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Habe ich Anspruch auf einen Zugewinn des Hauses?


20.06.2006 23:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin seit 2000 Verheiratet.1988 bekam meine Frau ein Haus von Ihren Eltern überschrieben,sie ist alleine im Grundbuch eingetragen.ich hatte nichts vor der hochzeit.Habe also nichts mit in die ehe gebracht.
Meine Frage:
Im falle einer Scheidung habe ich Anspruch auf einen zugewinn des Hauses oder geht es automatisch in Ihren Besitz über.Wir beide haben kein ehevertrag.

Im vorraus vielen Dank

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Fall der Scheidung verbleibt das Haus im Eigentum Ihrer Frau, da Sie alleine im Grundbuch eingetragen ist. Die einzige Möglichkeit ist die, daß Sie u.U. einen Zugewinnausgleich geltend machen können. Ich erlaube mir Ihnen dazu einige allgemeine Ausführungen zu machen:

Da Sie keinen Ehevertrag haben und keine Regelungen über das Güterrecht bestimmt haben, leben Sie im sog. Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Daraus folgt, daß am Ende des Güterstandes - z.B. mit Einreichung der Scheidung - der Zugewinnausgleich stattfinden kann.

Was heißt Zugewinn?
Gemäß §1373 BGB ist Zugewinn der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt. D.h. man gegutachtet, im Falle des Zugewinnausgleiches zwei Werte der Ehegatten und zwar getrennt voneinander: das Anfangsvermögen (jeweils der Ehefrau und des Ehemannes getrennt) und das Endvermögen (wiederum getrennt von Ehefrau und Ehemann).

Was ist aber das Anfangs- und was das Endvermögen?
§ 1374 Abs. 1 BGB sagt zum Anfangsvermögen:
"Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt des Güterstands gehört; die Verbindlichkeiten können nur bis zur Höhe des Vermögens abgezogen werden"

§ 1375 Abs. 1 BGB sagt zum Endvermögen:
"(1) Endvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei der Beendigung des Güterstands gehört. Die Verbindlichkeiten werden, wenn Dritte gemäß § 1390 in Anspruch genommen werden können, auch insoweit abgezogen, als sie die Höhe des Vermögens übersteigen."

Jeder hat daher eine Bilanz über seine Vermögensverhältnisse zu Beginn der Ehe und bei Einreichung des Scheidungsantrages zu erstellen. Zum Vermögen gehört sowohl alle Vermögenswerte als auch alle Verbindlichkeiten.

Dies bedeutet für Sie:
Das Haus ist und bleibt zunächst im Eigentum Ihrer Frau. Der Verkehrswert des Hauses zu Beginn der Ehe - d.h. im Jahre 2000 - gehört zum Anfangsvermögen.

Wenn Sie die Scheidung einreichen und der Scheidungsantrag zugestellt wird, ist dieser Tag der Zeitpunkt zu dem das Endvermögen bestimmt wird. Der Verkehrswert des Hauses zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages wird dann beim Endvermögen berücksichtigt.

Die Differenz zwischen Anfangsvermögen und Endvermögen ist dann der Zugewinn. Derjenige, der einen höheren Zugewinn in der Ehezeit erwirtschaft hat, muß dem anderen die Hälfte der Differenz ausgleichen. Dies ist dann der sog. Zugewinnausgleichsanspruch.

Die Berechnung ist - wie Sie sehen nicht - einfach. Diese wird dadurch kompliziert, daß z.b. der Wert des Anfangsvermögens wird mit dem Lebenshaltungskostenindex multipliziert wird. Dies macht man, damit die Werte von Anfangs- und Endvermögen vergleichbar sind.

Nur wenn die Gesamtschau der o.g. Ausführungen dazu führt, daß Ihre Frau in der Ehezeit einen höheren Zugewinn als Sie hatte, dann haben Sie einen Anspruch auf Ausgleich. Dies bedeutet aber nicht, daß Sie das Haus erhalten, sondern Sie erhalten nur einen Geldanspruch. Das Haus ist nur ein (!) Vermögenswert in der Berechnung des Zugewinnausgleiches.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Straße 147 - 151
50667 Köln
Telefon: 0221/ 272 4745
Telefax: 0221/ 272 4747
http://www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de







WICHTIG: Der Anspruch auf Zugewinnausgleich verjährt 3 Jahre nach der Rechtskraft der Scheidung.








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