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Haftung bei Artikeln mit Private Label Rights (PLR)

| 26.02.2015 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Zusammenfassung: Haftung bei Weiterveräußerung von Private label rights bzw. White Label - Produkten

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe diverse PLR Artikel erworben (Musik, ebooks, Webgrafiken) und möchte diese im Internet auf Auktionsplattformen und im Webshop für persönliche und kommerzielle Nutzung anbieten. Bei Artikeln mit "Private label rights" wird es in der Regel erlaubt, dass man unter eigenem Namen verkauft oder sogar selbst als Autor auftritt. Meine Frage wäre, wer für die Inhalte haftet.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Für die Funktionsfähigkeit (Abspielbarkeit) des Artikels haften Sie dem Käufer gegenüber als Verkäufer nach Sachmängelgewährleistungsrecht.

2. Sofern der Artikel selbst unter Verletzung von Urheberrechten hergestellt wurde, weil z.B. der Hersteller selbst kopiert hat, haften Sie dem Rechteinhaber beim Weiterverkauf der Artikel ebenfalls.

Der Weiterverkauf stellt eine Verbreitungshandlung dar, die dem Rechteinhaber vorbehalten ist.

Guter Glaube entlastet bei der urheberrechtlichen Haftung grundsätzlich nicht. Bei der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke, werden dem Nutzer höchste Sorgfaltspflichten auferlegt.

3. Sofern die Inhalte in anderer Weise rechtswidrig sind (z.B. rechtswidrige Äußerungen enthalten oder verunglimpfend zum Nachteil Dritter sind) sind Sie ebenfalls in der Haftung, da Sie durch Weiterverkauf zumindest Beihilfe zur Rechtsverletzung geleistet haben. Eher noch wird man Ihnen in dem Fall jedoch vorwerfen, sich als Verkäufer die Inhalte zu eigen gemacht zu haben. Dies umso mehr, als Sie bei derartigen White-Label-Produkten als Urheber in Erscheinung treten.

4. Sollte ein Haftungsfall auftreten, werden Sie jedoch Ihrerseits gegenüber dem Verkäufer Regressansprüche stellen können.

Ich hoffe, Ihnen eine rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Für Rückfragen stehe ich ab morgen früh wieder zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.02.2015 | 11:35

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Eine Frage noch zu Punkt 2: Bei den gekauften PLR Artikeln liegt in der Regel eine Lizenz vom Urheber bei, die stichwortartig aufzeigt, was erlaubt ist und was nicht. Oder es fand eine e-mail Kommunikation mit dem Urheber oder Wiederverkäufer vor, in der die Rechte abgeklärt wurden und dokumentiert sind. Es ist ja nahezu unmöglich, alle Inhalte zu prüfen. Kann man sich also auf solche Vereinbarungen berufen?

Nochmals vielen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2015 | 11:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gern wie folgt:

Die Zusage des Verkäufers bzw. eine Vereinbarung mit diesem reichen leider nicht aus. Der Verkäufer kann ihnen nur die Rechte einräumen, über die er selbst verfügt. Wenn er selbst eine Urheberrechtsverletzung begangen hat, trifft die Haftung auch Sie. Das Vertrauen auf eine bloße Zusage oder Vereinbarung schützt Sie im Bereich des Urheberrechts keinesfalls.

Sie können sich dann allenfalls beim Verkäufer schadlos halten.


Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.03.2015 | 14:21

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