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Haftung als Veranstalter

07.11.2009 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur Haftung als Veranstalter.

Vor einer Woche veranstalteten wir eine Halloween Party mit ca. 400 Personen. Einlass war ab 16 Jahren, ohne Berechtigungsscheine um 16 - 18 Jährigen nach 24.00 Uhr den Aufenthalt zu genehmigen.

Um 00.00 Uhr, 00.05 und um 00.10 Uhr machte der Dj mehrere Durchsagen, das die unter 18 Jährigen die Veranstaltung zu verlassen haben. Ebenfalls kontrollierte das Sicherheitspersonal
die Räume um die unter 18 Jährigen aufzufordern das Gebäude zu verlassen.

Nun folgende Problematik:

Um ca. 01.00 Uhr löste ein Gast mutwillig den Feueralarm aus. Dadurch waren wir veranlasst das Gebäude zu räumen. Durch das Chaos gingen leider auch Gegenstände in der Garderobe verloren.

Nun erhielt ich gestern ein Schreiben von einem Anwalt der die Eltern einer jungen minderjährigen Dame vertritt ( 17 Jahre alt )der Ihre Jacke und Tasche während des Feueralarmes um 01.00 Uhr geklaut wurde.

Dieser macht nun Schadensersatzansprüche geltend.
Die Frage: Hafte ich überhaupt für Ihre Gegenstände da sie sich zum Besagten Zeitpunkt noch immer auf der Veranstaltung aufhielt, obwohl Sie aufgefordert wurde um 00.00 Uhr die Veranstaltung zu verlassen?

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Voraussetzung für einen Schadenersatzanspruch gegenüber Ihnen als Veranstalter ist zunächst ein Verwahrungsvertrag bezüglich der abgegebenen Gegenstände. Ein Abschluss eines Verwahrvertrages liegt hier in der Möglichkeit durch Sie als Veranstalter, Jacken und Taschen abzugeben. Durch Annahme der Gegenstände in der Garderobe wurde ein Verwahrungsvertrag geschlossen.

Durch die Entwendung der Gegenstände ist im Folgenden auch grundsätzlich ein Schadenersatzanspruch gegeben, da die Gegenstände aus der Garderobe abhanden gekommen sind.

Soweit die Verwahrung allerdings kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde, gilt § 690 BGB.

Danach ist bei einem unentgeltlichen Verwahrervertrag die Haftung des Veranstalters auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz beschränkt.

Das Vorliegen von grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist von der Gegenseite nachzuweisen. Da Sie ein Sicherheitspersonal engagiert hatten und die Räumung der Halle aufgrund einer Brandmeldung erfolgte, wird man Ihnen keine grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorwerfen können.

Insoweit sehe ich auf Grundlage Ihrer Schilderung keine Anhaltspunkte für einen Schadensersatzanspruch. Insoweit kommt es hier auch nicht darauf an, dass die Anspruchsstellerin zur besagten Zeit nicht mehr auf der Veranstaltung hätte sein dürfen.

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Anspruchsstellerin auch nachzuweisen hat, dass die betreffende Jacke und Tasche tatsächlich in der Garderobe abgegeben wurde.

Ich hoffe Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.11.2009 | 12:16

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Garderobe an diesem Abend war entgeltlich. Durch den Feueralarm gab das Gaderobenpersonal keine Jacken aus der Garderobe und bat die Gäste erst nach Beendigung des Feueralarmes an die Garderobe zu kommen. Leider weigerten sich ca. 15 Gäste dieser Anordnung und kletterten über den Tresen der Garderobe. Das Sicherheitspersonal wollte dies verhindern aber immer mehr Leute kamen in die Garderobe über den Tresen und auch die von Gästen geöffnete Türe von innen. Dabei wurde dann die Jacke und Tasche der jungen Dame geklaut. Sind wir in diesem Fall in der Haftung bzw. ist uns hier Fahrlässigkeit vorzuwerfen?

Danke für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2009 | 17:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Nachfrage. Auch hier gilt, dass eine Haftung für abhanden gekommene Sachen nur bei einem Verschulden gilt.

Da zum einen Feuerarlam ausgelöst wurde und trotz der Vorkehrungen sich die Gäste mutwillig über die Anordnungen des Sicherheitspersonals hinweggesetzt haben, wird Ihnen hier kein Verschulden zur Last gelegt werden können. Aus Ihrer Sicht wurden alle Vorkehrungen getroffen, um solche Vorfällen, wie geschildert, entgegenzuwirken.

Insoweit wird man hier schon von höherer Gewalt sprechen können, so dass ein Verschulden nicht gegeben ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten.

Mit besten Grüßen

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