Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Habe ich ein Recht auf ungestörtes Arbeiten?

07.08.2010 13:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Ich war 30 Jahre mit meinem Exmann zusammen, davon 22 Jahre verheiratet und seit 2 Jahren geschieden.
Seit 20 Jahren bin ich als Bürokauffrau mit betriebsleiterischen Tätigkeiten in seinem Betrieb beschäfigt.
Voraussetzung unserer Trennung war, dass ich meinen Arbeitsplatz behalte.
Leider trennt mein Exmann nicht privat und Betrieb und öffnet von Anfang an seinen Freundinnen alle Türe und Tore.
So frühstückt er jeden Morgen zwischen 9.00 und 10.00 Uhr (also während der Arbeitszeit) in der Betriebsküche, obwohl sich seine Privatwohnung nur 1 Etage höher befindet, ausgiebig mit seiner Freundin, während ich mich zwischen Kunden, Telefon, Angebotserstellung + Auftragsabwicklung etc. zerreisse!
Mein Arbeitsplatz befindet sich direkt neben der Betriebsküche, nur durch eine Leichtbauwand mit großem Sichtfenster getrennt.
Ich habe meinen ehelichen Nachnamen behalten und die Kunden sehen mich als 'die' Frau xxx, was ich eigentlich nicht täglich 'richtig stellen' möchte.
Ich fühle mich unwohl und kann nur schlecht konzentriert meiner Arbeit nachgehen.
Meiner Bitte, mit seiner Freundin oben in seiner Wohnung zu frühstücken, will er nicht nachkommen.
Ich fasse dies als Provokation auf!
Seine Freundin geht keiner geregelten Arbeit nach und hält sich oft auch nachmittags in der Werkstatt und in der Betriebsküche auf.
Habe ich ein Recht darauf, in Ruhe arbeiten zu können (was ja auch in seinem Sinne, zum Wohle des Betriebes wäre) und kann ich darauf bestehen, dass sein 'Privatleben' nicht in den Betriebsräumen stattfindet?


Sehr geehrte Ratsuchende,


vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage, die ich sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Ich kann Sie gut verstehen und sehr gut nachempfinden, dass Sie die Situation stört und Sie sich in gewissem Maße provoziert fühlen. Leider sehe ich nach Ihrer Schilderung aber keine wirkliche Handhabe, um gegen den aus Ihrer Sicht störenden Zustand vorzugehen.

Zwar haben Sie ein Anrecht darauf störungsfrei zu arbeiten, also in Bezug auf Störungen, die nichts mit der Arbeit als solches zu tun haben durch andere Mitarbeiter und Ihren Exmann, jedoch muss eine gewisse Erheblichkeitsschwelle überschritten sein, was ich nach Ihrer Schilderung so noch nicht erkennen kann. Die Zumutbarkeitsschwelle endet dort, wo der Begriff des Mobbings anfängt.

Hierzu wäre erforderlich, dass hier gezielt und nachhaltig Ihre Arbeit gestört wird. Als Firmeninhaber ist Ihr Exmann aber selbstverständlich berechtigt mit seiner jetzigen Lebenspartnerin im Aufenthaltsbereich zu sein und dort auch zu frühstücken.

Selbst falls die Zumutbarkeitsschwelle hier überschritten sein sollte sehe ich ein Beweisproblem. In einem Rechtsstreit müssten Sie nämlich die Vorwürfe beweisen. Hierfür würden Sie beispielsweise Zeugen benötigen. Ich kann mir aber bei der Situation nicht vorstellen, dass beispielsweise die neue Lebenspartnerin gegen Ihren ExMann aussagen würde.

Meiner Einschätzung nach bleibt aktuell nur die Möglichkeit eines klärenden Gespräches oder in letzter Instanz der Weg einer Kündigung.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:


Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben auch wenn ich es bedaure, Ihnen kein positiveres Ergebnis mitteilen zu können.. Sie können natürlich gerne über meine E-Mail-Adresse oder die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagnachmittag und ein erholsames Wochenende!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax.0471/57774


Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2010 | 15:10

Hallo Herr Newerla,
vielen Dank für Ihre Antwort, habe Ähnliches schon vermutet.
Leider wird bei der rechtlichen Beurteilung die menschliche und moralische Seite außer Acht gelassen;-).
Ich habe eine kostenlose Nachfrage zu diesem Thema, die sich wie folgt stellt:
Da klärende Gespräche nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind, bliebe mir als ''letzte'' Instanz die Kündigung, um zur Ruhe zu kommen.
Habe ich aufgrund meiner 20jährigen Betriebszugehörigkeit (habe auch entscheidend zum Betriebsaufbau beigetragen und ganz nebenbei unsere beiden Kinder großgezogen) ein Recht auf Zahlung einer Abfindung bei Kündigung? Wenn ja, in welcher Höhe und durch wen und wie hat dann die Kündigung zu erfolgen?
Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.08.2010 | 13:44

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihnen meine Antwort nicht sehr zusagt, dieses ist aber leider die rechtliche Situation.

Wie bereits von mir angedeutet haben Sie natürlich selber die Möglichkeit den Zustand durch eine Kündigung zu beenden.

Sofern im Arbeitsvertrag nichts abweichendes geregelt ist können Sie gem. § 622 Abs. 1 BGB unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat zum 15. oder zum Monatsende kündigen.

Einen Anspruch auf eine Abfindung haben sie aber leider nicht.

Eine Abfindung ist nur dann zu zahlen, wenn dies entweder vertraglich vereinbart ist oder durch gesetzliche Anordnung, etwa in bestimmten Konstellationen nach dem Kündigungsschutzgesetz, die in Ihrem Fall allerdings leider auch nicht zuzutreffen scheinen.

Sie sollten dennoch versuchen unter Berufung auf ihre lange Betriebszugehörigkeit sozusagen auf dem Kulanzwege eine Abfindung zu erhalten. Ansonsten bleibt ihnen nur gegenüber ihrem Exmann wie beabsichtigt zu kündigen.


Ich hoffe ihre Nachfrage zu ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und alles Gute!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax.0471/57774

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70598 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die Antwort - kurz und verständlich mit klaren Handlungsanweisungen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für einen überschaubaren Betrag bekam ich eine erste Einschätzung über die Erfolgsaussichten, die mich davon überzeugt hat, die Sache weiter zu verfolgen. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, freundlich und kompetent. ...
FRAGESTELLER