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Haftung nach Übergabe und Auszug


18.05.2005 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir sind Ende Februar aus unserer Mietwohnung ausgezogen, haben zuvor in einem der Zimmer auf Wunsch des Vermieters und der Nachmieter neu tapeziert und gestrichen. Inzwischen sind mehr als 12Wochen vergangen, in denen die Wohnung von unseren Nachmietern bewohnt wird.
Nun tritt die Vermieterin mit der Rüge an uns heran, dass sich die neu angebrachte Tapete lösen würde.
Frage : haften wir dafür nun noch, nachdem die Wohnung in der Zwischenzeit über 12 Wochen lang von anderen Mietern genutzt wird ?
18.05.2005 | 11:38

Antwort

von


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Guten Morgen!

Zunächst bedanke ich mich herzlich für ihre Anfrage!

Leider muss ich ihre Frage im Grundsatz bejahen. Gemäß § 280 Abs. 1 BGB kann der Gläubiger Ersatz des entstehenden Schadens verlangen, wenn der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis (schuldhaft) verletzt.

Vorausgesetzt, der Vermieter konnte tatsächlich beanspruchen, dass sie das entsprechende Zimmer neu tapezieren und streichen - was ich anhand der von Ihnen gemachten Sachverhaltsangaben nicht abschließend beurteilen kann aber unterstellen muss-, wären sie dann natürlich auch verpflichtet gewesen, diese Arbeiten ordnungsgemäß auszuführen. Da sich die Tapete nun löst, kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass diese Arbeiten ordnungsgemäß erfüllt wurden.

Zwar ist dabei Beweisfrage, ob das Lösen der Tapete tatsächlich darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht ordnungsgemäß tapeziert haben. Allerdings wird nach § 280 Abs. 1 S. 2 BGB vermutet, dass sie diese Pflichtverletzung zu vertreten haben.

Um diese Vermutung auszuhebeln, müssten sie dem Nachmieter nachweisen, dass durch irgend eine "Fehlbenutzung" der Wohnung der Ablöseprozess ausgelöst wurde. Oder aber sie müssten nachweisen, dass gegebenenfalls wegen schlechter Vorarbeiten eines Vormieters oder des Vermieters die Ablösung erfolgte. Dabei liegt, das möchte ich betonen, die volle Beweislast bei Ihnen!

Dass sie diesen Beweis führen, ist sicherlich nicht ausgeschlossen, dafür müssten sie es auf einen Prozess ankommen lassen, bei dem unter anderen ein kostspieliger Gutachter bestellt würde. Natürlich können Sie sich auch vorab mit dem Vermieter einigen, ein Privatgutachten zu erstellen. Aufgrund ihrer Beweisbelastung und des hohen Kostenrisikos würde ich davon abraten.

Bei lebensnaher Betrachtung halte ich es nämlich kaum für wahrscheinlich, dass in nur 12 Wochen der Nachmieter einen entsprechenden Schaden verursachen konnte. Und auch die Konstellation, dass die Tapete sich wegen Vorarbeiten des Vermieters löst, halte ich für eher unwahrscheinlich.

Ich würde Ihnen von daher empfehlen, sich mit den Vermieter zusammenzusetzen und eine Einigung herbeizuführen, die allen Seiten gerecht wird.

Es tut mir leid, dass ich ihn keine positivere Nachricht geben kann. Sollten Sie weitere Fragen haben, bin ich jedoch gerne für Sie da.

Hochachtungsvoll

Hans - Christoph Hellmann
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 18.05.2005 | 12:10

Hallo, zuerst einmal Danke für Ihre rasche Antwort. Eine Nachfrage hätte ich noch: das Haus ist generell von Schimmelproblemen befallen, die betreffende Wand, an der sich die Tapete löst, ist eine stark von Schimmel befallene Aussenwand. Der Untergrund, auf den wir tapeziert haben, ist stark durch den Schimmel in Mitleidenschaft gezogen. An allen anderen Wänden, die wir tapeziert haben, hält die Tapete einwandfrei. Wie ist unter Berücksichtigung des Schimmels, der im ganzen Haus ist, die Sachlage ?
Danke für Ihre Antwort im voraus und viele Grüsse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.05.2005 | 13:21

Hallo nochmals,

in diesem Falle stellt sich natürlich die Frage, wer von dem Schimmelproblem wann Bescheid wußte. Tendenziell sehe ich diesen Einwand als erhebnlich an, um Ihre Haftung voraussichtlich auszuschließen.

Für den Fall, dass Ihr Vermieter Bescheid wußte und sie nicht, sind sie aus der Haftung bzw. Nachbesserungspflicht heraus.

Wenn aber Sie davon vor Renovierung wussten und der Vermieter nicht, ändert sich leider nichts an der Sachlage - sie haften.

Wenn Sie beide Bescheid wusstem, der Vermieter aber nichts gegen den Schimmel unternahm und auch trotzdem das Tapezieren verlangt hat, sind sie auch aus der Haftung heraus; eben dies dürfte auch gelten, wenn niemand Bescheid wusste.

Sie sehen also, alles eine Frage des Sachverhaltes. Daher empfehle ich gegenüber dem Vermieter -unter Hinweis auf den Schimmel - die Haftung erst mal deutlich von sich zu weisen.

Hilft das nicht, würde ich tatsächlich überlegen, einen Anwalt zu beauftragen, die Ansprüche abzuwehren.

Natürlich stünde ich - unter Anrechnung der bisherigen Gebühren - dazu auch gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe

hochachtungsvoll


Hans-Christoph Hellmann
Rechtsanwalt

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