Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Händlergewährleistung


03.02.2005 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Ich bin freier Händler und habe einen Ford Escord EZ 2/96, 66 KW, im September 2004 verkauft.

Das Auto hatte zum Verkaufszeitpunkt eine Laufleistung von 43.000 km und war aus 1. Hand.
Mit dem Auto fuhr der Käufer 14000 km in 4 Monaten. Jetziger Kilometerstand 57000 .

Nach 4 Monaten, am 30.12.04, rief mich der Käufer an und teilte mit, dass das Getriebegehäuse zerbrochen ist. Er wollte auf einem Parkplatz rückwärts einparken, fuhr vor,
setzte zurück, es krachte im Getriebe und das Gehäuse brach auseinander.
Der Käufer verlangt aufgrund der Gewährleistung eine kostenlose Instandsetzung mit der ich nicht einverstanden bin.

Ich habe mit mehreren Kfz-Meister von Ford gesprochen und mit 2 Sachverständigengutachter, diese sagten, dass solch Schaden noch nicht vorgekommen sei. Es ist fast ausgeschlossen, dass bei der Übergabe ein Bruch vorlag, der nach 14 000 km zum Ausbruch gekommen ist.

Ich gehe davon aus, dass im Vorfeld Schaltfehler erfolgt sind, die der Käufer verneint.

Meine Frage:

Wer muss für den Schaden aufkommen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Soweit Sie im Kaufvertrag keinen wirksamen Gewährleistungsausschluß vereinbart haben, wird sich der Käufer zurecht auf seine Gewährleistungsrechte berufen können, wenn ein anfänglicher Mangel vorlag.

Die Beweislast dafür, daß es sich nicht um einen anfänglichen Mangel handelt, trifft dabei Sie, da der Fehler innerhalb von 6 Monaten nach Gefahrübergang aufgetreten ist. Dann spricht nach dem Gesetz eine Vermutung dafür, daß der Fehler schon zum Zeitpunkt des Gefahrüberganges vorhanden gewesen ist:


§ 476
Beweislastumkehr

Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar.


Sofern Sie also der Auffassung sind, daß unsachgemäße Bedienung zu dem Schaden geführt hat, tragen Sie dafür die Beweislast. Sie sollten sich also nur dann auf einen Rechtsstreit einlassen, wenn Sie sicher sind, daß der Bruch nicht bereits beim Gefahrübergang angelegt gewesen ist. Kommt der Gutachter im Verfahren zu dem Ergebnis, daß nicht auszuschließen ist, daß kein Schaltfehler, sondern die Beschaffenheit des Fahrzeugs die Ursache für den Gehäusebruch darstellt, haben Sie die Vermutung des § 476 BGB nicht widerlegt und müssten nicht nur die Kosten der Nacherfüllung (hier: Reparatur), sondern auch die Kosten des Rechtsstreits tragen.

Ihre weitere Vorgehensweise sollte sich also danach richten, wie sicher Sie sich sind, beweisen zu können, daß der Fehler nicht bereits bei Gefahrübergang vorhanden war. Dazu werden Sie sich auf die Aussagen der Sachverständigen verlassen müssen, aber eine Garantie, daß Ihnen der Beweis vor Gericht gelingt, gibt es leider nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER