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Haftet Steuerberater für die Zinsen ?

24.08.2011 10:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Guten Tag,
der für mich und für meine Beteiligungen mit Vollmandat beauftragte Steuerberater war mit der jährlichen Steuererklarung, Ermittlung Gewinn etc für eine GbR (gemeinsame Eigentumswohnung) beauftragt.
In den letzten jahren unterliefen dem Steuerberater nachweislich diverse andere Beratungsfehler.
Eigentümer der GbR bin ich zu 50 %, zu je 25 % meine Schwester und mein Schwager, welche in Südafrika leben und den Besitz der Wohnung und auch die jährlichen Gewinne aus VUV dort angezeigt haben.
Jährlich wurde die Steuererklärung durch den Steuerberater für die Gbr erstellt, wobei vom Steuerberater der für mich ermittelte Gewinn in meine Steuererklärung aufgenommen wurde.
Der Steuerberater klärte mich (als Verwalter) der GbR niemals darüber auf, daß auch meine Verwandten eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen, weil deren Gewinn mit Pauschalveranlagung ebenso steuerpflichtig ist.
Er selber trug deren in Deutschland vorhandene Steuernummer in die GbR Erklärung ein (bei der Gewinnverteilung)

Nun hat das Finanzamt für die zurückliegenden Jahre die Einkommensteuer gefordert, und es ist zusätzlich ein Zinsschaden entstanden.
Steuern und Zinsen wurden bezahlt.

Haftet der Steuerberater im Rahmen seines Mandats für diesen Aufklärungsfehler?
Kann ich zumendest die Zinsen einfordern?

Problematisch ist hier aus meiner Sicht, daß meine Verwandten nur bedingt (als Teilhaber der den Auftrag erteilenden GbR) Mandanten des Steuerberaters waren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Jeder Steuerberater haftet ebenso wie ein Anwalt für jeden vermeidbaren Fehler aus Verzug oder Vertragserletzung gegenüber seinem Mandanten.
Dafür ist nötig, dass ein Dienstvertrag vorliegt, ein Schaden Ihrerseits gegeben ist und ein kausaler Zusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden besteht.
Wenn ich Sie richtig verstehen, war Ihr Steuerberater mit den steuerlichen Belangen der GbR befasst.
Ursprünglich ging die Rechtsprechnung davon aus, dass eine GbR nicht rechtsfähig sein kann, der Vertragspartner also immer einer der Gesellschafter der GbR sein muss. Diese Rechtsprechung hat der BGH mit Urteil vom 29. Januar 2001 (Az: II ZR 331/00) aufgegeben, so dass nunmehr Vertragspartner mit dem Steuerberater auch die GbR sein kann.

Damit wäre Punkt eins der Voraussetzungen positiv, sprich Sie können sich auf den Standpunkt stellen, nicht Vertragspartner des Steuerberaters zu sein, sondern die GbR. Damit haftet der Steuerberater für alle Beratungsfehler, die in Zusammenhang mit seiner beratenden Tätigkeit für die GbR stehen.

Weiterhin müsste Ihnen ein Schaden entstanden sein, den ich Ihren Ausführungen als Zinsschaden entnehme. Sie müssten nur diesen Schaden belegen können, was wohl kein Problem sein dürfte.

Auch den Kausalzusammenhang zwischen Beratung und Schaden würde ich bejahen, zumindest nach den Angaben, die Sie hier machen.

Der Steuerberater hat eine entsprechende Haftpflichtversicherung abgeschlossen, so dass Sie Ihren Schaden – am besten durch einen Anwalt vertreten, den der Gegner ebenfalls bezahlen muss – geltend machen sollten.


Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen

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