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Haftpflichtchaden Regulierung – Unzureichendes Abgeltungsangebot der Vers.des Gegners

| 23.03.2010 12:22 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Susanne Ziegler


Folgender Sachverhalt:

Anfang 2010 stieß der Anhänger meines Nachbars gegen meine Hauswand. Angeblich ist er ausgerutscht, und der Anhänger hat sich von seinem Grundstück aus verselbstständigt. Gestoppt wurde er erst durch meine Hauswand. Mein Nachbar meldete den Schaden sofort seiner Privathaftpflichtversicherung.

Nach Einholung eines Angebots meinerseits für den Austausch von 150qm Fassadenpaneelen (Alter: ca. 12 Jahre, Hersteller: Vinylit) schickte die Versicherung einen Gutachter Anfang März.

Nach Einschätzung des Gutachters sieht er nur die Notwendigkeit die Paneele von EINER Wandfläche (66 qm) zu tauschen obwohl, beim ersten Anblick des Hauses, 2 Wandflächen ins Auge fallen. Beim Austausch der Paneele von nur einer Wandfläche, würden die beiden Flächen unterschiedliche Strukturen und Farben aufweisen, da dieselben Paneele mit der derselben Überflächenstruktur nicht mehr erhältlich sind und die alten inzwischen leicht Verwittert sind. Ein angleichen der Wände durch z.B. streichen ist nicht möglich durch die Beschaffenheit der Oberfläche.

Fotos kann ich zum besseren Verständnis gerne per Email schicken.

Der Gutachter wollte nun der Versicherung empfehlen: Abgeltung von 50% der Nettokosten von nur EINER Wandfläche. Ich müsste demnach meine beiden Wände „reparieren“ mit 20% des Betrages, die eine Fachfirma verlangen würden um eine vollständige Reparatur durchzuführen.

Ich benötige eine Abgeltung von mind. 60% der Angebotssumme um den Schaden sinnvoll zu beheben. Eine Zeitwert Berechnung möchte ich möglichst vermeiden da ich viel in Eigenleistung machen kann und ungern drauf Zahlen möchte.

Wie soll ich hier vorgehen?
Trage ich das Risiko im Prozessfall?
Was sind meine Erfolgschancen?
Was muss ich beachten?

Danke im Voraus für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Ich gehe nach Ihrer Sachverhaltsschilderung davon aus, dass der Schädiger in Absprache mit seiner Versicherung Ihren Schadenserstzanspruch bereits dem Grunde nach anerkannt hat. Streitig zwischen Ihnen ist „nur“ noch die Höhe des Schadens.

Nach § 249 I BGB hat, wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. In § 249 II BGB heißt es weiter: „Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen. Bei der Beschädigung einer Sache schließt der nach Satz 1 erforderliche Geldbetrag die Umsatzsteuer nur mit ein, wenn und soweit sie tatsächlich angefallen ist.“

Grundsätzlich ist nur der Zeitwert zu ersetzen. Soweit durch einen Austausch der schon 10 Jahre alten Fassadenpaneelen eine Wertsteigerung eintritt – wovon ich ausgehen muss – müssen Sie sich diese anrechnen lassen. Dies hat der Gutachter scheinbar auch schon getan, da er nur 50% der Nettokosten in Ansatz gebracht hat. Die Umsatzsteuer ist nur zu ersetzen, soweit sie tatsächlich anfällt.

Die weitere Problematik, ob tatsächlich nur eine oder zwei Wandflächen repariert werden müssen, ist eine andere Frage. Zu ersetzen ist der Schadensbetrag für solche Aufwendungen, die ein wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte. Geringe optische Abweichungen sind dabei hinzunehmen. Wenn sich jedoch eine augenfällige, erhebliche Beeinträchtigung ergibt, muss eine andere Beurteilung erfolgen.

Der Schädiger ist verpflichtet auch die zweckmäßigen Kosten der Rechtsverfolgung, insbesondere auch Rechtsanwaltskosten, zu erstatten. Es ist deshalb ratsam einen Rechtsanwalt mit der Schadensregulierung zu beauftragen. Dieser kann die Verhandlungen für Sie übernehmen.

Im Falle eines Prozesses wäre es an Ihnen den Schadensumfang darzustellen und zu beweisen. Insoweit besteht stets ein nicht unerhebliches Kostenrisiko. Die Kosten für einen Haftpflichtprozess errechnen sich nach dem Streitwert der Sache, also hier nach der Höhe des zu regulierenden Schadens. Sie sollten aber auch Bedenken, dass ggfs. ein teures Gutachten im Prozess eingeholt werden muss. Auch wenn mir die Schadenshöhe nicht bekannt ist, gehe ich davon aus, dass ein Verfahren beim Landgericht geführt werden müsste. Dort herrscht Anwaltszwang.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben. Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich bei meiner Antwort, basierend auf den von Ihnen gemachten Angaben, nur um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Abweichende Informationen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen rechtlichen Beurteilungen führen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

S. Ziegler
Rechtsanwältin, Dortmund

Bewertung des Fragestellers 23.03.2010 | 15:29

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 23.03.2010 5/5,0
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