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Haarschädigung

| 17.09.2018 18:57 |
Preis: 38,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


06:49
Haarschädigung
Eine Kundin hat nach der Friseurbehandlung in unserem Salon eine Haarschädigung reklamiert. Es geht hier nicht um die Fachliche Bewertung des Friseurhandwerkes. Die Kundin ist zu einem öffentlich bestellten und vereidigter Sachverständigen gegangen und hat diesen Beauftragt. Der Sachverständige hat unseren Salon angeschrieben und uns mitgeteilt, dass er den Auftrag von der Kundin bekommen hat ein Gutachten zu erstellen. Zugleich hat er aber auch seine Mediatoren Tätigkeit angeboten. Die wir weder abgelehnt noch angenommen haben. Nach einem 20-Minütigen Telefonat haben wir uns darauf geeinigt, einige Friseurleistungen und Pflegeprodukte der Kundin kostenlos zur Verfügung zu stellen. Gleich am darauffolgenden Tag kam eine Kostenaufstellung mit erheblichen Mehraufwendungen. Auch diese waren wir bereit zu übernehmen, wunderten uns allerdings über die sehr hohen Kostensätze des Friseurs und haben um eine entsprechende Rechnung gebeten. Dies ist ja auch aus Steuerrechtlicher Sicht nicht ganz uninteressant. Wenige Minuten später erreichten uns dann die Rechnungen über mehrere Friseurleistungen, die uns der Sachverständige per email zugeschickt hat. Aus den Rechnungen war leider nicht ersichtlich welcher Firmeninhaber hinter dieser Firma steckt. Eine kurze Recherche hat dann ergeben, dass die Rechnungen vom Sachverständigen selber kommt. Halt nur über eine andere Firmenbezeichnung.

Meine Frage:
Ist diese Vorgehensweise rechtens, bzw. kann man hier von einem Interessenkonflikt sprechen und wer ist für die Bezahlung des Gutachters/Mediators verantwortlich wenn es eine einvernehmliche Lösung gibt.
17.09.2018 | 19:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst gibt es kein Urteil, dass sich auch auf Frisurleistungen bezieht. Aber esgibt es eines zum Thema KFZ , aus dem ganz klar hervorgeht, dass der Gutachter nicht gleichzeitig Werkdiensteleistender an dem zu begutachtenden KFZ sein kann ( Landgericht Freiburg; Urteil vom 20.6.2013, AZ: 3 S 64/12 und Urteil vom 25.10.2011, AZ: 9 S 21/11), denn dadurch ist natürlich seine Neutralität verletzt. Er hat ein Interesse daran die Leistung zu erbringen und kann daher bei der Schadensbezifferung nicht mehr neutral sein.

Fazit 1. Frage: Ist diese Vorgehensweise rechtens, bzw. kann man hier von einem Interessenkonflikt sprechen?

Hier liegt vielleicht noch kein Interessenkonflikt vor, auf jeden Fall ist aber die Neutralität des "Gutachters" nicht gegeben, wenn er ein Interesse daran hat auch für die Reparaturleistung bezahlt zu werden.

Sie sollten sich nun nicht vorschnell auf einen Vergleich einlassen, denn grundsätzlich hat die Kundin den Schaden und den Schadensumfang, den sie ersetzt haben will, natürlich zu beweisen. Ein Gutachter ist nur dann ein wirksames Mittel, wenn beide Seiten ihn anerkennen oder dieser vom Gericht im Zuge der Beweisaufnahme bestellt wird. Ansonsten handelt es sich um ein bloßes Parteigutachten, dass lediglich vertieften Parteivortrag darstellt und eventuell im Rahmen einer Zeugenaussage, aber eben nicht eines Gutachtenbeweises verwertbar ist.

Wenn sie sicher sind mangelhafte Leistungen erbracht zu haben- dies können nur sie einschätzen, genauso wie die Beweisbarkeit, so können sie den Ersatz für die Mehraufwendungen leisten.

Wer die Gutachterkosten zu leisten hat, kann von ihnen frei vereinbart werden. Verpflichten sie sich also dazu, so müssen sie auch leisten.
Aber sie sollten die Gutachterkosten ablehnen. Das Argument der Gutachter kann nicht in eigener Sache begutachten wird ihnen hier helfen. Die Kundin hätte einen unabhängigen Gutachter und niemanden der an der Leistungserbringung Interesse hat, beauftragen müssen. Somit sind die Gutachterkosten aufgrund dieses Auswahlverschuldens ( mitverschulden) nicht erstattungsfähig.

Fazit Frage 2: Wer ist für die Bezahlung des Gutachters/Mediators verantwortlich wenn es eine einvernehmliche Lösung gibt.

Grundsätzlich besteht bei einem Auswahlverschulden bezüglich eines nicht neutralen Gutachters kein Anspruch auf den Ersatz der Gutachterkosten. Im Rahmen eines einvernehmlichen Vergleiches, sind sie frei hier eine Kostentragung zu vereinbaren. verpflichten sie sich außergerichtlich allerdinga zur Zahlung des Gutachers, so sind sie auch verpflichtet, diese Forderung auszugleichen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2018 | 20:44

Keine Frage, nur ein Dankeschön....
Recht herzlichen Dank für Ihre Ausführungen.
Nein eine mangelhafte Leistung wurde nicht erbracht.
Die reklamierten Arbeiten und Behandlungen wie sie von der Kundin reklamiert wurden, wurden so gar nicht durchgeführt.
Es hat allerdings eine Vorschädigung der Haare gegeben, die von zwei Friseuren vor Behandlungsbeginn beurteil wurden.
Da mag dann wohl auch ein ganzes Stück an Frust der Kundin vorgelegen haben.
Danke nochmals für Ihre Antworten.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.09.2018 | 06:49

Liebe Fragestellerin, nichts zu danken.

In diesem Fall rate ich ihnen die Forderungen abzulehnen und es auf einen Beweis ankommen zu lassen. Denn einzustehen haben sie natürlich nur für Schlechtleistungen. Das heißt die Kundin muss den Mangel der Werkleistung vortragen und beweisen und auch beweisen, welche Kosten ihr tatsächlich entstanden sind, wobei sie die Schadensminderungspflicht trifft. Das heißt sie darf zum Beispiel keine überteuerten Leistungen in Anspruch nehmen oder Leistungen, die mit der Mängelbeseitigung nichts zu tun haben. Sonst trifft sie auch hier ein Mitverschulden und der ersatzfähige Schden wäre zu kürzen.

Wenn sie mit der Beratung zufrieden waren, so würde ich mich sehr über eine abzugsfreie Bewertung freuen.

Brauchen sie in dieser Sache weitere Hilfe, stehe ich ihnen unter meinen Profildaten gern im Rahmen eines Mandates zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow

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Bewertung des Fragestellers 21.09.2018 | 10:47

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