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Haftung bei fremder Nutzung meines eBay-Accounts - Abbruchjäger-Schadensersatz

16.01.2018 12:55 |
Preis: 40,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


Hallo,
vor 3 Wochen erhielt ich eine E-Mail eines mir unbekannten eBay-Mitglieds, der erklärte, dass er vor 3,5 Jahren zum Zeitpunkt des Abbruchs der Auktion Höchstbietender mit seinem, im Gegensatz zum aktuellen, damals abweichenden ebay-Namen auf ein Fahrzeug gewesen sei.
Er bat um Mitteilung der Kontonummer um den Betrag im unteren Hunderterbereich zu überweisen und Bestimmung des Abholortes.

Mein eBay-Account wird nur ganz selten von mir, sondern seit Jahren in der Mehrzahl von meinem Verlobten benutzt, der auch die Zugangsdaten hat.
Da mir weder ein Fahrzeugverkauf noch ein Auktionsabbruch bekannt ist, habe ich dies dem unbekannten Mitglied mitgeteilt.
Nur wenige Tage später erhielt ich ein Schreiben seines Anwalts, in der die Herausgabe des Fahrzeugs gefordert wird oder ersatzweise Schadensersatz iH des Schätzwertes abzüglich des angeblichen Gebots.​
Noch bevor ich dezidiert darauf antworten oder Nachforschungen betreiben konnte, wurde mir Ende Dezember 2017 durch das Amtsgericht ein Mahnbescheid zugestellt​, offenbar um eine Verjährungsfrist einzuhalten.
Ich habe daraufhin zunächst einmal mit meinem Verlobten ​über einen möglichen Vorgang in 2014 gesprochen, aber auch ihm war kein Fahrzeugverkauf bekannt.
Allerdings räumte er ein, dass sein Vater vor Jahren einmal auch, ohne dass dieser von mir eBay-​Zugangsdaten oder eine Zustimmung erhalten hat, 2 Fahrzeuge über Auktionen verkauft hat. Mein Verlobter hatte ihm die Zugangsdaten dazu mitgeteilt.
Eine Aktion, möglicherweise die besagte, sei auch vorzeitig abgebrochen worden, allerdings aus der Erinnerung seines. Vaters rechtzeitig ​und mit triftigem Grund.
Ich habe dann eBay kontaktiert um die Daten ​der Auktion mit der vom Kläger genannten Artikelnummer und auch um weitere Daten des unbekannten eBay-Mitglieds zu erhalten.
Trotz mehrfacher Nachfrage via E-Mail konnte der eBay-Service keinen Auktionshaus-Vorgang mit der Artikelnummer finden.
Weiterhin wurde mir mitgeteilt, dass der Klagende seit über zehn Jahren eBay-Mitglied mit inzwischen 3 wechselnden eBay Namen ist.​

Gegen den Mahnbescheid habe ich sofort Widerspruch eingelegt, möchte mich aber für eine mögliche Auseinandersetzung wappnen.
Meine Fragen wären:
1.Wäre ich streng genommen überhaupt Vertragspartner, wenn mein Konto ohne mein Wissen und meine Zustimmung von Dritten benutzt wird. Schließlich habe ich die Zugangsdaten ausschließlich meinem Verlobten zu dessen eigener Verwendung gegeben.
Darüber hinaus wäre es bei einem fiktiven Verkauf eines Fahrzeugs, im Gegensatz zum Versand, bei Abholung und Übergabe des Fahrzeugs zu einem Aufeinandertreffen der eigentlichen Vertragspartner gekommen.

2. Das Vorgehen der Gegenseite erinnert in seinen Merkmalen auf einen so genannten Abbruchjäger hin.
Hinweise dafür sind, dass er seine Forderung jetzt erstmalig nach 3,5 Jahren geltend macht, sofort den Schadensersatz beziffert und Mahnbescheid erlässt, mit wechselnden Identitäten bei eBay agiert und, wenn man seinen vorherigen eBay-Namen googelt, auf einen Vorgang bei eBay.uk trifft, bei der sich ein englischer Verkäufer ebenfalls mit ihm in ähnlicher Form auseinandersetzen musste, und Auskünfte über die deutsche Rechtslage in solchen Fällen einzuholen versuchte.

3. Wie kann ich erreichen, dass eBay mir seine Aktivitäten unter seiner vorherigen eBay-Namen offen legt?
Und weiterhin, wie kann ich erreichen, dass eBay intensiv nach dem angeblichen Auktionsvorgang mit der Artikelnummer sucht, obwohl mir mitgeteilt wurde, diese Artikelnummer bestünde nicht. Ich gehe allerdings davon aus, dass irgendetwas vorliegen muss, sonst würde das Risiko eines Mahnbescheides mit den dazugehörigen Kosten, nicht eingegangen

16.01.2018 | 14:31

Antwort

von


(319)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 017634393408
Web: http://anwalt-prime.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.


1.Wäre ich streng genommen überhaupt Vertragspartner, wenn mein Konto ohne mein Wissen und meine Zustimmung von Dritten benutzt wird. Schließlich habe ich die Zugangsdaten ausschließlich meinem Verlobten zu dessen eigener Verwendung gegeben.
Darüber hinaus wäre es bei einem fiktiven Verkauf eines Fahrzeugs, im Gegensatz zum Versand, bei Abholung und Übergabe des Fahrzeugs zu einem Aufeinandertreffen der eigentlichen Vertragspartner gekommen.

Sie sind hier nicht Vertragspartner der Gegenseite geworden. Zwar kommt hier grundsätzlich trotz der Nutzung Ihres Ebay-Kontos durch Dritte eine Zurechnung von deren Handeln im Rahmen der Anscheinsvollmacht in Betracht, da Ihnen Bekannt war, da Sie wussten dass Ihr Verlobter Zugriff auf das Konto hatte.

Hier führen Sie jedoch richtig aus, dass es bei einem Verkauf des Fahrzeugs bei der Übergabe zu einem Augeinandertreffen der tatsächlichen Vertragspatner, zudem kommt es einem potentiellen Käufer hierbei nicht entscheidend auf die Identität des Verkäufers an. Somit ist hier der Vater Ihres Verlobten und nicht Sie als Vertragspartner anzusehen.



2. Das Vorgehen der Gegenseite erinnert in seinen Merkmalen auf einen so genannten Abbruchjäger hin.
Hinweise dafür sind, dass er seine Forderung jetzt erstmalig nach 3,5 Jahren geltend macht, sofort den Schadensersatz beziffert und Mahnbescheid erlässt, mit wechselnden Identitäten bei eBay agiert und, wenn man seinen vorherigen eBay-Namen googelt, auf einen Vorgang bei eBay.uk trifft, bei der sich ein englischer Verkäufer ebenfalls mit ihm in ähnlicher Form auseinandersetzen musste, und Auskünfte über die deutsche Rechtslage in solchen Fällen einzuholen versuchte.

Richtig ist, dass hier vieles darauf hindeutet, dass es sich um einen so genannten "Ebay-Abbruchjäger" handelt, auch wenn dies aus der Ferne natürlich nicht mit letzter Sicherheit zu sagen ist. Insofern wäre hier der Einwand der rechtsmissbräuchlichen Handelns zu machen.



3. Wie kann ich erreichen, dass eBay mir seine Aktivitäten unter seiner vorherigen eBay-Namen offen legt?
Und weiterhin, wie kann ich erreichen, dass eBay intensiv nach dem angeblichen Auktionsvorgang mit der Artikelnummer sucht, obwohl mir mitgeteilt wurde, diese Artikelnummer bestünde nicht. Ich gehe allerdings davon aus, dass irgendetwas vorliegen muss, sonst würde das Risiko eines Mahnbescheides mit den dazugehörigen Kosten, nicht eingegangen

Hier besteht kein Auskunftsanspruch gegen Ebay. Es ist auch davon auszugehen, dass die betreffende Auktion, genauso wie vorherige Auktionen dieser Person, längst gelöscht ist.

In einem gerichtlichen Verfahren wäre jedoch die Gegenseite darlegungs- und beweisbelastet und müsste die Auktion genau beschreiben und nachweisen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.


Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.02.2018 | 18:52

Guten Tag, zunächst einmal vielen Dank für Ihre umfassende Antwort auf meine Fragen.
Mittlerweile hat die Gegenpartei Klage erhoben und ich bin angehalten innerhalb von 14 Tagen zu erwidern. Gegebenenfalls würde ich gerne ihre Dienste in den nächsten Anspruch nehmen, kann aber nicht erkennen, ob EBay-Recht zu ihren Fachgebieten gehört.
Möglicherweise ist dies aber garnicht relevant, wenn Ihre Annahme stimmt, dass ein möglicher Kaufvertrag nicht mit mir sondern mit meinem künftigen Schwiegervater zustande gekommen ist. Insbesondere auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bei einem Autokauf im Gegensatz zu einem sonstigen Versand bei eBay, der Käufer durch Abholung erst bei Übergabe des Fahrzeugs auf seinen Vertragspartner trifft.
Da meine Rechtschutzversicherung vor drei Jahren noch nicht bestand, übernimmt sie auch keine Kostendeckung. Dies, obwohl ich der Meinung bin, das Rechtsschutz bestehen müsste, weil ich nicht Verkäufer war und falscher Ansprechpartner bin. Daher hätte ich auch gerne gewusst, wie hoch ihr Honorar bei einem Streitwert von 1245 € für das Fahrzeug zuzüglich gegnerischer Prozesskosten sind.
Für eine zeitnahe Antwort wäre ich sehr dankbar, da die Klage erwidert werden muss.
Für eine Beauftragung hätte ich auch gerne gewusst, welche Unterlagen ich Ihnen auf welchem Wege zukommen lassen müsste. Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.02.2018 | 09:20

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt.

In einem Prozess müsste dann hier Ihre Passivlegitimation bestritten werden.

Unsere Gebühren sowie die Anwaltsgebühren der Gegenseite würden bei 365,93 € liegen, die Gerichtskosten bei 213,00 €.

Die Kosten sind nach Abschluss des Verfahrens grundsätzlich von der Partei zu tragen, die unterliegt.

Das Gesamtkostenrisiko beträgt somit 944,86 €.

Im Falle einer Mandatierung wäre es ratsam, alle Unterlagen die im Zusammenhang mit diesem Rechtsstreit vorliegen, zu übermitteln.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie in dieser Sache weitere rechtliche Hilfe benötigen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt. Ich stehe Ihnen aber auch weiterhin gerne bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

J. Geike
Rechtsanwalt

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