seine mit der Grundschuld belastete Immobilie droht und hier ggf. einspringen oder an den Sohn herantreten.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 17.09.2012 | 20:05

Sollte ich mich für eine Rückzahlung entscheiden, gibt es evtl. etwas was ich besonders bedenken muss oder vornehmen muss, um meine Aussicht auf Erfolg bei späterer Forderung oder Klage gegenüber Exmann zu steigern?

Gerne würde ich evtl. auch in den aktuellen Grundbuchauszug für Immobilie, welche als Kredit-Sicherheit dient, Einblick haben, kann ich das bei Ihnen irgendwie gegen Zahlung machen, oder ist das in Deutschland nicht so erlaubt?

Vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort!





Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.09.2012 | 20:37

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gern wie folgt:

1. Für die Verbesserung der Erfolgsaussichten bei einer Rückforderung gegen den Ex-Mann gibt es leider kaum Möglichkeiten. Entscheidend ist hier, ob dieser tatsächlich über genug Einkommen/Vermögen verfügt, um die Forderung auch wieder hereinzuholen.

2. Einen Grundbuchauszug können Sie nur für Immobilien anfordern, an denen Sie zumindest selbst Miteigentum haben.

Für das Grundstück des Ex-Schwiegervaters wird ohne dessen Einwilligung deshalb keine Auskunft erteilt werden.

Wenn die Bank aber sein Grundstück als Sicherheit akzeptiert hat, ist davon auszugehen, dass dort keine wesentlichen anderen Belastungen bestanden haben.

Für das finanziert Objekt können Sie selbst einen Grundbuchauszug bei dem zuständigen Amtsgericht anfordern, wenn Sie dort als Miteigentümerin eingetragen sind.

Sie benötigen die Angaben zur Gemarkung (Gebiet) und Grundbuchseite der Immobilie. Diese sind im Notarvertrag vermerkt.

Falls Ihnen die Angaben nicht mehr vorliegen, sollten Sie ggf. vorher beim Amtsgericht anrufen und in der Grundbuchabteilung nachfragen, in welcher Gemarkung/Grundbuchseite das Grundstück eingetragen ist.

Anschließend können Sie per Formular nach diesem Muster
http://www.wansleben.de/pdf/formulare/grundbuchauszugAntrag.pdf
einen Grundbuchauszug beantragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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