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Haftpflichtversicherung verweigert Zahlung bei Drohnenschaden

28.10.2019 21:50 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Hallo.

Ich habe zum 01.01.2016 eine Haftpflichtversicherung bei der Gothaer Versicherung abgeschlossen.
Das ganze über das Versicherungsportal Check24.
Vierteljährlicher preis 11,06€ also jährlich 44,24€.

In 2017 habe ich mir eine Drohne gekauft mit Startgewicht 199 Gramm. Daraufhin habe ich mich bzgl Versicherungen informiert und gelesen, dass manche Haftpflichtversicherungen diese zum Teil mit abdecken.
Auf der Suche nach den eigenen Versicherungsbedingungen bin ich leider nicht fündig geworden weswegen ich Google bemüht habe.
Stand jetzt: Die günstigste Haftpflichtversicherung der Gothaer kostet im Basistarif 42,11€ und würde Drohnenschäden abdecken bis Startgewicht 250 Gramm.

Im Juli diesen Jahres habe ich einen Drohnenschaden an einem parkenden PKW verursacht, welcher sich auf ca. 3000€ beläuft.
Diesen Schaden meldete ich bei der Haftpflicht und erhielt ca. 6 Wochen später die ernüchternde Antwort, dass aufgrund meiner Versicherungsbedingungen vom Stand: AHB 04/12 mit der folgenden Klausel:
g): Luftfahrzeuge (z.B.) Flugmodelle, unbemannte Ballone, Spiel- und Sportlenkdrachen), die nicht der Versicherungspflicht unterliegen. Mitversichert sind hierbei Mini-Hubschrauber und -Flugzeuge als elektromotorisierte Spielgeräte mit einem Einzelgewicht bis maximal 50 Gramm.

Daraufhin habe ich erneut die bei Kauf gesuchten Versicherungsbedingungen online gesucht mit Stand: 04/19 - AHB 04/12.
Dort sind in der günstigsten Variante, selbst mit Sparoption alle Drohnen bis 250g versichert.

Nach einigen Versuchen, den Schaden (der überdimensioniert bewertet wirkt) zu minimieren bekam ich nun noch den Tipp bzgl des Versicherungsvertragsgesetztes, dass eine Versicherung auch nach Abschluss bei Besserung verpflichtet sei mich zu informieren. Dies ist leider nicht erfolgt.

Hier frage ich nun:
Wäre die Versicherung verpflichtet gewesen, mich über die Besserung Ihrer Vertragsbedingungen zu informieren und sind Sie somit verpflichtet den Schaden zu regulieren?

Mit freundlichen Grüßen
29.10.2019 | 07:35

Antwort

von


(13)
Stiftsstr. 7
04317 Leipzig
Tel: 0341 99 196 999
Web: http://versicherung-rechtsanwalt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sind da schon auf der richtigen Spur.

1. Zunächst zu Check24:
Dieses Portal ist als Versicherungsmakler einzustufen. D.h. diese unterliegen allen Pflichten, die Makler eben so unterliegen. Hierzu zählt auch die Erforschung des Versicherungsbedarfes und das Aufzeigen der Vor- und Nachteile der angebotenen Versicherung. Dies sollte man sich merken, da am Ende einer Leistungsablehnung der Makler in subsidiärer (nachrangiger) Haftung stehen kann.

2. Nun zu Ihrer Frage
Sie hatten da das richtige Gespür. Die meisten Versicherer bieten eine Update-Garantie für Ihre Bedingungen, so auch die Gothaer.

Sie haben wirksam die Bedingungen AHB 04/2012 in den Vertrag einbezogen.

Die dortige Klausel versichert Flugmodelle bis 99gr. Wie bei allen Klauseln muss man sich als Verbraucher fragen: ist die Klausel verständlich und enthält keine überraschenden Wendungen? Denn nur dann ist sie wirksam vereinbart. Hier könnte man argumentieren: Flugmodelle bis 99gr sind relativ lebensfremd, die Einschränkung insofern unwirksam.

Hierauf müssen wir uns aber nicht versteifen. Denn wie Sie richtig erkennen, hat Gothaer nun neue AHB Stand 04/2019 eingeführt. Dort sind Flugmodelle bis 250gr. versichert in der Basisvariante.

In Ihren Bedingungen ist auf Seite 43 im "Garantie-Paket" geregelt:

Werden unsere Versicherungsbedingungen zur Gothaer Privathaftpflicht (...) ausschließlich zum Vorteil der Versicherungsnehmer und ohne Mehrbeitrag geändert, so gelten diese Vorteile ab dem Zeitpunkt der Änderung auch für alle Bestandsverträge, denen diese Versicherungsbedingungen zu Grunde liegen."

Aus Ihrem Versicherungsschein sollte hervorgehen, dass das Garantie-Paket mit vereinbart ist.

Was bedeutet das?

-Änderung zum Vorteil des VN: die Erhöhung des Gewichtes der Flugmodelle ist eine Änderung zum Vorteil des VN

-ohne Mehrbeitrag: das bedeutet, dass die erhöhte Leistung im selben Paket enthalten sein muss wie vorher. Versichert eine Versicherung beispielsweise eine Leistung extra, aber nur im "Plus" Tarif, Sie haben aber den "Basis" Tarif, gilt die Garantie nicht. Da hier aber die Verbesserung bereits das "Basis" Paket betrifft, gilt die Verbesserung auch für Sie.

-ab dem Zeitpunkt: nun muss der Vorfall nur noch nach April 2019 eingetreten sein, dann muss der Versicherer Sie so behandeln, als hätten Sie die neuesten Bedingungen. Da mir der genaue Zeitpunkt nicht bekannt ist, bitte ich Sie, dies selbst zu prüfen. Wenn Sie dies positiv bejahen können, sollten Sie noch einmal auf den Versicherer zugehen und auf das Garantie-Paket verweisen. Viele Sachbearbeiter kennen oft einzelne Verbesserungen gar nicht oder übersehen das Garantie-Paket.

Wenn dann noch immer keine Deckungszusage erfolgt, sollten Sie einen Anwalt mit dem weiteren Schriftverkehr beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Florian Reinhardt

Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2019 | 12:07

Vielen Dank für Ihre Antwort. Die Gothaer beruft sich darauf, dass die Änderung in den neuen Vertragsbedingungen auf den Bedingungen von Vertragsstand AHB 04/12, BBR 02/18 beruhen und meine Bedingungen AHB 04/12, BBR 02/14 davon unberührt bleiben und sie deshalb weiterhin eine Deckung verweigern. Zudem ist die Beraterin der Gothaer am Telefon relativ schnell unfreundlich geworden mit den Worten "Wenden Sie sich ansonsten schriftlich an die Zentrale."

Der Schaden ist am 06.07.19 entstanden.

Bin ich dennoch im Recht? In diesem Falle würde ich Sie gerne mit dem Schriftverkehr beauftragen und Ihr Folgeangebot annehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.11.2019 | 12:55

Sehr geehrter Fragesteller,

dann haben Sie eine Sachbearbeiterin erwischt, die vielleicht noch nicht so eingearbeitet ist. Meines Erachtens sind Sie im Recht und sollten „dranbleiben".

Mit freundlichen Grüßen
RA Reinhardt

ANTWORT VON

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