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Habe ich Ansprüche an den Verursacher eines Wasserschadens in meiner Wohnung ?

| 29.06.2020 17:26 |
Preis: 35,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


14:42
Guten Tag,

Ich wende mich heute an sie, mit der nachfolgenden Fragestellung:


Ich wohne in einer Eigentumswohnung, in einem großen Haus mit ca 15 Einheiten, alles Eigentumswohnungen.

Im Februar diesen Jahres waren Sanitärarbeiten in meiner Wohnung nötig, die eine Sperrung der Hauptwasserleitung erforderlich machten. Die Hausverwaltung hatte vorab einen Aushang im Treppenhaus gemacht, dass es zu einer Sperrung kommen würde.

Ein älterer Wohnungsbesitzer, hatte dann die Sperrung der Wasserleitung im Keller selbsttätig aufgehoben und somit ein größeren Teil meiner Wohnung unter Wasser gesetzt.

Meine Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung traten für die entstandenen Schäden an Teppichen, Möbeln, Estrich, Tapeten, etc. ein.

Über einen Zeitraum von ziemlich genau zwei Monaten waren 4 Räume ( Gästezimmer, Eingangsflur, Gäste-WC und Hauswirtschaftsraum) meiner Wohnung überhaupt nicht zu nutzen da dort Bohrungen für die Trocknungsarbeiten im Estrich waren.

Ganz abgesehen von dem ohrenbetäubenden Lärm der Trocknungsmaschinen, dem Dreck der Handwerker und der Tatsache, dass ich fast keinen Raum normal nutzen konnte, da abgebaute Möbel im Wohnzimmer und Schlafzimmer standen, ging mir, mit meinen 74 Jahren, diese Belastung in Sachen Lärm, Dreck und auch psychischer Belastung ganz schön an die Nieren.

Zwischenzeitlich ist meine Wohnung wieder vollkommen hergestellt und der materielle Schaden wurde von den oben genannten Versicherungen beglichen.

Ich wollte nun von der Privathaftpflicht des Verursachers noch eine Nutzungsentschädigung für meine, über 2 Monate in großen Teilen nicht zu benutzende Wohnung, ein Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz, für die ganzen Umstände und den Ärger, den der Verursacher mir durch seine Aktion zugefügt hatte.

Ich habe mich daher an die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers gewandt und diese hat jegliche Ansprüche mit dem nachfolgenden Text als ungerechtfertigt zurück gewiesen:

... Ihre Forderung ist weder nachvollziehbar noch gerechtfertigt.
Wie die Gebäudeversicherung bereits ausführt, sind Sie die komplette Zeit über in der Wohnung verblieben. Ein Ausfall der Wohnräume zu 100% liegt hier nicht vor. Einen Anspruch auf Nutzungsausfall besteht nicht.
Auch ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht nicht. Das Schmerzensgeld hat die Aufgabe, eine
Genugtuungsfunktion und Ausgleichsfunktion für erlittene Verletzungen und Schmerzen zu bilden.
Wir weisen Ihre Ansprüche als rechtlich unbegründet zurück und werden keine Zahlung leisten.
Freundliche Grüße ...


Meine Frage ist nun, macht es sich die Versicherung etwas leicht und habe ich keine Ansprüche oder gibt es doch eine realistische Aussicht, dass mir, für den ganzen Ärger, eine Entschädigung zusteht?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.




29.06.2020 | 18:22

Antwort

von


(62)
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Lieber Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Zugrundelegung Ihrer Angaben wie folgt:

Grundsätzlich ist jeder, der einem anderen einen Schaden zufügt gem. § 823 BGB zum Ersatz des Schadens verpflichtet.

Es gilt der Grundsatz der Naturalrestitution, das heißt, derjenige Zustand ist wieder herzustellen, der ohne das schädigende Ereignis bestünde, § 249 BGB.

Ob, und welche Schäden die Haftpflichtversicherung des Schädigers übernehmen muss, ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen, die dem entsprechenden Verträgen zugrunde liegen.

Jedenfalls aber haben Sie Ansprüche gegen den Schädiger unmittelbar, soweit Ihre Schäden nicht alle ausgeglichen wurden.

Darüber hinaus bestreitet die Haftpflicht außergerichtlich die Haftung nicht sondern Ihren Schaden.

Dass Sie aber in der Wohnung geblieben sind, bedeutet nicht, dass Sie durch die Arbeiten keinen Wertverlust erlitten hätten.

Ich selbst hatte bereits derartige Trocknungsarbeiten und weiß, wovon Sie reden.

Hier sehe ich mindestens einen Wertverlust der Wohnung von 80% in dieser Zeit.

Es wäre zu ermitteln, wie ein ortsüblicher Mietzins wäre und mindestens hiervon 80% monatlich wären Ihnen meines Erachtens zu zahlen.

Auch, wenn Sie dem Schädiger vielleicht nicht zu nahe treten wollen, sollten Sie diese Angelegenheit nicht einfach herunter schlucken.

Möglicherweise werden Sie hochgestuft bei Ihrer Versicherung, auch diese Schäden wären geltend zu machen.

Gerne helfe ich Ihnen dabei, dann melden Sie sich einfach.

Viele Grüße!




Nachfrage vom Fragesteller 01.07.2020 | 14:16


Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich habe verstanden, dass es eine Nutzungsentschädigung geben müsste, trotz der Tatsache, dass ich nicht ausgezogen bin.

Gibt es denn ggf. auch noch Ansprüche in Bezug auf ein Schmerzensgeld oder einen Schadensersatz, wie in der Frage beschrieben, oder sind mit der Nutzungsentschädigung sämtliche Ansprüche abgedeckt und müsste ich den Schädiger verklagen (so hatte ich Sie verstanden) oder doch seine Versicherung, denn der Schädiger ist schon recht alt, mein Nachbar und ich möchte kein böses Blut.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.07.2020 | 14:42

Sehr geehrter Fragesteller,

ob hier auch Schmerzensgeldansprüche vorliegen, würde ich von einem entsprechenden ärztlichen Gutachten abhängig machen wollen, dass beispielsweise belegt, dass Sie krank wurden.

Hier wäre dann aber fraglich, warum Sie nicht ausgezogen und beispielsweise in ein Hotel gezogen sind.

Verklagen können Sie die Haftpflicht zusammen mit dem Schädiger als sogenannte Gesamtschuldner.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße!

Bewertung des Fragestellers 03.07.2020 | 09:07

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