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Habe ich als Einzelperson der Erbengemeinschaft (Bruder/Schwester) Anspruch auf Auskunft zum Nachlas

| 26.03.2011 17:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch


Wir sind 3 Geschwister und seit 20 Jahren ohne jeden Kontakt. Mitte Febr. 2011 ist mein lediger Bruder verstorben. Er hatte zuletzt einen amtlich bestellten Betreuer. Mein anderer Bruder ist unbekannten Ortes im Ausland - hat aber in Deutschland eine Postadresse, die bedient wird.
Das Ordnungsamt hat uns nun beiden über das Ableben informiert, mit der Aufforderung für die Bestattung zu sorgen. Dies ist von mir getan worden.
Ein notarielles Testament liegt im Nachlassgericht, so die telefonische Auskunft, nicht vor.
Die Wohnung samt Inhalt meines verstorbenen Bruders wäre in der Obhut des Ordnungsamtes. Der Gesamtnachlaß ist mir nicht bekannt.
Um mich entscheiden zu können (ja oder nein zum Erbe)bitte ich um Beantwortung der folgenden Fragen.

Frage:
-Habe ich als Einzelperson der Erbengemeinschaft (Bruder/Schwester) Anspruch auf Auskunft zum Nachlaß?
-Welche Form ist rechtsverbindlich
(schriftlich/mündlich/Einsichtnahme und Kopie)?
-Muß ich "die Katze im Sack" kaufen?
-Wer muß meinen Bruder suchen?
-Kann die Erklärungsfrist ausgesetzt werden solange mein Bruder nicht gefunden ist?
- Ist das Ordnungsamt jetzt "Erbschaftsbesitzer"?

Sehr geehrter Fragesteller, ich möchte Ihre Fragen anhand des dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung beantworten:

1.Die Erbengemeinschaft tritt grundsätzlich in die Rechte des Erblassers vollständig ein. In Ihrem Fall wäre daher der einzige der verpflichtet wäre Auskunft über den Nachlass zu geben, der Betreuer. Sie sollten daher diesen anschreiben und unter Fristsetzung vollständige Auskunft und Rechnungslegung hinsichtlich der von ihm geführten Betreuung geben.

2. Gleichfalls können Sie beim Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft beantragen, innerhalb dieser werden die weiteren Erben ausfindig gemacht, wenn bereits Anhaltspunkte für eine Überschuldung bestehen könnte auch eine Nachlassverwaltung beim Nachlassgericht beantragt werden, in beiden Fällen haften Sie erstmal nicht für etwaige Schulden, auch wenn Sie nicht ausschlagen.

3. Sobald Sie die Auskünfte des Betreuers haben können Sie die beschränkte Haftung auf den Nachlass auch dadurch sicherstellen, dass Sie beim Nachlassgericht ein Inventar über den Nachlass einreichen und erklären die Haftung auf den Nachlass zu beschränken.

4. Das Ordnungsamt ist nur dann Erbschaftsbesitzer wenn dieses Besitz an den Habseligkeiten des Erblassers angenommen hat. Von hieraus kann ich nicht beurteilen, wer die Wohnung geräumt und den Nachlass an sich genommen hat, häufig wird vom Nachlassgericht auch automatisch der Betreuer als Nachlassverwalter oder Nachlasspfleger eingesetzt und dieser nimmt den Nachlass in Besitz.

Sie sollten also zuerst den Betreuer anschreiben wegen des Bestands des Nachlasses. Die Ausschlagungsfrist kann nicht verlängert werden, allerdings können Sie auch durch die Einleitung eines Nachlassverwaltungsverfahrens oder eines Nachlassinsolvenzverfahrens auch später die beschränkte Haftung herbeiführen wenn Sie ein vollständiges Inventar über die zum Nachlass gehörenden Gegenstände erstellt haben.

Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2011 | 18:53

Vielen Dank für Ihrew Antwort. Sie hilft mir weiter.
Dennoch bleibt ein Problem:
Vom betreffenden Nachlaßgericht wurde mir gesagt, dass eine Nachlaßpflegschaft NUR gemeinsam -also von mir und meinem Bruder- beantragt werden könnte.
Gibt es dazu eine rechtliche Grundlage auf die ich mich berufen kann?
Muss ich wirklich ohne jede Information zu einem Nachlaß meine Entscheidung treffen -JA oder NEIN zu einem Erbe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2011 | 18:58

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern Ihr Bruder ungewissen Aufenthaltes ist, können Sie einen Abwesenheitspflger für diesen nach §1911 BGB bestellen, dieser nimmt dann die Rechte und Pflichten Ihre Bruders war, hierzu gehört dann auch der Antrag auf eine Nachlasspflegschaft bzw. eine Nachlassverwaltung.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende.
Falls weiterer Beratungsbedarf bzw. der Wunsch nach einer Vertretung besteht, können Sie mich gerne unter Haberbosch@erbfall.eu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

Bewertung des Fragestellers 26.03.2011 | 19:14

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