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Haftung bei Bodenschaden im gemieteten Raum einfordern

| 10.02.2013 18:38 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


11:30

Bitte antworten Sie nur, wenn Sie in München niederlassen sind.

Ich organisierte als Freiberufler für einen Kunden einen Kindergeburtstag und im Rahmen dessen buchte ich ihm auch einen Raum, damit er alles aus einer Hand hat. Ich zahlte den Vermieter und der Kunde zahlte mir den Raum, wobei ich an dem Raum nichts verdiente. Ich war nur der Zwischenhändler. Ein Mitarbeiter von mir kam, ließ den Kunden und die Kinder in den Raum und machte ein Program mit den Kindern. Anschließend gab er den Schlüssel dem Kunden und ließ eine Haftunserklärung unterschreiben, der folgenden Satz beinhaltet: "Ich wurde darüber unterrichtet, dass ich nach dem Erhalt der Schlüssel für den Raum und die Schlüssel verantwortlich bin und für jeglichen Schaden im Raum aufkommen muss, den ich oder meine Gäste bei und nach dem Geburtstagsprogramm im Raum verursachen." Der Kunde blieb im Raum zum Auräumen und schickte mir die Schlüssel per Einschreiben zurück. Vor und während des Programs war alles in Ordnung, kein Schaden entstand.

Zwei Tage später rief mich der Vermieter an und beschwerte sich über Schaden auf dem Laminatboden. Ich rief sofort den Kunden an und wollte mich mit ihm vor Ort treffen, um dies anzuschauen, doch er sagte "er habe keine Lust das anzuschauen, was soll das mit paar Kratzer". Ich schaute zusammen mit dem Vermieter und meinem Mitarbeiter den Raum an und stellte fest, dass der Laminatboden komplett und tief zerkratz ist, eine Reparatur ist nicht möglich. Ich rief den Kunden nochmal an und bat um einen Termin vor Ort, um diesen Schaden gemeinsam anzuschauen. Am Telefon wurde ich nur beschipft und mit schlechtem Ruf und Anwalt gedroht, wenn ich die Sache weiterverfolge. Er sagte, wenn man keine Kratzer im Raum haben will, soll man nicht vermieten. Ich schickte ihm eine E-Mail und bat nochmal um Kooperation mit einem Frist von fünf Tagen, sonst würde ich einen Anwalt einschalten.

Wir haben Zeugen, die den Raum vor dem Programm gesehen haben und bezeugen können, dass kein Bodenschaden vorhanden war und Zeugen, die zum ersten Mal nach dem Programm im Raum waren und den Schaden feststellten.

Nun meine Fragen dazu:
1. Reichen die unterschriebene Haftunserklärung des Kunden und Zeugen aus, um seine Haftung einzufordern?
2. Sollte sich der Kunde nicht melden, welche Schritte müssen wir unternehmen, um diesen Schadensanspruch geltend zu lassen?
3. Wäre es sinnvoll einen Sachverständiger zu beauftragen, um den Zustand des Bodens zu protokollieren?
4. Wer trägt die Kosten eines Sachverständigers und unseres Anwalts, wenn wir vor Gericht gehen müssen und den Prozess gewinnen?

Da es sehr danach aussieht, dass wir hier einen Anwalt einschalten müssen, wäre es sinnvoll Antwort von einem in München niederlassenen Anwalt zu erhalten.

10.02.2013 | 20:01

Antwort

von


(1213)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich begründet die genannte Erklärung eine Haftung des Kunden für den entstandenen Schaden. Etwas Anderes könnte nur dann gelten, wenn es sich bei dem "Schaden" um eine normale Abnutzung handelte, die durch den Mietzins abgedeckt ist. Da Sie aber sagen, der Laminatboden sei komplett und tief zerkratzt, wird man von Schäden ausgehen dürfen, die selbst bei einem Kindergeburtstag außerhalb des üblichen Gebrauchs liegen. Hier liegt aber auch für den Fall des Prozesses ein Risiko, da das Gericht unter Umständen argumentieren könnte, wer Räume für einen Kindergeburtstag vermiete, müsse bei einem Laminatboden mit Beschädigungen rechnen.


2.

Bei der Geltendmachung des Schadenersatzanspruchs sind zunächst die Vertragsverhältnisse zu klären. Wenn Sie nur vermittelnd tätig geworden sind, spricht das dafür, daß der Mietvertrag direkt zwischen dem Vermieter und dem Kunden zustande gekommen ist. Alternativ besteht die Möglichkeit, daß Sie den Raum angemietet und sodann an den Kunden für die Feier untervermietet haben. Ganz eindeutig läßt sich das aus der Sachverhaltsschilderung nicht entnehmen.

Sind Sie Hauptmieterin, wird der Vermieter von Ihnen Schadenersatz verlangen. Sie werden dann Regreß beim Kunden nehmen.

Gibt es dagegen kein Vertragsverhältnis zwischen Ihnen und dem Vermieter, muß sich der Vermieter direkt an Ihren Kunden wenden.

D. h. zunächst müssen die Vertragsverhältnisse präzise festgestellt werden, um sagen zu können, wer Ansprüche geltend macht.


3.

Ggf. ist es sinnvoll, ein selbständiges Beweisverfahren einzuleiten. Das ist ein gerichtliches Verfahren, in dem ein Sachverständiger bestellt wird, um ein Gutachten über den Schaden und die zu seiner Behebung erforderlichen Kosten zu erstelle. Wenn Sie selbst außergerichtlich einen Gutachter beauftragen würden, könnte Sie dessen Kosten nicht gegen den Kunden geltend machen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Kostenvoranschlag eines Handwerksbetriebs bezüglich der Schadensbehebung einzuholen und die veranschlagten Kosten ggf. im Prozeßweg geltend zu machen.

Vorteil des selbständigen Beweisverfahrens: Wenn das Gutachten erstellt ist, kann der Vermieter den Schaden beseitigen lassen ohne fürchten zu müssen, Beweismittel (Schäden) zu vernichten. Durch das Gutachten sind die Beweismittel "gesichert".


4.

Wenn Sie im Prozeß zu 100 % obsiegen, trägt der Gegner die Kosten.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 10.02.2013 | 23:49

Vielen Dank für Ihre Antwort. Zu den Punkten 1., 3., 4.: danke, passt. Punkt 2. wurde missverstanden, es ging nicht um die Klärung der Schuldhaft, was Sie beschreiben war klar. Die Frage zielte darauf, wie wir vorgehen sollen, wenn der Kunde weder auf Anrufe, noch auf schriftliche Korrespondenz reagiert, sondern uns einfach ignoriert in der Hoffnung, wir lassen die Sache fallen. Sollen wir einen Anwalt beauftragen, der den Schaden begutachtet oder gegenüber dem Kunden eine Anzeige erstatten wegen Sachbeschädigung, usw? Also welche Schritte man einleitet, um den Kunden dazu zu bringen, für den Schaden aufzukommen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.02.2013 | 11:30

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn man die Höhe des Schadens (noch) nicht kennt, sollte man den Kunden auffordern, seine Schadenersatzpflicht dem Grunde nach anzuerkennen. Hierzu ist eine dem Datum nach bestimmte Frist zu setzen. Kennt man die Schadenhöhe, z. B. aufgrund eines Kostenvoranschlags, kann man dem Kunden eine Frist zur Zahlung setzen. In beiden Fallkonstellationen empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Die Anschreiben sollten per Einschreiben mit Rückschein erfolgen.

Der Kunde hat auch die außergerichtlichen Anwaltskosten aus dem Gesichtspunkt der positiven Vertragsverletzung sowie der unerlaubten Handlung zu tragen.


2.

Von einer Strafanzeige rate ich ab, da Sie damit nichts erreichen. Es wird dem Kunden kaum nachzuweisen sein, daß er den Boden vorsätzlich beschädigt hat. Und damit würde ein Ermittlungsverfahren mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt werden. Die fahrlässige Sachbeschädigung ist jedoch nicht strafbar.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.02.2013 | 10:34

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 13.02.2013
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