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HERMES bezahlt nichts bei verlorenen Sendungen

| 08.02.2011 22:07 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Ich bin Schweizer Unternehmer und wohne in Deutschland nahe der Grenze. Für meine Onlineshops versende ich immer mal wieder von hier aus, weil günstiger und schneller in den EU Raum. Am Einfachsten geht das mit HERMES, weil ich nicht die Zeit habe immer bis zu einer Stunde bei der Post anzustehen.
Das Problem ist nun, dass Hermes bei den 4 oder 5 Verlustfällen, die eigentlich gemäss Vertrag bis zu EUR 500 versichert wären, noch nie etwas bezahlt hat, obwohl ich jeweils alle erforderlichen Unterlagen (teils unsinnigerweise, z.Bsp. Originalbeleg von der Einreichung, obwohl ja das Onlinetracking mit meiner Anschrift versehen ist und auch aussagt dass die jeweilige Sendung verschwindet..) per E-mail oder Post-Einschreiben eingereicht habe. Oftmals kam moch eine kurze Rückfrage, z.Bsp. nach der Position in der Original-Kaufrechnung, die ich umgehend nachmals beantwortet habe (obwohl schon ursprünglich klar definiert!). Danach ist einfach Sendepause, monatelang, keine Mail wird mehr beantwortet. Das Ganze scheint System zu haben - die meisten Leute geben wahrscheinlich irgendwann auf und Hermes spart wieder ein paar 100 EUR. In manchen Fällen gab es auch abstruse neue Forderungen - z.Bsp. wurden Bankbeglaubigte Auszüge verlangt, um nachzuweisen, dass überhaupt ein Handel stattgefunden hat! Diese habe ich teuer erworben und per Einschreiben eingesandt. Hermes hat dann einfach behauptet, nichts zum entsprechenden Fall bekommen zu haben.
Wie weit können solche Forderungen nach Unterlagen überhaupt gehen ? Reicht es nicht, wenn ich die Rechnung von uns für den Verkauf der Uhr beilege mit der Info, dass der Einkaufpreis 50% vom Verkaufspreis war? Ein Hermes Mitarbeiter hat sogar einmal in einer Mail geschrieben, die Sachen wären sogar über den Verkaufspreis versichert und nicht nur meinen Erwerbspreis ..
Ich denke wenn ein Anwalt sich bei der Rechtsabteilung von Hermes mit meinen gesammelten Fällen meldet, würden sie plötzlich sehr zuvorkommend und selbstverstänlich die ausstehenden über 1000 Euro auszahlen.
Oder was soll ich hier tun?

Danke, mit besten Grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Im Rahmen eines Versicherungsfalles, hier Eintritt eines Transportschadens, treffen den Versicherungsnehmer zwar im Rahmen der Schadensregulierung bestimmte Obliegenheiten bzw. Mitwirkungspflichten. Hierzu gehört, dem Versicherer unverzüglich alle Auskünfte zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungsfalles oder des Umfanges der Leistungspflicht des Versicherers erforderlich sind sowie zugehörige Belege beizubringen. In diesem Rahmen agiert in Ihrem Fall offensichtlich zunächst Hermes im Rahmen der Schadensabwicklung Ihnen gegenüber, dies ist erst einmal noch nichts Ungewöhnliches. Grundsätzlich haben Sie dann einen Anspruch gegen Hermes auf Schadensersatz, sofern die Sendung in deren Gefahrenbereich untergegangen ist, dies gilt sogar unabhängig von der abgeschlossenen Versicherung. Diesen Anspruch müssen Sie letztlich beweisen können, wozu bei einer Transportversicherung gehört, dass die Ware einerseits über Hermes ordnungsgemäß eingeliefert wurde, dass sich die jeweilige bestimmte Ware in der Sendung befunden hat sowie welchen Wert die verschickte Sache hatte. Die Beibringung entsprechender Nachweise kann Hermes bzw. die Versicherung insoweit im Rahmen der aufgezeigten Mitwirkungspflichten grundsätzlich von Ihnen verlangen.

Diese Obliegenheiten bzw.Mitwirkungspflichten können aber durch den Versicherer nicht überspannt werden, was bei Ihnen scheinbar zumindest teilweise der Fall gewesen ist. Denn insoweit kann der Versicherer eben nur die für die Prüfung des Schadensfalls und – umfangs „erforderlichen" Angaben von Ihnen verlangen sowie die Beibringung von Belegen fordern, welche Ihnen billigerweise zugemutet werden können. Nach Ihrer Schilderung sind Sie diesen Obliegenheiten in ausreichendem Maße nachgekommen, denn im Rahmen der Meldung eines Transportschadens ist es schließlich zunächst einmal ausreichend, die verlorengegangene Sendung zu bezeichenen sowie Belege über den Wert der Sendung vorzulegen. Vor diesem Hintergrund ist es zwar erfordrlich, dass man von Ihnen auch die Kaufbelege zu der jeweiligen Sendung verlangt, um den Schadensumfang der Höhe nach feststellen zu können, allerdings weitergehende Unterlagen, welche belegen sollen, dass überhaupt ein Handel stattgefunden hat, dürften m.E. nicht erforderlich sein. Sobald Sie die verlorene Sendung erst einmal bezeichnet und zugehörige Kaufbelege eingereicht haben, dürfte Hermes eine Prüfung und Regulierung des Versicherungsfalles ohne Weiters möglich sein, da dann schließlich feststehen dürfe, dass die Sendung abhanden gekommen ist und welchen Wert diese hatte. Vor diesem Hintergrund ist das von Ihnen geschilderte weitergehende Verlangen von Hermes nicht nachvollziehbar, vielmehr müsste aus hiesiger Sicht längst eine Regulierung vorgenommen worden sein.

Sie sollten daher nochmals ein gesondertes Schreiben an die Transportschadensabteilung von Hermes bzw. der dieser zugehörigen Versicherung fertigen, in dem Sie die Sachverhalte erneut schildern und auf darauf hinweisen, dass alle für eine Schadensregulierung erforderlichen Unterlagen bereits vorgelegt wurden, ggf. können Sie diese Belege nebst eventuell zugehörig gestelltem Nachforschungsauftrag nochmals in Kopie beifügen. Sodann sollten Sie Hermes unter Fristsetzung (maximal zwei Wochen) auffordern, Ihnen den jeweiligen Versicherungsbetrag hierfür auszuzahlen. Das entsprechende Schreiben sollte mit entsprechendem Zugangsnachweis (z.B. Einschreiben/Rückschein) versandt werden. Soweit nach Fristablauf erneut keine Reaktion seitens Hermes erfolgen sollte, ist es grundsätzlich empfehlenswert, in der Sache einen Rechtsanwalt vor Ort einzuschalten, um die weitere Schadensregulierung durchzusetzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Tag und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 09.02.2011 | 10:50

Guten Tag Herr Joschko

Danke für die Ausführungen.

Wie lange habe ich noch Anspruch auf die Versicherungsgelder, wann ist so ein Fall verjährt ?

In einem Fall habe ich HERMES eingeschrieben offenbar das Original der EK Rechnung geschickt, die sie auch nicht erhalten haben wollen. Ich kann also den Fall nicht einmal mehr so genau belegen. Kann ich nicht auch einfach auf die Preisliste einer (Uhren)Marke wie MONDAINE verweisen ?

Wenn ich Klage einreiche, muss dann Hermes (nach meinem Erfolg) auch die Anwalts-/ oder Gerichtskosten tragen ?

Mit besten Grüssen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.02.2011 | 11:01

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage noch wie folgt:

Die regelmäßige Verjährungsfrist Ihrer Ansprüche gegenüber Hermes beträgt gemäß § 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist drei Jahre und beginnt mit dem Schluss des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist. Ein Direktanspruch gegen die Versicherung dürfte nicht bestehen, so dass Ihre Ansprüche direkt gegenüber Hermes geltend zu machen wären. Hermes obliegt es dann im Grunde selbst, rechtzeitig die zugehörige Versicherung selbst in Anspruch zu nehmen. Die Vorlage einer entsprechenden Preisliste zumindest zum Nachweis der Höhe des Wertes der verloren gegangenen Ware dürfte ausreichen. Sofern Sie im Prozess gegen Hermes erfolgreich sind, müsste die Gegenseite als unterliegender Teil auch die Anwalts- und Gerichtskosten tragen.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage damit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe auch weiterhin

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.02.2011 | 09:30

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