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Haftung bei Eigentümerwechsel

27.01.2012 11:20 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Ich möchte meine Eigentumswohnung verkaufen. Ein Miteigentümer hat die Gemeinschaft auf Vornahme von Sanierungs-/Instandhaltungsarbeiten verklagt. Der Ausgang des Prozesses ist noch offen.

Sollte der Miteigentümer den Prozess gewinnen, werden erhebliche Beträge für die dann vorzunehmenden Arbeiten anfallen.

Muss ich für diese Kosten (Handwerker etc.) im Rahmen meiner Nachhaftung ggf. auch anteilig aufkommen? Kann der Erwerber meiner Wohnung mich insofern - anteilig - in Regreß nehmen?

Falls ja, kann ich meine Behaftung im Hinblick auf den schwebenden Prozess im Notarvertrag ausschließen oder einschränken?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Richtig, dieses sollte im notariellen Kaufvertrag unbedingt Erwähnung finden, weshalb Sie den Käufer und den Notar darüber in Kenntnis setzen sollten.

Der beste Weg ist derjenige über den Notar, den in eine Kaufsvertragsentwurfsfassung dieses vermerkt und Anlagen beifügt, die den Prozess betreffen - insofern können Sie sich auch mit dem WEG-Verwalter zwecks Informationsbeschaffung in Verbindung setzen.

Zur Nachhaftung:

Von der Übergabe an gebühren dem Käufer die Nutzungen und trägt er die Lasten der Sache.

Da der Käufer mit den damaligen Sanierungs-/Instandhaltungsarbeiten jedoch nichts zu tun hat, auch an keinem WEG-Beschluss etc. mitgewirkt hat, sind Sie grundsätzlich in der Haftung.

Normalerweise wird dann eine solche im Notarvertrag vereinbart, wobei natürlich Abweichungen möglich sind, aber schließlich wird dieses der Käufer auch rein faktisch von Ihnen erwarten, bevor er die Immobilie erwirbt.

Zudem ist letztlich der Prozessausgang abzuwarten, der wahrscheinlich momentan noch offen ist.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Ergänzung vom Anwalt 27.01.2012 | 11:55

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

eine Ergänzung noch:

Nein, die Nachhaftung lässt sich auch rechtlich nicht ausschließen nach meiner ersten Einschätzung, gleichwohl kann Abweichendes - z. B. eine Begrenzung - vereinbart werden.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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