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Gutscheinbedingungen bei Onlinehändler gültig?

22.12.2017 09:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrter Anwalt,

ich habe bei einem Onlinehändler im Warenwert von 155€ eingekauft.
Ich habe einen Gutscheincode im Wert von 30€ erhalten, welcher bei der Bestellung auch aktiviert wurde.

Die Bedinungen des Gutscheines lautet im Wortlaut:

[...] | Mindesteinkaufswert: 150 € abzgl. Retoure | [...]


Nun habe ich aufgrund dieser Formulierung eine unpassende Ware zurückgesendet und komme nun auf knappe 122€. Mir wurden jedoch nicht die 33€ für das retounierte Teil gutgeschrieben, sondern nur 3€. Laut Auskunft des Onlinehändlers unterschreite ich den Mindesteinkaufswert was dazu führt, dass ich den Gutschein nicht angerechnet bekomme.

Nun - ich habe nur aufgrund dieser Formulierung retourniert. Wäre der Wortlaut "Mindesteinkaufswert: 150€", dann hätte ich die Ware einfach behalten, um den Gutschein wahrzunehmen.

Ich verstehe unter dem Wortlaut, dass der Mindesteinkaufswert sich folgendermaßen zusammensetzt:
"Mindesteinkaufswert: 150 € abzgl. Retoure" entspricht in meinen Augen " Mindesteinkaufswert = 150€ minus die Retoure."

Warum wurde ansonsten nicht einfach geschrieben "Mindesteinkaufswert: 150€" oder "Mindesteinkaufswert abzgl. Retoure: 150€"?

Ich fühle mich durch die Formulierung absichtlich in die Irre geführt. In meinen Augen handelt der Onlinehändler damit verbraucherschädigend, um seine Konversionsrate und die Umsätze auf Kosten der Kunden zu steigern.

Einfache Frage:
Habe ich eine Chance meine 30€ noch zu erhalten, oder hat der Händler damit Recht und ich bin der deutschen Sprache nicht mehr mächtig?

P.S. Es geht hier um das Prinzip und nicht um die 30€.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Chance werden Sie sicherlich haben.

Solche Bedingungen müssen klar und nicht irreführend angegeben werden.

Unklare Bedingungen gehen zu Lasten des Händlers (so auch: LG Ingolstadt, Urteil vom 11.02.2014, Az.: 1 HKO 1671/13).

Daher wird die von Ihnen geschilderte Unklarheit zulasten der Gegenseite gehen und Sie hätten eine Chance auf Zahlung des Betrages.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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