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Häusliches Arbeitszimmer, Renovierungskosten auch auf 1250 Euro gedeckelt?

11.02.2021 13:59 |
Preis: 35,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich habe ein Arbeitszimmer in meiner ETW eingerichtet da mir für die Flugvorbereitung als Pilot und Studium der Handbücher kein anderer Arbeitsplatz innerhalb der Firma zur Verfügung steht. Daher müssten nach meinem Verständnis Kosten bis 1250 Euro pro Jahr abzugsfähig sein.
Jetzt habe ich bei meiner Recherche mehrfach gelesen, dass Herstellungskosten (Parkett, Elektrik, Wandfarbe des Arbeitszimmers) unbegrenzt abzugsfähig sind. Da ich die 1250 Euro bereits durch anteilige Schuldzinsen und Abschreibung voll ausschöpfe würde mich interessieren, ob die Herstellungskosten zusätzlich ungedeckelt abgesetzt werden können oder mit allen anderen Kosten auf 1250 Euro begrenzt sind.

Vielen Dank.

Einsatz editiert am 11.02.2021 14:27:48

11.02.2021 | 17:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


§ 4 V Nr. 6 b EStG in der aktuellen Fassung hat folgenden Wortlaut:

Die folgenden Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern:

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung. Dies gilt nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1 250 Euro begrenzt; die Beschränkung der Höhe nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor oder wird auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nach den Sätzen 2 und 3 verzichtet, kann der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene Betätigungsstätte aufsucht, für seine gesamte betriebliche und berufliche Betätigung einen Betrag von 5 Euro abziehen, höchstens 600 Euro im Wirtschafts- oder Kalenderjahr;

Wenn ich davon ausgehe, dass Ihr Zimmer in der Eigentumswohnung die Kriterien des Arbeitszimmers erfüllt und das Arbeitszimmer auch nicht den Mittelpunkt Ihrer gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet, dann ist der Abzug grundsätzlich auf 1250 Euro begrenzt.

Diese Begrenzung betrifft etwa folgende Kosten:

-Miete bzw. Gebäudeabschreibung
-Schuldzinsen für Kredite zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung
-Wasser-, Abwasser- und Energiekosten
-Reinigungskosten
-Grundsteuer
-Müllabfuhr- und Schornsteinfegergebühren
-Beiträge zum Mieterverein
-Wohngebäude- und Hausratversicherung

Nicht von der Decklung der abziehbaren Aufwendungen begrenzt sind Renovierungskosten, soweit diese das Arbeitzimmer betreffen.

Dies hat der BFH in einer Entscheidung vom 14.5.2019 nochmals klargestellt, hierbei aber darauf hingewiesen, dass es sich nur um Kosten des Arbeitszimmers handeln darf, die diesem also unmittelbar zuzurechnen sind.

Kosten, die für die Renovierung der anderen Räume Ihrer Eigentumswohnung anfallen , fallen nach Ansicht des BFH nicht unter den unbegrenzten Abzug und können allenfalls anteilig nach dem Verhältnis Gesamtwohnfläche zum Arbeitszimmer als abziehbare Aufwendungen angesehen werden.

Der BFH hat ausgeführt:

"Nicht zu den als Betriebsausgaben abziehbaren Aufwendungen eines häuslichen Arbeitszimmers gehören die Aufwendungen des Steuerpflichtigen für in die private Sphäre eingebundene Räume, die bereits nach ihrem äußeren Erscheinungsbild nicht dem Typus des Arbeitszimmers zuzurechnen sind, sondern ihrer Art oder ihrer Einrichtung nach erkennbar auch privaten Wohnzwecken dienen. Aufwendungen für Küche, Bad und Flur, die in die häusliche Sphäre eingebunden sind und zu einem nicht unerheblichen Teil privat genutzt werden, können daher auch dann nicht als Betriebsausgaben/Werbungskosten berücksichtigt werden, wenn ein berücksichtigungsfähiges häusliches Arbeitszimmer existiert ." (Az. VIII R 16/15 )

Es bleibt aber dabei, dass die Kosten, die zur Herstellung des Arbeitszimmer aufgewendet worden sind, der Decklung auf 1250 Euro nicht unterliegen. Diese Auffassung liegt auch dem BMF Schreiben zugrunde (BMF, Schreiben v. 06.10.2017 - IV C 6 - S 2145/07/10002 :019 - BStBl 2017 I S. 1320), was auch jüngst von der OFD FRankfurt nochmals bestätigt wurde.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und stehe für Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

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