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Haftung Energieberater bei fehlerhaftem Maßnahmenkatalog Gebäudesanierung

23.02.2012 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beim unserem aktuell veräußerten Drei-Parteien-Haus wurden wir im Rahmen der energieeffizienten Sanierung von einem Energieberater betreut.

Seine Aufgabe bestand in der Erstellung eines Massnahmenkataloges mit dem Ziel, das Gebäude als Energie-Effizienzhaus auszuweisen und entsprechend zu sanieren und seiner anschließenden energetischen Baubegleitung.

Aufgrund eines Eingabefehlers des Energieberaters in seiner Berechnungssoftware zur Ermittlung der Energieeffizienz des Gebäudes wurde mir, wie sich erst im November 2011 zeigen sollte, im März 2011 ein fehlerhafter Massnahmenkatalog für die umzusetzenden Sanierungsmaßnahmen übermittelt.
"Fehlerhaft" insoweit, als dass der Energieberater in seinem internen Berechnungsprogramm u.a. eine Pelletheizung eingegeben hat, mit der das Gebäude dann auf den Wert "KFW85" kommt.
Kommuniziert wurde uns aber vor Beginn der Sanierung sein Massnahmenkatalog, in dem u.a. eine Gasheizung mit Solarunterstützung vorgegeben war. Dieser Massnahmenkatalog wurde von uns 1:1 umgesetzt und die Sanierung durch Vor-Ort-Besuche des Energieberaters begleitet.
Erst mit Beendigung der Sanierung, das Objekt inklusive Heizungsanlage war zu 95% fertiggestellt und Käufer waren gefunden, fiel der Fehler mit Übersendung der Energieeffizienzberechnung vom Energieberater an uns auf:
Mit dem Ergebnis, dass die Gasheizung nicht ausreicht und das Gebäude den KFW85-Wert nur noch erreichen konnte, wenn zusätzliche Kaminöfen mit zusätzlichem Schornstein eingebaut würden, was dann auch erfolgte. Es gab Verzögerungen der Fertigstellung, zusätzliche Zinskosten und zeitliche Verzögerungen beim Verkauf und damit Zinsverluste bei der Wiederanlage des Verkaufserlöses.
Diesen Zusatzaufwand wollen wir vom Energieberater erstattet bekommen, seine Versicherung jedoch lehnt die Regulierung auf Grundlage eines von der Versicherung beauftragten Sachverständigen-"Zwischengutachtens" ab mit der nicht nachvollziehbaren Begründung, diese Zusatzkosten seien "Sowieso-Aufwendungen"

Diese Aussage ist nicht akzeptabel:
wir hatten im Vorfeld eine Pelletheizung abgelehnt, da kein Kellerraum als Pelletlagerfläche wegfallen sollte und verliessen uns auf die Aussage des Energieberaters, dass die Gasheizung mit Solarunterstützung ebenfalls den Wert KfW85 erreichen würde. Da beide Varianten kostenmäßig in etwa gleich teuer waren, entschieden wir uns für die Gasheizung.

Hätte der Energieberater richtig gerechnet, so hätte er im Massnahmenkatalog aufführen müssen, dass zusätzliche Kosten von ca.20.000 € für Kaminöfen notwendig gewesen wären, um mit einer Gas-Solarheizung KFW85 zu erreichen. Dann hätte ich mich entweder gegen die Erreichung des KFW85-Standards entschieden oder ich hätte eine andere Anlagentechnik, nämlich z.B. doch die Pelletheizung auswählen können, um in meinem Kostenrahmen zu bleiben.

Die Installation der Pellet-Heizungsanlage hätte gemäß Angebot 22.887,28 € gekostet.
Im Vergleich dazu lagen die Kosten der Gas-Brenntwertheizung mit Solarkollektoren bei 19.263,13 € brutto zzgl. Montagekosten der Solarkollektoren von 1.075,96 € brutto = 20.339,19 Gesamtkosten .

Die Differenz hätte bei Einbau einer Pelletheizung also nur 1.748,36 € betragen anstatt eine Schadenssumme von nun 22.087,45 € bei "Aufrüstung" mit Kaminöfen.

Hätte ich also von der Fehlberechnung im Vorfeld gewußt, so hätte ich mich noch für eine Pelletanlage entscheiden können und hätte so die kompletten Mehrkosten für Kaminöfen etc. gespart. Insofern ist der Schaden m.E. klar darlegbar.

Gerne würde ich erfahren, ob eine Klage gegen den Energieberater erfolgversprechend ist. Es geht also zunächst um die Fall-Einschätzung und dann auch um die Übernahme des konkreten Mandates.

Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Nach Ihrer Schilderung ist ein Schadensersatzanspruch naheliegend. Ein Schadensersatzanspruch setzt voraus, dass der Schuldner - hier Energieberater - eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis verletzt und diese Pflichtverletzung zu vertreten hat.

Sie beauftragten den Energieberater mit der Erstellung eines Maßnahmenkataloges mit dem Ziel, das Gebäude als Energie-Effizienzhaus auszuweisen. Die notwendige Pflichtverletzung ist in der mangelhaften Beratung/Erstellung eines fehlerhaften Maßnahmenkataloges zu betrachten, mit der Folge, dass der angestrebte Energiewert nicht erreicht werden konnte.

Der geschilderte Eingabefehler beruht des Weiteren auf der versehentlichen Eingabe des Beraters, dass eine Pelletheizung vorgesehen ist. Insofern ist von einem Verschulden in Form von Fahrlässigkeit des Energieberaters auszugehen.

Zu ersetzen sind Ihnen daher die durch die Pflichtverletzung entstandenen Schäden. Der Umfang des Ersatzanspruches richtet sich nach §§ 249 ff. BGB . Grundsätzlich sind Sie so zustellen, wie Sie stünden, wenn der Energieberater die verletzte Pflicht ordnungsgemäß erfüllt hätte. Nach ordnungsgemäßer Beratung wäre die Sanierung günstiger gewesen, da Sie sich voraussichtlich für eine andere Heizung entschieden hätten, bzw. davon Abstand genommen hätten, den Energiewert zu erreichen.

Der Einwand der Versicherung betreffend der „Sowieso-Aufwendung" ist ohne Weiteres jedenfalls nicht nachvollziehbar. Ihnen ging es in erster Linie nicht darum, den Energiewert mittels Installation einer Gas-Solarheizung zu erreichen. Gegen die Pelletheizung entschieden Sie sich lediglich, weil hierfür ein Kellerraum benötigt wurde und die Gas-Solarheizung nach Angaben des Energieberaters ausreichend war. Die von Ihnen getätigten Mehraufwendungen hätten also vermeiden werden können, wenn Sie die Pelletheizung installiert hätten. Insofern lägen die „Sowieso-Aufwendungen" lediglich in der Differenz der Kosten zwischen Einbau der Gas-Solarheizung und Einbau der Pelletheizung. Entsprechend liegt ein bezifferbarer Schaden Ihrerseits vor. Soweit Sie durch den Kellerraum, der Ihnen nun gegenüber einer Pelletheizung „mehr" zur Verfügung steht, einen besseren Kaufpreis erzielen konnten, müssen Sie sich diesen Vorteil als schadensmindernd anrechnen lassen.

Ersatzfähig sind weiterhin auch die durch die Verzögerung - Aufrüstung - entstandenen Schäden.

Im Ergebnis erscheinen die Erfolgaussichten in Ihrem Fall eher günstig. Eine genauere Prognose kann ohne Kenntnis sämtlicher Umstände und Unterlagen aber nicht seriös abgegeben werden. Zur Benennung der konkreten Schadenshöhe ist allerdings eine umfassende Sachverhaltsaufklärung notwendig. Dies gilt insbesondere für die Verzögerungsschäden.

Sollten Sie an einer weitergehenden Beratung Interesse haben, können Sie sich gerne an uns wenden. Gerne übernehmen wir auch ein entsprechendes Mandat.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

Rückfrage vom Fragesteller 23.02.2012 | 20:06

Vielen Dank fuer Ihre erste Einschaetzung.

Gerne wuerde ich nun Details bzgl. der Mandatskosten klaeren.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.02.2012 | 15:50

Sehr geehrter Rechtsuchender,

die Fragen rund um die Mandatierung mit der Vertretung in dieser Sache berühren nicht mehr Ihre Ausgangsfrage und sollten nicht öffentlich erörtert werden.

Gerne stehe ich Ihnen für eine Kontaktaufnahme unter den angegebenen Kontaktdaten zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)

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