Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Händlergewährleistung


04.04.2006 22:32 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Ich habe bei einem freien KFZ - Händler im Januar 2006 ein gebrauchtes Fahrzeug gekauft (Kombi Passat-Klasse, 3Jahre alt, 110.000km). Dem Kaufvertrag liegt ein sog. Gebrauchtwagenzertifikat bei.

Bereits 2 Wochen und ca. 1.500km nach Kauf ist eine Antriebswelle gebrochen. Diesen Schaden habe ich selbst reparieren lassen, da ich mich im Ausland befand und ein Abschleppen bis nach Hause und ein Mietwagen wesentlich teurer gewesen wären.
Eine anschleißende Durchsicht in einer Vertragswerkstatt hat ergeben, dass weitere Mängel am Fahrzeug vorhanden sind (zweite Antriebswelle hat Spiel, Motor weist starke Ölundichtigkeit auf).
Im Gebrauchtwagenzertifikat ist kein Mängel aufgeführt.

Nach meinen bisherigen Informationen greift hier die Händlergewährleitstung und der Händler muss kostenlos nachbessern. Wird diese Händlergewährleistung durch das Gebrauchtwagenzertifikat nichtig?
Zumindest die starke Ölundichtigkeit hätte auffallen müssen. Kann bzw. sollte man das Gebrauchtwagenzertifikat anfechten?

Lasse ich Schäden selbst instandsetzen muss der Händler nach meinen Informationen nicht für die Kosten aufkommen. Gilt das auch in meinem Fall(Schaden im Aussland, Abschleppen wäre teurer als Instandsetzung selber)?

Vielen Dank im Voraus für eine Antwort.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantwort ich Ihnen Ihre Frage auf der Basis Ihrer Ausführungen:

1. Zunächst einmal soll ein Gebrauchtwagenzertifikat laut TÜV lediglich zur zuverlässigen Dokumentation der Beurteilung des Fahrzeugzustandes dienen. Ein Ausschluss der Gewährleistung ist darin nicht enthalten!
Für sie bedeutet das, dass Sie bei dem Kauf eines gebrauchten Fahrzeuges mind. 1 Jahr Gewährleistung haben gem. § 475 BGB. In den ersten 6 Monaten obliegt zudem dem Händler die Beweislast, dass der behauptete Fehler beim Kauf nicht vorgelegen hat. Der Händler kann sich natürlich an die Stelle wenden, von der er das Zertifikat hat, sollte diese nicht den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs wiedergegeben haben. Dadurch entfällt jedoch nicht seine Gewährleistungsverpflichtung Ihnen gegenüber.

2. Etwas problematischer gestaltet sich hingegen die Frage, ob Sie die Kosten für die Instandsetzung erstattet bekommen können.
Nach den Bestimmungen des Kaufrechts ist eine Selbstvornahme des Kaufers für den Fall eines Mangels nicht vorgesehen. Im Werkvertragsrecht ist es eine solche Selbstvornahme explizit vorgesehen. Darauf hat der Gesetzgeber im Kaufrecht eindeutig verzichtet, was darauf hindeutet, dass es dort eine Selbstvornahme eben nicht geben soll. Sie hätten also den Normen des Kaufrechts entsprechend vom Verkäufer die Kosten für die Rückführung des Wagens verlangen können um ihn den Wagen reparieren zu lassen, nicht jedoch die Instandsetzung im Ausland. Eine Nachbesserung der restlichen Mängel steht Ihnen aber in jedem Fall noch zu.
Unabhängig davon besteht jedoch die Möglichkeit, den Schaden über die normalen Regeln des Schadensersatzes im BGB §§ 280 ff ersetzt zu bekommen. Dies zu beurteilen ist jedoch ohne eine genaue Kenntnis des Einzelfalls nicht möglich. Sie sollten diesbezüglich einen Kollegen vor Ort aufsuchen und mit ihm den Fall besprechen.
Gerne können Sie Sich für eine eingehende Beratung auch an meine Kanzlei wenden.

Diese Erstberatung dient immer nur der ersten rechtlichen Orientierung. Sie kann in keinem Fall eine persönliche Beratung eines Anwalts ersetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen helfen.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
(Rechtsanwalt)
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER