Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Haftung bei Transportschaden

02.01.2013 14:01 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

in der nachfolgenden Angelegenheit bitte um Einschätzung der Rechtslage:
Wir haben im Oktober bei einen Glashersteller 10 filigran Glastablare mit den Abmessungen 120cm * 7cm * 6mm bestellt die für eine Vitrine bestimmt waren.
Wir baten um angemessene Verpackung und Versand und nahmen die nicht unerheblichen Transportkosten von 90 Euro für Gläser im Wert von etwa 200 Euro in Kauf.
Die Lieferung am 26.10 nahm meine Frau persönlich entgegen. Am Abend entfernten wir gemeinsam die Verpackung und stellte sogleich fest, dass eines der Gläser beschädigt war.
Die Verpackung war rudimentär und bestand lediglich aus einer etwa 1cm dicken
Noppenfolie aus Kunststoff ohne Kantenschutz oder Abstandshalter bzw. Verpackung
wie Sie typischerweise für bei ähnlichen Produkten verwendet werden.
Den Schaden haben wir am nächsten Tag gemeldet. Dann folgte ein Hin- und Her
per Mail in denen wir von der zuständigen Sachbearbeiterin mehrfach gefragt wurden, wie es mit der Abholung sei.
Da wir 600km vom Hersteller entfernt wohnen, betonte ich mehrfach vergeblich, dass an eine
Abholung nicht zu denken sei: Also Ware versenden.
Dann war über ein Monat Funkstille. Als ich Ende November nachhakte, bekam ich
so hören das die Transportfrage noch nicht geklärt sei. Daraufhin bin ich deutlicher geworden und habe unverzüglich um Ersatz gebeten - Wieder 2 Wochen Funkstille - Zuletzt habe ich mich bei Geschäftsleitung beschwert, diese möge die Angelegenheit endlich in Ordnung bringen. Am 28.12 erhalte ich eine Mail von der Sachbearbeiterin mit dem Wortlaut:

"nach Rücksprache mit der GF und unserem Controller soll ich ihnen folgenden Vorschlag unterbreiten. Fertigung Glas –Tablar aus Kulanz neu, aber keine Erstattung/ Übernahme der Versandkosten. ( Da bei Annahme der Ware keine Beschädigung vermerkt wurde )"

Also
1 wir sollen erneut Transportkosten übernehmen, obwohl wir die Ware bereits beschädigt erhalten haben
2 die Sache wird so hingestellt als hatten wir keinen Anspruch auf Ersatz und kämen "grosszügigerweise" in den Genuss von Kulanz.

Da der Streitwert niedrig ist, haben wir hier ein Problem, das man als Verbraucher immer wieder hat. Der Lieferant erhofft sich, dass die Sache deswegen versandet, und ggf. entweder auf Ersatz verzichtet oder die Kröte schluckt und erneut zahlt.

Da mir heute morgen nun endgültig der Kragen geplatzt ist, höre ich nun gerne die Einschätzung einer rechtskundigen Person.

Liebe Grüsse
Familie H. aus Südbaden.

Sehr geehrter Fragesteller/in,


ich beantworte Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Angaben und des Einsatzes wie folgt:

Grundsätzlich haben Sie erstmal einen Anspruch darauf, eine mangelfreie Kaufsache zu erhalten.

Die Besonderheit liegt hier in dem Versendungskauf: Sie hatten um Versand der Ware gebeten.

Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat (§447 BGB ).

Dies bedeutet erstmal, dass die Gefahr der Verschlechterung oder des Untergangs mit Abgabe bei der Post o.ä. auf Sie übergegangen ist.Etwaige Transportschäden wären dann gegen das Transportunternehmen geltend zu machen. Darauf berufen sich Verkäufer immer wieder gerne.

Nun schildern Sie jedoch, die Verpackung sei nicht angemessen, mithin fehlerhaft gewesen. Die genannte Vorschrift gilt immer dann nicht, wenn der Verkäufer für den Schaden verantwortlich ist, also bei Untergang oder Beschädigung infolge falscher Verpackung oder Verladung ( BGH NJW 68,1929 ). Die ordnungsgemässe Verpackung ist nämlich Nebenpflicht des Verkäufers.

Schwierigkeiten ergeben sich in solchen Fällen - auch in Ihrem Fall- leider immer wieder im Zusammenhang mit der Beweislast. Ihre Angaben zugrundegelegt, die Verpackung sei ungenügend gewesen, müssten Sie diesen Umstand auch nachweisen können.Sie schreiben, es hätten Absandshalter, Kantenschutz etc. gefehlt. Sollte dies bei einem Versand ähnlicher Artikel zu erwarten sein, und war die Verpackung infolge dessen fehlerhaft, so haben Sie einen Anspruch auf Neulieferung, ohne dass Sie nochamls für die Versandkosten aufkommen müssten. Ein rechtlicher Hinweis an den Verkäufer, am besten unter Beifügung der Beweisfotos von der Verpackung etc. wäre anzudenken. Dass bei Annahme keine Beschädigung vermerkt wurde, ist nicht weiter hinderlich, da sich dies wohl nur auf äusserlich bemerkbare Beschädigungen beziehen dürfte. Diesbezüglich wären weitere Angaben erforderlich. Sie haben den Schaden jedenfalls umgehend gerügt. Daher sollten Sie - vorausgesetzt die Verpackung war tatsächlich fehlerhaft- an Ihrem Anspruch festhalten.




Mit freundlichen Grüßen



T.Asthoff

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90264 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Klar und deutlich, und sogar mit Humor ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach einzigartig perfekt einfühlsam und geduldig wie meine vielen Fragen und Nachfragen ausführlich und auch für mich als Laie verständlich und vorallem auch schnell „Tag und Nacht" beantwortet werden. Meine Hochachtung und ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Es ging um die Frage, mit welchem Argument eine Mieterhöhung begründet werden kann, wenn kein Mietspiegel und keine Vergleichsmiete vorliegt. Diese Frage wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet. ...
FRAGESTELLER