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Haftpflichtversicherung verweigert Kostenübernahme

24.09.2007 11:09 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe vor ca 7 Jahren eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen und nun den ersten Schaden melden müssen: Mir ist in der von mir gemieteten Wohnung ein Glasflakon auf den Rand einer Duschwanne gefallen. Dort hat mein Missgeschick zwei Beschädigungen in der Emaille verursacht.
Von mir wurden zwei Handwerker mit Kostenvorschlägen beauftragt. Beide bestätigten den Totalschaden der Wanne, einer davon gab an, dass Fliesen beim Umbau beschädigt würden, einer konnte dieses ausschließen, so daß die Kosten niedriger wären. Den Kostenvoranschlag dieses Handwerkers in Höhe von knapp 1400,-- Euro habe ich bei meiner Haftpflichtversicherung mit der Bitte um Übernahme eingereicht. Die Wanne wurde im Rahmen des Neuerwerbs der von mir gemieteten Wohnung im Jahre 1998 (damals Neubau) eingebaut. Es handelt sich um eine hochwertig ausgestattete Wohnung. Mein Vermieter kann keine detailierte Rechnung für die Duschwanne vorlegen, da die Ausstattung der Wohnung 1998 im Gesamtkaufpreis enthalten war. Ein Angebot der Inaugenscheinnahme durch einen Gutachter der Versicherung lehnt diese ab.
Nun teilte mir meine Versicherung mit, sie würde höchstens eine Begleichung des Schadens in Höhe von 50 % übernehmen, da es sich bei einer Haftpflichtversicherung immer um eine Zeitwertversicherung handele und die Duschwanne bereits 9 Jahre alt sei.
Was geschieht nun mit dem restlichen Betrag? Ist die Versicherung nicht verpflichtet zu 100 % in Leistung zu treten? Ich habe noch nicht meine weiteren Kosten in Rechnung gestellt, wie z.B. Telefon-, Portokosten sowie meinen Zeitaufwand für den Austausch, sowie die Reinigungsarbeiten. Ist eine Pauschale von 20 Euro hierfür angebracht?
Für Ihre Antwort bedanke ich mich im voraus.

24.09.2007 | 11:40

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der Geschädigte hat gegen Sie (der Direktanspruch besteht gegen Sie, Sie können von Ihrer Versicherung Freistellung von den Forderungen des Geschädigten verlangen) einen Anspruch darauf, dass die Situation wiederhergestellt wird, die vor dem Schadensereignis bestand. Konkret hat er nur einen Anspruch auf eine Badewanne, die in Alter und Zustand der beschädigten Wanne entspricht, zusätzlich der notwendigen Handwerkerkosten. Zu ersetzen sind daher die Kosten der Handwerker und der Wert, den die Wanne vor dem Schadensereignis hatte. Die Differenz zwischen dem Neupreis und dem Wert der alten Wanne vor der Beschädigung ist nicht erstattungsfähig.

Einen Anspruch auf Auslagenpauschale hat der Geschädigte. Sie können keine Puaschale von Ihrer Versicherung verlangen.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt


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