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HILFE! Mengenangabe falsch


| 11.10.2006 10:47 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Sehr geehrte Damen und Herren,

bräuchte dringend Ihre Hilfe! Habe bei Ebay 4 Karten (Verkaufswert 131€) zum Verkauf angeboten und leider bei der Mengenangabe auch 4 Stück eingegeben.
Im Angebotstext steht allerdings explizit 4 Karten!!
Habe nach Auktionsende an alle 4 Käufer eine email mit meiner Entschuldigung geschrieben und auf Verständnis plädiert!

3 von den Käufern hatten kein Problem mit dem Rückzug meines Angebots. Einer jedoch will die Karten unbedingt haben, ansonsten sieht er sich nach seinen Angaben selbst bei ebay um und kauft 4 vergleichbare Karten (Stück 100€) und will uns die Differenz in Rechnung stellen.

Hier mein URL der Auktion: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=150044085969&ssPageName=ADME:L:EOISSA:DE:31

Bitte geben Sie mir kurz Info, wie ich dem Käufer gegenüber weiterverfahren soll!?

Vielen DANK im voraus!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben also nur vier Karten, habe diese vier aber aus Versehen gleich vier Mal angeboten.

Haben Sie sich bei der Angabe der zu versteigernden Menge geirrt, so können Sie diese Erklärung auch einseitig gegenüber den Käufern anfechten (§§ 119ff. BGB). Dies haben Sie offenbar bereits per E-Mail getan. Eine Anfechtung muss unverzüglich erfolgen, nachdem der Irrtum bemerkt wurde. Ein Anspruch auf Lieferung der Karten besteht bei wirksamer Anfechtung nicht, es besteht dann nur ein Anspruch auf Ersatz des Vertrauensschadens. Das ist der Schaden, der den Käufern durch das Vertrauen auf die Gültigkeit der Auktion entstanden ist. Z.B. eine Zugfahrkarte oder ein Hotelzimmer, das der Käufer bereits im Vertrauen auf die gültige Auktion erworben hatte und das er nicht mehr stornieren kann oder z.B. auch die Nachteile, die er hat, wenn er die Karten anderweitig günstig hätte erwerben können und darauf aber wegen der bereits ersteigerten Karten verzichtet hat. Hatte der Käufer vor Ihrer Anfechtung dagegen noch keine Aufwendungen oder Nachteile gehabt und ersteigert er erst hinterher andere teurere Karten, kann er also kein Vertrauen mehr auf die Gültigkeit des Geschäfts haben, so sind diese Mehrkosten von Ihnen bei wirksamer Anfechtung nicht zu tragen.

Konnten Sie sich mit den anderen drei Käufern einvernehmlich darauf einigen, dass diese auf die Ansprüche aus der Auktion verzichten, so sind deren Ansprüche gegen Sie durch diese Vereinbarung erloschen.


Sie tragen im Streitfall aber die Beweislast dafür, dass die Käufer auf die Ansprüche verzichtet haben oder Sie einem Irrtum unterlagen und die Auktion dann wirksam angefochten haben. Eine E-Mail gilt vor Gericht nicht als Urkunde und unterliegt daher der freien Beweiswürdigung durch den Richter, ist im Hinblick auf die Beweislast also unsicheres Beweismittel als ein Brief.
Die Käufer müssten wiederum beweisen, dass ihnen ein Vertrauensschaden entstanden ist.

Ohne einen Verzicht oder eine wirksame Anfechtung müssten Sie die Käufer so stellen, als wenn wirksam erfüllt wäre. Dann müssten Sie also gegebenenfalls auch die Mehrkosten für andere Karten übernehmen.

Die anderen drei Käufer haben nach Ihrer Darstellung keine Probleme mit dem Rückzug des Angebots. Da Sie die vier Karten noch haben, bietet es sich an, sich dann mit dem vierten Käufer dahingehend zu einigen, dass ihm die Karten zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen doch überlassen werden.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin
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