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Häusliche Gewalt, Maßnahmen?

| 06.08.2019 12:10 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zur Zwangseinweisung bei kranken Familienangehörigen, Maßnahmen nach dem GewSchG

Ich lebe in einem Mehrfamilienhaus mit zwei Kindern, 18 und 15 Jahre alt. Ich stehe alleine im Grundbuch. Eine Wohnung darin hat mein 76jähriger Vater inne, er hat ein eingetragenes Wohnrecht. Mein Vater war leider seit ich ihn kenne ein Narzisst, der keinerlei andere Meinung als die eigene gelten lässt. Er kann alles, weiß alles, wer anders als er denkt ist sein Feind. Ich vermeide den Kontakt wo es nur möglich ist, denn in der Vergangenheit und auch aktuell gibt es immer wieder erhebliche Ausraster von ihm. Bestenfalls zeigt sich das in schwersten und übelsten Beleidigungen gegenüber mir. Vorsätzliche Körperverletzung war auch schon dabei mit Zuhilfenahme der Polizei. Meine Mutter, die vor zwei Jahren starb, hat Jahrzehnte erfolglos versucht meinen Vater durch Güte und Zureden "im Zaum zu halten." Wenn ihm etwas nicht passt wird auf Teufel komm raus Streit gesucht, mit verbalen Attacken unterster Schublade, Androhungen das Haus anzustecken oder Androhung körperlicher Gewalt. Er habe schließlich das Recht dazu, da er ja das Haus, in dem wir alle wohnen, gebaut hat. Gutes Zureden von mir, früher meiner Mutter, Freunden oder Verwandten hat jahrzehntelang absolut nichts bewirkt. Mein Vater ist nicht nur m.E. psychisch schwer krank und sein Verhalten ist sowohl für meine Kinder als auch für mich eine schwere Belastung, die kaum auszuhalten ist. Ein mit mir befreundeter Arzt hat hier den Begriff der dissoziativen Persönlichkeitsstörung ins Spiel gebracht. In der Beschreibung des Krankheitsbildes erkenne ich meinen Vater absolut wieder. Es kann doch nicht sein dass ich nur im Begleitung meines Handys durchs Haus gehen kann, um eventuell plötzliche Ausfälle meines Vaters dokumentieren zu können.
Frage ist nun, gibt es die Möglichkeit bei fortlaufend gleichbleibendem Verhalten meines Vaters rechtlich gegen ihn vorzugehen? Ich will ihn nicht aus dem Haus haben, sehe aber keine Basis für ein friedliches Miteinander mehr. Kann im äußersten Fall meinem Vater das Wohnrecht entzogen werden? Was sind die Bedingungen für ein Einweisung in die Psychiatrie? Leider weiß ich mir nicht mehr anders zu helfen als solche Fragen zu stellen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Aufgrund der Schilderungen können Sie eine Antrag nach dem GewSchG beim zuständigen Amtsgereicht stellen und damit verbunden, dass er sich Ihnen nicht annähern darf und somit auch, zumindest zeitweise die Wohnung nicht nutzen darf.

Ob das eingetragene Wohnrecht gelöscht werden kann, kommt darauf an, wie es entstanden ist. Wenn es eine Schenkung von Ihnen an den Vater war, dann könnte ein Widerruf wegen groben Undank geprüft werden.

Eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie oder eine andere Klinik wird sich schwierig gestalten, wenn er selbst keine Einsicht zeigt und nicht in die Klinik will.

Sie könnten folgenden Möglichkeiten versuchen, sofern es wieder zu einem Vorfall kommt, die Polizei rufen und bitten das die eine sofortige Einweisung wegen Gefahr im Verzug vornehmen und dass dann ein Unterbringungsverfahren nach dem für Ihr Bundesland geltenden Hessischen Gesetz über Hilfen bei psychischen Krankheiten (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz - PsychKHG) vorgenommen wird.

Im Weiteren könnte beim zuständigen Amtsgericht ein Betreuungsverfahren angeregt werden bezogen auf gesundheitliche Angelegenheiten. Der Betreuer kann dann eine Zwangseinweisung mit Genehmigung des Betreuungsgerichtes versuchen vorzunehmen.

Je größer die Gefahr ist, dass durch Ihren Vater eine Fremdgefährdung von unbeteiligten Dritte ausgeht, je größer wird die Chance auf eine Zwangseinweisung sein.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
---------------------------------------
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)

Datenschutz:
https://www.anwaltskanzlei-sperling.de/wp-content/uploads/2018/06/Hinweise-zur-Datenverarbeitung.pdf

https://www.anwaltskanzlei-sperling.de/datenschutz/


Bewertung des Fragestellers 06.08.2019 | 14:07

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