Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haftung des Gesellschafters in einer LTD. !

13.01.2010 09:26 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Guten Tag,

ich bin nun schon seit mittlerweile 8 jahren geschäftsführender Gesellschafter einer in GB im companyhouse eingetragenen
LTD. welche ihren Sitz in der BRD hat und auch beim zuständigen AG im HR Abteilung B eingetragen ist, und befasse ich mich aus unterschiedlichen Gründen mit der Thematik der Insolvenz!
Ist mein Privatvermögen im Falle der Insolvenz geschützt oder nicht?
MfG



Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Die Haftung des Geschäftsführers einer LTD., welche ihren Sitz in Deutschland hat, beurteilt sich nicht zwangsläufig nach englischem Recht.

Durch den EuGH entschieden ist bereits die Frage, dass sich eine Gesellschaft und deren Gesellschafter an das Recht des Landes halten müssen, in dem sie Ihren Sitz haben.

Dies verstößt nach EuGH auch nicht gegen die europarechtliche Niederlassungsfreiheit.

Daher ist die Haftung des Gesellschafters anhand der Haftung einer deutschen GmbH zu beurteilen – denn nach BHG entspricht die Limited der deutschen GmbH.

Was Sie interessiert, ist die sogenannte Durchgriffshaftung auf den Gesellschafter, welche sich zum englischen Recht erheblich unterscheidet.

Zum einen sind entsprechende Haftungsansprüche bei der GmbH gesetzlich geregelt.

Der Geschäftsführer unterfällt unter anderem dann der Durchgriffshaftung, wenn er einen notwendigen Insolvenzantrag nicht stellt, § 64 GmbHG.


In anderen Fällen unterliegt der Geschäftsführer einer englischen Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland nach der Rechtsprechung des BGH (BGH, II ZR 5/03) keiner persönlichen Haftung analog § 11 II GmbHG.


Eine Durchgriffshaftung des Geschäftsführers einer englischen Limited kann daher auch in Deutschland nur nach den diesbezüglichen für sie geltenden Haftungsregelungen durchgesetzt werden.

Die Rechtsprechung kennt folgende Fallgruppen, in denen eine persönliche Haftung des Geschäftsführers eintreten kann (vgl. Urteil des OLG Hamm (Urteil vom 27. 1. 2006 - 12 U 108/05, NZG 2006, 826):

Haftungsdurchgriff insbesondere:

1) nach Rechtsscheingrundsätzen, wenn die Gesellschaft nicht eindeutig als ausländische Gesellschaft mit beschränkter Haftung firmiert bezeichnet ist.
An diesen Fall sind strengere Anforderungen als bei inländischen Gesellschaften zu stellen, etwa was die Zulässigkeit von Abkürzungen eines ausländischen Rechtsformzusatzes angeht, der im Inland noch keine allgemeine Verkehrsgeltung erlangt hat. Die Haftung besteht also dann, wenn Sie unter anderem auf Briefbögen nicht ausreichend darauf hinweisen, daß es sich um eine Limited handelt.


2) aus Delikt (§§ 826, 823 II BGB i.V. mit § 263 StGB); also bei vorsätzlich sittenwidrigen Schädigungen des Geschäftsführers gegenüber Dritten
Gerade im Falle der Insolvenz kann diese Fallgruppe relevant werden, denn durch die rechtzeitige Stellung eines Insolvenzantrages sollen ja Dritte geschützt werden.

3) aufgrund der Inanspruchnahme besonderen Vertrauens – also wenn der Geschäftsführer bei dem Geschäftspartner besonderes persönliches Vertrauen für die reibungslose Durchführung eines Geschäfts in Anspruch nimmt oder sich ein Vertragspartnerauf Zusagen verlässt und das Geschäft nur wegen dieser Zusage eingeht.

4) und aus darüber hinaus im Herkunftsland der Gesellschaft anerkannten Fallgruppen einer Durchgriffshaftung

Hierbei ist zu bemerken, dass das englische Case-Law ebenso Fallgruppen der Durchgriffshaftung bei juristischen Personen kennt. Denn Regeln des Haftungsdurchgriffs wurden gerade dort entwickelt, wo äußerst begrenzte Mindestkapitalanforderungen bestehen – eben um hierfür einen Ausgleich zu schaffen.



Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine persönliche Haftung als Geschäftsführer nur dann in Frage kommt, wenn dem Geschäftsführer persönlich vorwerfbares Verhalten anlastet.
Er muss also nicht für das persönliche Fehlverhalten anderer haften, es sei denn, es trifft ihn eine Pflicht auf Dritte einzuwirken oder diese zu kontrollieren.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen.



An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70954 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Prima Service ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Kurze und aussagefähige Antwort, und darüber hinaus noch wertvolle Tips für das eigene Vorgehen - sehr empfehlenswert! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort vom Anwalt hat mir sehr weitergeholfen. Hat sich gelohnt für wenig Geld einen Anwalt hier zu kontaktieren. ...
FRAGESTELLER