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Haftet Lehrer?


30.03.2006 08:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
mein 12 jähriger Sohn Florian hatte gestern im Sportunterricht um ca.11.45Uhr in der Schule einen Unfall, bei dem ihm der vordere Eckzahn abgebrochen wurde. Und zwar ist ein Mitschüler so unglücklich gestürzt, dass er meinen Sohn mitriss. Mein Sohn stürzte dabei seitlich mit dem Kopf auf den Boden und brach sich den Zahn ab und zog sich eine Schürfwunde im Gesicht zu.Der Sportlehrer schickte ihn zum Blutabwaschen in die Toilette und führte seinen Unterricht regulär durch. Obwohl er mitbekommen hatte, dass mein Sohn sich den Zahn abgebrochen hatte, schickte er ihn nicht nach Hause, sondern ließ ihn beim Unterricht zusehen. Mein Sohn kam dann regulär um 13.30 Uhr mit dem Zahn in der Hosentasche!! nach Hause. Die Zahnärztin, welche wir gestern aufgesucht haben, meinte, der Zahn wäre noch zu retten gewesen, hätte der Lehrer sofort gehandelt und das Kind nach Hause bzw. zum Zahnarzt geschickt. So muss der Zahn jetzt mit aufwendigen, unangenehmen Wurzelbehandlungen aufgebaut um später überkront werden zu können. Nun meine Frage: Kann ich den Lehrer haftbar machen aufgrund der Tatsache dass er nicht gehandelt hat?
Die Schule habe ich heute morgen informiert, die reagierten aber auch nicht wirklich, sondern meinten nur, sie werden einen Unfallbericht aufnehmen, sobald Florian wieder in der Schule wäre???!

Vielen Dank im Voraus
Sehe geehrte(r) Ratsuchende(r),



zunachst wird hier die bestehende Schülerunfallversicherung eintreten und die Ansprüche regulieren. Das steht außer Frage.

Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wird aber auch der Lehrer haften. Für den Unfall selbst wird er zwar wegen einer bestehenden Haftungsfreistellung der Lehrer nicht haften; allerdings für sein Verhalten nach dem Unfall:

Denn dass das "bloße Abwaschen" der Wunde und die spätere Teilnahme am Unterricht trotz Kenntnis der Verletzung die bestehende gesteigerte Fürsorgepflicht verletzt, steht dabei außer Frage.

Der Lehrer hätte hier für die erforderliche medizinische Versorgung Sorge tragen müssen und hat dadurch eine weitere Ursache gesetzt, die von Haftungsprivileg nicht umfasst ist. Durch diese unterlassene Hilfeleistung, die gegenüber dem verletzten Schüler gesteigert ist, soll sich ja auch der Schaden vergrößert haben, so dass er für diesen weitergehenden Schaden sicherlich auch direkt haften wird.

Zur Sicherung der Ansprüche sollten Sie nun aber die Aussage der Zahnärztin unbedingt in schriftlicher Form festhalten. Bitten Sie die Zahnärztin, die Aussage, dass der Zahn bei rechtzeitiger Behandlung hätte gerettet werden können, schriftlich in einem Kurzgutachten festzuhalten.

Auch sollten die Behandlungen, die ZUSÄTZLICH aufgrund des Fehlverhaltens des Lehrers entstanden sind, genau manifestiert werden, da dieses alles bei der Höhe des Schmerzensgeldes (dessen genaue Höhe aber erst nach Abschluss der Behandlung geschätzt werden kann) eine wesentliche Rolle spielt.

Bitte vergessen Sie auch nicht, alle Fahrtkosten, Parkgebühren, den Verdienstausfall der Begleitperson schriftlich festzuhalten, da all diese Ansprüche geltend gemacht werden können.


Dach Erhalt des Attestes durch die Zahnärztin sollten Sie dann einen Rechtsanwalt beauftragen (was auch über unser Büro erfolgen kann), um die berechtigten Ansprüche durchzusetzen.


Mit freundlichen Grüßen
und Genesungswünschen an Florian

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2006 | 08:53

Sehr geehrter Herr Bohle,
vielen Dank für Ihre rasche und ausführliche Beantwortung.
Ich werde die Zahnärztin gleich heute auf das Attest ansprechen. Wer würde denn die Anwaltsgebühren übernehmen müssen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2006 | 08:55

Sehr geehrter Ratsuchender,


die Rechtsanwaltskosten sind von der Versicherung bzw. dem Lehrer zu übernehmen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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