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Haftung für vom Sturm gefällten Baum

26.06.2006 09:25 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,
wir wohnen in einer Gegend mit altem Baumbestand und unterstützen dessen Erhaltung wo immer möglich. Seit zwei schadensreichen Unwettern im letzten Jahr haben wir allerdings große Sorge, daß eine etwa 25 m hohe und wohl 50 Jahre alte Douglasie vom Nachbargrundstück auf unsere Garage fällt und dort erheblichen Schaden anrichtet (gemauerte Doppelgarage mit Werkstatt, Speicher und Satteldach, plus Autos). Der Baum steht etwa 4 m von der Grundstücksgrenze entfernt.

Anlaß zur Sorge besteht ausreichend: die Douglasie ist schon in Richtung unseres Grundstücks geneigt und die vorherrschende Windrichtung macht den Fall auf die Garage sehr wahrscheinlich. Darüberhinaus neigen - so sagen uns Dendrologen - alte Douglasien zu plötzlichem Umfallen, hier zusätzlich dadurch unterstützt, daß die Douglasie bei den letzten Gewittern bereits erheblich an großen Ästen im unteren Bereich verloren hat, so daß sie jetzt einen sehr hohen Schwerpunkt hat.

Nach einem weiteren Gewitter möchten wir nun den Nachbarn bitten, doch über eine Fällung nachzudenken. Deshalb möchten wir gerne wissen, wie eigentlich die Rechtslage aussieht: haftet der Nachbar für den Fall, daß der Baum a) während eines Gewitters oder b) aus Altersschwäche Schäden auf unsrem Grundstück anrichtet?

Vielen Dank vorab

GP

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


der Nachbar haftet für die dann entstehenden Schäden.

Dieses ergibt sich aus § 823 BGB, da der Nachbar auch Ihnen gegenüber die sogenannte Verkehrssicherungspflicht hat. Danach muss er dafür Sorge tragen, dass von dem grenznahen Baum keine Gefährung ausgeht. Der Nachbar hat ausl die Pflicht, ausreichende Gefahrenvorsorge zu treffen, also ggfs den Baum abzustützen oder KONTROLLIERT zu fällen (OLG Schleswig, MDR 1995, 148).

Kommt der Nachbar dem nicht nach, würde eine Haftung nur dann entfallen, wenn der Baum in Folge eines ungewöhnlich heftigen Sturmes einen Schaden verursacht UND er nun nachweisen kann, dass er den Baum kontrolliert hat.

Um diesen Haftungsausschluss zu vermeiden, sollten Sie schriftlich den Nachbarn nochmals auf die Gefahr und das Ergebnis des Dendrologen hinweisen.

Vielleicht wäre es zur Vermeidung nachbarschaftlicher Streitigkeiten sinnvoll, hier mit einen Sachverständigen einen gemeinsamen Besichtigungstermin zu vereinbaren.

Zeigt der Nachbar dann immer noch kein Einsehen, könnte ein Beseitigungsanspruch nach § 1004 BGB hier bestehen, wobei Sie aber im Streitensfall dann vollständig nachweisen müssen, dass der Baum nicht standfest ist und eine konkrete Gefahr droht.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 26.06.2006 | 15:27

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für die rasche Antwort. Sind Sie sicher, daß die Rechtslage in Hessen genauso ist?

Nochmals vielen Dank vorab

xxxxxx xxxxxxxxx

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2006 | 15:37

Ja, denn auch in Hessen gilt das BGB. Auch die hess Baumschutzverordnung oder andere landesgesetzliche Regelungen führen nicht zu einer Freistellung des Nachbarn, wenn er trotz des Hinweises "sehenden Auges" Ihnen den Schaden dann zufügt.

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