Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Händler verweist auf Endkundensupport

| 26.05.2019 13:54 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Trettin


Liebe(r) Anwalt(in).

Wir haben eine Küche samt Elektrogeräten bei einem Möbelhaus gekauft, geliefert und aufgebaut wurde sie Anfang diesen Jahres. Seit kurzem zeigt der Backofen jedoch deutliche Mängel, z.B. dreht sich der Umluftlüfter nicht mehr (somit sind diese Programme unbrauchbar).

Nach Meldung der Reklamation (per Email) an die Küchenabteilung verwies der Händler zunächst an die Hotline des Herstellers. Wir haben den Händler daraufhin informiert, dass diese Antwort nicht zufriedenstellend ist und auf die gesetzliche Pflicht des Händlers (und nicht des Herstellers) zur Mängelbehebung hingewiesen. In dieser Email haben wir dann auch die Mängel erneut aufgelistet, und mit ca. dreiwöchiger Frist um die Behebung gebeten, durch Reparatur oder Gerätetausch.

Die Antwort-Email enthielt die folgenden Aussage (paraphrasiert):
- Gerne würde der Händler den Kontakt zum Endkundendienst von <Hersteller> herstellen, damit dieser sich bei uns melden würde.
- Der Händler wollte uns ersparen, dass der Kontakt über Dritte läuft (Zeitersparnis).
- Der Händler dürfe während der Herstellergarantie keine Mängelbehebung in die Wege leiten bzw. müsten Mängel über den zentralen Kundendienst and den Hersteller weitergeleitet werden. Andernfalls (z.b. bei Reparatur durch Dritte) würde die Herstellergarantie erlischen.

Für mich klingt das danach, als würde der Händer nun versuchen, über Umwege (er stellt den Kontakt her) die Behebung der Mängel wieder auf die Herstellergarantie zu schieben.

Meine Frage dreht sich um die folgenden Punkte:
- Sollte ich dem Händler weiterhin Paroli bieten, und wenn ja, wie sähe eine gute Reaktion auf diese Email aus ?
- Entstehen für mich Nachteile, wenn ich den Händler wie von ihm vorgeschlagen gewähren lasse ?

Vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, zu der ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt Stellung nehme:

Aus meiner Sicht haben Sie bislang alles richtig gemacht. Sie haben dem Verkäufer – Ihrem Vertragspartner – die Mängel angezeigt, deutlich gemacht, dass Sie Ihr gesetzliches Recht auf Nacherfüllung geltend machen und dem Verkäufer für die Nacherfüllung eine Frist gesetzt.

Problematisch ist allenfalls, dass Sie es wohl dem Verkäufer überlassen haben, wie er nacherfüllen möchte, das heißt, ob er Ihnen ersatzweise einen neuen Backofen liefern oder die Mängel, an denen der bereits gelieferte Backofen leidet, beseitigen möche. Denn das Wahlrecht zwischen Ersatzlieferung und Nachbesserung haben Sie als Käufer (vgl. § 439 Abs. 1 BGB ). Der Verkäufer hat "nur" das Recht, die von Ihnen gewählte Art der Nacherfüllung zu verweigern, wenn sie mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden ist.

Dass Sie Ihr Wahlrecht offenbar nicht ausgeübt haben, dürfte sich aber nicht negativ auswirken. Denn meines Erachtens hat der Verkäufer dadurch, dass er Sie – unzulässigerweise – mehrfach an den Hersteller des Backofens verwiesen hat, sowohl eine Ersatzlieferung als auch eine Nachbesserung ernsthaft und endgültig verweigert. Das hat zur Folge, dass Sie grundsätzlich die in § 437 Nr. 2 und 3 BGB genannten Rechte (Minderung, Rücktritt, Schadensersatz) geltend machen können, und zwar schon vor Ablauf der Frist, die Sie dem Verkäufer gesetzt haben.

Sie können aber selbstverständlich auch an Ihrem Nacherfüllungsverlangen festhalten und den Verkäufer weiterhin – notfalls mit gerichtlicher Hilfe – auf Ersatzlieferung oder Nachbesserung in Anspruch nehmen.

Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Denn möglicherweise kommen Sie schneller zum Ziel, wenn Sie sich an den Hersteller des Backofens wenden. Das hängt zum einen davon ab, ob der Hersteller Ihnen gegenüber ein Garantieversprechen abgegeben hat und ob er aufgrund dieses Versprechens (zumindest) verpflichtet ist, den Backofen zu reparieren. Zum anderen kommt es natürlich darauf an, wie schnell und unkompliziert der Herstelle ein etwaiges Garantieversprechen erfüllt.

Mit anderen Worten: Haben Sie einen Garantieanspruch darauf, dass der Hersteller Ihren Backofen in Ordnung bringt, dann sollten Sie meines Erachtens wenigstens versuchen, diese Garantieleistung in Anspruch zu nehmen. Denn letztlich wollen Sie "nur" einen funktionierenden Backofen haben, und ob Sie dieses Ergebnis auf der Grundlage einer Herstellergarantie erreichen oder auf der Grundlage der gesetzlichen Gewährleistung, kann Ihnen im Grunde egal sein. Deshalb sollten Sie Ihre Entscheidung daran ausrichten, auf welchem Weg Sie schneller und einfacher ans Ziel kommen – und von "schnell" und "einfach" kann wohl bei dem Verkäufer keine Rede sein.

Einen Nachteil, der mit der Inanspruchnahme einer Garantieleistung verbunden sein könnte, sehe ich nicht; ich kenne allerdings auch nicht die Garantiebedingungen des Herstellers.

Hinzuweisen ist aus meiner Sicht aber darauf, dass Sie, wenn Sie den Hersteller aus einer Garantie in Anspruch nehmen, einen anderen Weg als den bisher beschrittenen einschlagen. Sie können deshalb beispielsweise nicht mit der Begründung von dem – mit dem Verkäufer geschlossenen – Kaufvertrag zurücktreten, dass Ihnen der Hersteller Garantieleistungen verweigert habe. Vielmehr sollten Sie, wenn Sie auch bei der Inanspruchnahme von Garantieleistungen auf Widerstand stoßen, dem Händler durchaus "Paroli bieten". Insoweit wird aber wohl allenfalls die Drohung fruchten, dass Sie den Verkäufer auf Nacherfüllung verklagen. Denn darauf, dass nur der Verkäufer der richtige Ansprechpartner ist, wenn es um Ihre gesetzlichen Mängelrechte geht, haben Sie ja bereits erfolglos hingewiesen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Bitte machen Sie bei Bedarf von der Möglichkeit Gebrauch, hier eine kostenlose Nachfrage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.05.2019 | 15:11

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr ausführliche Antwort, ich bin sehr zufrieden !"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.05.2019 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68596 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Hat uns weitergeholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Antwort, weitere Hilfestellung angeboten, Top! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und ausführliche Antwort auf meine Frage. Auch bei der Nachfrage fühle ich mich gut aufgehoben. Sehr zu empfehlen, wenn man Hilfe braucht! ...
FRAGESTELLER