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Habe heute einen mir öfter anvertrauten Hund der betrunkenen Halterin weg genommen


| 16.01.2018 18:33 |
Preis: 30,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Habe heute einen mir öfter anvertrauten Hund der betrunkenen Halterin weg genommen
Es wurde von mir sofort die Polizei darüber unterrichtet und auch das Tierheim
Bei beiden stellen wurde dies im Tagesbericht festgehalten
Auch war meine Aussage am Telefon dass ich den Hund am nächsten Tag der Halterin zurückgebe wenn diese wieder nüchtern ist.
Die Halterin zeigte mich sofort wegen Diebstahl an und kam darauf 2 Stunden später die Polizei zu mir
Den Hund musste ich raus geben und es erfolgt nun an mich eine Vorladung wegen Diebstahls mit allen Folgen

Was bedeutet dies nun für mich

Beste Grüße

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Sehr geehrte Ratsuchende,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt beantworten darf:

Ich empfehle Ihnen, der Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung keine Folge zu leisten. Hierzu sind Sie auch nicht verpflichtet. Anstattdessen sollten Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Strafverteidigung beauftragen und zunächst Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Im Anschluss daran können Sie die weitere Vorgehensweise bzw. die Verteidigungsstrategie abstimmen.

Des weiteren stellt sich hier angesichts Ihres nachvollziehbaren Motivs die Frage, ob Sie mit einer Verurteilung und gegebenenfalls mit welcher Strafe Sie zu rechnen haben. Angesichts Ihres Wunsches, den Hund vor seiner betrunkenen Halterin zu schützen, halte ich hier eine Einstellung wegen Geringfügigkeit gemäß § 153 StPO bzw. eine solche gegen Geldauflage gemäß § 153a StPO für möglich. Die Höhe der im Falle einer Verurteilung wegen Diebstahls zu erwartenden Strafe richtet sich nach einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren. Auch hier ist Ihr Motiv positiv zu würdigen. Daneben wirken sich Wert des Hundes, etwaige (einschlägige) Vorstrafen, ein Geständnis und die Tatsache, dass die Halterin den Hund zurückerhalten hat, auf die Strafe aus.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick ermöglicht zu haben, und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion bei Verständnisfragen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2018 | 20:38

S g Hr Anwalt

Ist es unrichtig dass bei nicht gegebenem Vorsatz des Behaltens und der Information an die Polizei im selben Moment der Wegnahme nicht sowieso kein Diebstahl vorliegt und deshalb das Verfahren eingestellt wird?
Und leiste ich der Vorladung nicht Folge bin ich gezwungen einen Anwalt zu nehmen und entstandene Kosten dann zu zahlen?
Besten Dank für die rasche Reaktion und bitte beantworten Sie mir noch diese Fragen...Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2018 | 22:47

Sehr geehrte Anfragende,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Auch die von Ihnen angedachte Variante der Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts wegen des fehlenden Vorsatzes ist vorstellbar. Zumindest Teile der Rechtsprechung lassen den für die Verwirklichung des Diebstahls notwendigen Enteignungvorsatz entfallen, wenn wie vorliegend der Rückführungswille besteht. Bitte beachten Sie aber, dass die Staatsanwaltschaft und auch nicht das Gericht gezwungenermaßen Ihrer Darstellung Glauben schenken muss.

Es besteht kein Zwang, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Jedenfalls für den Fall einer Beauftragung eines Rechtsanwalts und der Einstellung des Verfahrens im Ermittlungsverfahren wären die entstandenen anwaltlichen Gebühren von Ihnen zu tragen.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Kämpf
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 16.01.2018 | 23:34


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