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Haftung für undichtes Dach für Arbeiten ohne Auftrag/ ohne Vergütung

03.09.2014 09:33 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Im Zuge eines Flachdach-Neubaus ( VOB Vertrag) wurden laut Angebot und späterer Rechnungserstellung alle Leistungen wie vereinbart ausgeführt. Unter anderem enthält das Angebot/die Rechnung folgende Punkte für die Abdichtung sogenannter Dachdurchdringungen:
1.Lieferung und Einbau von Flachdachlüftern 10 Stück
2. Eindichtung einer Aufzugslüftungsanlage
Das Eindichten einer Antennenstange für eine Sat-Anlage wurde nicht vereinbart und taucht in keinem Schreiben (Angebot/Rechnung) auf.

Nach fast 2,5 Jahren ist das Dach undicht. Bei der Überprüfung im Rahmen einer zugesandten Mängelanzeige stellt sich nun heraus, dass die Antennenstange nicht ordnungsgemäß abgedichtet war und hier jetzt viel Wasser eingedrungen ist.
Wäre der Dachdecker verpflichtet gewesen, diese Antennenstange unentgeltlich mit abzudichten oder hätte der Antennenbauer hier die Verpflichtung gehabt, diese Stange einzudichten bzw. eindichten zu lassen?
Es gibt hier Streitigkeiten und zwei Sichtweisen.
Die Sichtweise des Antennenbauers: Der Dachdecker wusste von der Antennenstange und hätte sie im Rahmen der Gesamt-Dachbaumaßnahme mit eindichten müssen.
Die Sichtweise des Dachdeckers: Der Antennenbauer hatte den Auftrag, die Antennenanlage zu liefern und zu montieren. Folglich ist er auch für die Dichtigkeit seiner Dachdurchdringung zuständig oder hätte die Abdichtung selbst vornehmen müssen ( oder durch die offizielle und schriftliche Beauftragung des Dachdeckers abdichten lassen müssen)
Es gibt hier keine Schriftstücke bzw. nur wage mündliche Aussagen des Antennenbauers nach dem Motto:
"Ich habe dem Dachdecker damals gesagt, dass er die Stange noch abdichten muss."
Wer kommt jetzt für den Schaden auf ? ( Trocknung der Dachfläche, Malerarbeiten in der Wohnung usw.)

Sehr geehrter Ratsuchender,


da nach Ihrer Sachverhaltsschilderung der Dachdecker den Gesamtauftrag gehabt hat, wird er haften.


Unabhängig von der bestehenden Verpflichtung der Abdichtungen aller Anschlüsse hätte es aber zumindest die Nebenpflicht gegeben, SIE von nicht abgedichteten Öffnungen zu unterrichten. Auch das ist unterblieben, so dass der Dachdecker haftet.



Etwas Anderes wird sich nur dann ergeben, wenn der Dachdecker seine Arbeiten komplett abgeschlossen hatte und erst DANACH der Antennenbauer neue Durchführungen geschaffen hat; dann würde der Dachdecker dafür nicht mehr haften - der Antennenbauer wäre in der Haftung.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2014 | 14:01

Vielen Dank für die Ihre Antwort.
Ich habe aber noch eine weitere Nachfrage.
Da es sich bei dem Bau um einen kompletten Neubau handelte und die Antennenstange weder im Angebot noch in der Rechnung auftaucht, also diese Leistung im Pauschal-Preis nicht vergütet wurde, ist dann nicht der Bauträger als Bauherr verpflichtet, uns darüber zu informieren bzw. hätte er auf diesen Umstand nicht hinweisen müssen?
Und hat der Antennenbauer, der ja die Leistung "Lieferung, Einbau und Inbetriebnahme einer Sat-Anlage" vergütet bekommen hat, nicht auch eine Verpflichtung an der Dichtigkeit seiner Stange mitzuwirken bzw. hier auf diesen Umstand der Nichtabdichtung aufmerksam zu machen ? Sein Bauteil ist doch letztlich das, was zur Undichtigkeit geführt hat.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2014 | 14:38

Sehr geehrter Ratsuchender,


kein Problem; dafür gibt es ja die Nachfragefunktion.

Sicher; wenn es offenbar ein Generalunternehmer gegeben hat und Sie die Gewerke Dachdecker und Antennenbau nicht gesondert und extra vergeben haben, liegt die Haftung beim Bauträger als Vertragspartner (das ließ sich der Eingangsfrage so nicht entnehmen).

Ist das nicht der Fall, haben Sie also Extra-Verträge, verbleibt es bei der Erstantwort.

Der Dachdecker kann nciht einen Teil des Daches ohne Abdichtung lassen, wenn er einen Gesamtauftrag hat. Daran ändert auch nichts, dass die Stange gesetzt worden ist (wenn es eben nicht nachträglich gewesen ist - siehe oben).


Ihr Beispiel greift nicht: Auch der Zimmermeister lässt einen offenen Dachstuhl und haftet bestimmt nicht, wenn der Dachdecker später den Frist z.B. nicht eindeckt. Ich hoffe, das wird damit deutlicher.

Der Dachdecker hatte nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung den Gesamtauftrag und den hat er nicht erfüllt. Er kannte nicht einfach eine undichte Stelle am Dach hinterlassen, ohne ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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